|
|
|
Mich nimmt es immer wieder sehr mit, wenn ich folgende Berichte lese:
http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan_nid_42736.html
Auch fünf Jahre nach dem Sturz der Taliban werden die Rechte der afghanischen Frauen mit Füßen getreten. Gewalt gehört zum Alltag.
Weitere Informationen
Es ist erschütternd, wie wenig ein Frauenleben in Afghanistan auch heute noch zählt. Insbesondere in den ländlich geprägten Provinzen werden Mädchen oft noch mit neun Jahren zwangsverheiratet, werden Witwen und deren Kinder von der Schwiegerfamilie getötet, um sie nicht durchfüttern zu müssen. Frauen werden im Namen der Ehre getötet, Töchter zwischen zerstrittenen Familien ausgetauscht, um Streit zu schlichten.
Welches Schicksal und wieviel Leid steht dahinter.
„Sie müssen sich das mal vorstellen“, erregt sich die 44-jährige Journalistin und Frauenrechtlerin Jamila Mujahed. „In diesem Land ist das Leben einer Frau manchmal gerade mal soviel wert wie das eines Hundes.“
Wobei man bedenken muß, daß es dem Hund schon schlecht ergeht - wie schlimm muß es da den Frauen erst gehen.
In der von ihr herausgegebenen ersten afghanischen Frauenzeitschrift „Malalai“ prangert Mujahed unermüdlich solche Missstände an, so auch den Fall des jungen Afghanen Neamatullah, der einen afghanischen Kriegsfürsten mit einem Kampfhund besticht, damit dieser ihm bei der Entführung eines von ihm angebeteten 12-jährigen Mädchens in der nordafghanischen Provinz Kunduz hilft. Der Deal gelingt, bis zum heutigen Tag fehlt jede Spur von dem Mädchen. „Kein Einzelfall“, versichert Mujahed.
Bei uns im Land werden Mißbrauchsopfer psychologisch behandelt. Hier in dem Bericht zufolge wird das Leben eines Menschen mit Füßen getreten.
Die Justiz schaut weg
Die Journalistin zeigt Fotos von zu Tode geprügelten, verbrannten oder erschossenen Frauen. Sie stehen für Tausende anderer Schicksale. „Kaum einer dieser Fälle wird je von der Justiz geahndet, und daran können auch die im September 2005 gewählten 68 weiblichen Abgeordneten im Parlament nichts ausrichten“, meint sie verbittert.
Ursprünglich wollte auch Mujahed die den Frauen erstmals gebotene Chance zur politischen Einflussnahme im Parlament nutzen, auf das so viele ihre Hoffnungen gesetzt hatten. Sie bewarb sich um ein Mandat in der nahe Kabul gelegenen, fundamentalistisch geprägten Provinz Wardak. Dort trotzte die mutige Frau zunächst allen Anfeindungen und sogar Morddrohungen der fundamentalistischen Islamisten. Doch plötzlich wurden die Drohungen konkret. Mujahed erinnert sich noch genau an den Anrufer, der sie vor einer Fahrt zu einer Wahlveranstaltung warnte und ihr damit wahrscheinlich das Leben rettete. „Eines Nachts wurde ein abgelegener Schlammweg vermint, den ich am nächsten Tag auf dem Weg zu einer Wahlveranstaltung benutzen sollte. Jemand war so mutig und warnte mich rechtzeitig.“ Zutiefst enttäuscht zog sie damals ihre Kandidatur zurück. Heute ist sie jedoch froh darüber.
Diesen mutigen Frauen helfen und sie auf ihrem Kampf in die Freiheit bestärken. Die schönen und intelligenten Frauen haben einen lange Weg zur Befreiung vor sich. Schicken wir ihnen unsere Gedanken.
|
|
|
|
Gebrochene Versprechen
„Unser Parlament besteht ja in der Mehrheit aus wohl bekannten Extremisten – ehemaligen Kriegsfürsten, Drogenbaronen, Islamisten“, erklärt Mujahed. Die Regierung Karsai habe fast keines der vielen Wahlversprechen gehalten. Afghanistan kenne heute weder Sicherheit noch Frieden, die wirtschaftliche Lage sei Gkatastrophal, die Kriegsverbrecher seien nicht abgeurteilt worden, mehr Drogen denn je würden angebaut, und die Lage der Frauen habe sich kaum verbessert. „Nein“, sagt sie bestimmt, „mit Pressearbeit kann ich da mehr für die Frauen bewirken.“
Wir verfolgen den Kampf der Frauen um ihre Befreiung und die Wut der Männer, die den Verlust ihrer Macht befürchten. Mein Herz schlägt für diese mutigen Frauen. Möge Gott ihnen beistehen. Es wird Zeit, denn so kann es nicht weiter gehen. Das ist schon schrecklich , wenn man davon erfährt, es zu leben fordert Härte. Deshalb meine Bewunderung für diese Kraft.
Vor fünf Jahren nahm sie den Kampf gegen die Unterdrückung der Frauen auf. „Damals schien alles so einfach, wir dachten, wir könnten von heute auf morgen die ganze Welt verändern“, meint sie wehmütig. Nach der Beseitigung des radikal-fundamentalistischen Regimes der Taliban warfen insbesondere die Frauen aus intellektuellen Familien in der Hauptstadt Kabul euphorisch ihre Burka fort. Mädchen gingen wieder zur Schule. Ein paar mutige Frauen nahmen eine Arbeit auf, begannen ein Studium oder eine Ausbildung.
Es hatte so gut begonnen.
Auch Vollblutjournalistin Jamila Mujahed, die schon vor dem Krieg viele Jahre lang als Radio- und Fernsehmoderatorin gearbeitet hatte, stürzte sich in die Arbeit. Rasch gründete sie die erste afghanische Frauenzeitschrift „Malalai“ und baute den Radiosender „Stimme der Afghaninnen“ mit auf. Unermüdlich griff sie heiße Eisen wie die Gewalt in den Familien auf, forderte die Entwaffnung der Warlords, propagierte die Alphabetisierung der Frauen und ihren freien Zugang zur Bildung. Weder Morddrohungen noch Verleumdungen konnten sie und ihr inzwischen auf 22 Journalistinnen angewachsenes Team bis heute davon abschrecken.
Monatlich erscheint trotz Drohungen und finanzieller Sorgen „Malalai“, und sieben Stunden ist die „Stimme der Afghaninnen“ täglich auf Sendung. Gerade das Radioprojekt liegt Jamila besonders am Herzen, denn noch immer sind geschätzte 80 Prozent der Afghaninnen Analphabetinnen.
Diese Frauen mutigen wachsen an der Härte, die ihnen auferlegt wird.
Polizei auf Seiten der Männer
Zumindest einen Umdenkensprozess habe man bei den Frauen anstoßen können, fasst sie das bislang Erreichte zusammen. „Früher nahmen Afghaninnen Demütigungen und Benachteiligungen in der Familie und Gesellschaft als völlig normal und gottgewollt hin. Jetzt beginnen sie ganz langsam, ihre Rechte zu begreifen.“ Dabei müssen sie nicht nur den Kampf gegen die Familie aufnehmen, sondern sehen sich einer zutiefst korrupten Polizei und Justiz gegenüber, die auf der Seite der Männer steht. So wandern Frauen, die ihren Mann anzeigen, nicht selten ins Gefängnis, angeblich zum eigenen Schutz. Dort sind sie schutzlos den männlichen Wärtern ausgesetzt, werden nicht selten Opfer von Vergewaltigung.
All dies ist den Frauen bewusst. Bei einer repräsentativen Studie der Nichtregierungsorganisation Global Rights vom Juni 2006 gaben zwar 60 Prozent der Befragten an, Opfer von physischer Gewalt in der Familie geworden zu sein. Laut Studie wurden sie geschlagen, verbrannt, ihnen wurden Zähne ausgeschlagen, sie wurden an Haaren gezogen oder mit dem Messer verletzt. Ihre neu gewonnenen Rechte wollten sie dann aber lieber nicht nutzen. Die große Mehrheit wollte stattdessen lieber weiterhin schweigend die Gewalt ertragen, als ihren Mann anzuzeigen. „Die Traditionen, die Sitten und Gebräuche lassen sich nur ganz langsam ändern“, meint Mujahed. Ein langer und steiniger Weg der ganz kleinen Schritte liegt vor ihr.
In Europa ist auch nicht alles in Ordnung, aber es gibt Hilfe von seiten der Behörden und wer von uns Frauen möchte solche Zustände erleben ?
Ist es aber nicht auch ein Zeichen, daß das Patriarchat um seine Macht kämpft und sie nicht teilen möchte mit dem Matriarchat ?
Ich denke dabei auch an die Frauen aus osteuropäischen Ländern, die mit den Versprechen einer Anstellung gelockt werden und dann in den Bordellen den Perversionen der Freier ausgeliefert sind.
Weltweit und die Zahlen der Statistik sind erschreckend.
Vielleicht ist es auch ein weltweites Problem, was sich hier offenbart.
| Zitat: |
Das Patriarchat und die daraus resultierende Gewalt gegen Frauen und Kinder werden sowohl in der westlichen als auch in der arabisch-islamischen Welt zunehmend als Problem gesehen.
Und die Frauen, die sich hier wie dort für die Gleichberechtigung der Geschlechter und gegen Männergewalt engagieren, können trotz unterschiedlicher kultureller und ökonomischer Rahmenbedingungen viel voneinander lernen.
Das waren zwei wichtige Ergebnisse eines intensiven Austauschs zwischen Frauenrechtsaktivistinnen aus Nordafrika und Deutschland, der auf Initiative der Berliner Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin, Köln und Duisburg stattfand.
Die Heinrich-Böll-Stiftung (vormals Buntstift e.V.) unterstützt im Rahmen des Projektes "Gesellschaftliche Demokratisierung im Maghreb" seit 1994 unabhängige Frauenorganisationen in Algerien, Marokko und Tunesien, mit dem Ziel, die rechtliche Stellung von Frauen und die Hilfsangebote für weiblicheewaltopfer in den jeweiligen Ländern zu verbessern.
Insgesamt acht Mitarbeiterinnen von Frauennotrufzentren und Frauenhäusern in Algier, Casablanca und Tunis hatten jetzt die Möglichkeit, sich in Deutschland über die allgemeine Situation von Frauen zu informieren, hiesige Ansätze zur Prävention bzw. Bekämpfung von Männergewalt gegen Frauen und Kinder kennenzulernen, und – "last not least" - deutsche Frauenorganisationen über ihre Projektarbeit sowie über die rechtliche und soziale Situation von |
http://www.qantara.de/webcom/show_a.....p-1/i.html?PHPSESSID=5869
| Zitat: |
| Um so überraschter waren sie zu erfahren, daß die Geschichte der Frauenbewegung in Tunesien bis in die vierziger Jahre zurückreicht, daß das erste Frauenhaus in Algerien 1993 eröffnet wurde und daß in Marokko mehr als ein Dutzend Frauenorganisationen den "Frühling der Gleichberechtigung" ins Leben gerufen haben, eine landesweite Kampagne zur Abschaffung des islamischen Familienrechtes. |
| Zitat: |
Die Besucherinnen aus Nordafrika ihrerseits und daß neben osteuropäischen Frauen immewaren erstaunt, daß Frauenhandel und Zwangsprostitution in Deutschland stark zugenommen haben häufiger auch Maghrebinerinnen zur Prostitution gezwungen werden.
Ebenso neu war für sie die Tatsache, daß in Deutschland seit dem 1. Januar 2002 gewalttätige Männer aus der ehelichen Wohnung verbannt werden können, im Rahmen des sogenannten "Gewaltschutzgesetzes". |
| Zitat: |
| "Die autonome Frauenbewegung ist in Deutschland seit über 35 Jahren aktiv. Wir dagegen stehen noch ganz am Anfang, aber wir können von den Erfahrungen der Frauen in Deutschland eine ganze Menge lernen," sagte Zahra Azirae, Mitarbeiterin des Frauenberatungs- und Dokumentationszentrums CIOFEM in Casablanca. |
http://www.inwent.org/E+Z/content/a...../03-2005/schwer_art4.html
http://www.castelligasse.at/Politik/Frauen/frauen.htm
suchwort: frauenhäuser in marokko
|
|
|
|
Liebe Freunde
Frau und Mann sind wie die beiden Flügel der Menschheit.
Erst wenn beide Flügel glei stark entwickelt sind, wird der Vogel richtig fliegen können. Bis es so weit ist, muss der Förderung der Mädchen besonderse Augenmerk geschenkt werden.
Der derzeitige Stand in vielen Teilen der Welt ist wirklich zu tiefst beschämend und menschenunwürdig.
Die Weiterentwicklung ist aber Gott sei Dank auch nicht aufzuhalten.
Alles Liebe
|
|
|
|
Lieber Robinson, ohne TUN wird sich auch nichts verändern. Wenn es nicht aufrechte, mutige Menschen gäbe, würde sich auch nichts verändern. Bewege dich vorwärts und du wirst sehen, daß Gott auf deiner Seite steht. Für die Gerechtigkeit muß man streiten können und sich einsetzen und wer in einem Kulturkreis inkarniert ist, wo Unterdrückung noch an der Tagesordnung ist, erfährt durch das Leid, daß sich nur etwas ändern kann, wenn man sich auch einsetzt.
Vielleicht geschehen deshalb die Leiden der Welt, um den Menschen zu bewegen, ihn in Bewegung zu setzen, damit er etwas verändert.
Wenn man darüber nachdenkt, daß jeder Mann, der heute Frauen Leid zufügt, in einem der nächsten Leben vielleicht selbst als Frau geboren wird und das selbe erfahren muß am eigenen Leib, was er anderen angetan hat, dann ist einem schon bewußt, daß es nur gerecht ist. So geht das Wechselspiel so lange, bis die Menschen endlich zur Einsicht kommen. Aber wie man sieht, ist der Weg lang.
Und so schnell wird sich der Zustand der Welt nicht ändern. Man weiß ja nie, was man im nächsten Leben ist. Und welche Aufgaben einem bevorstehen.
Ist schon seltsam , das alles, wenn man die Re-inkarnationslehre mit einbezieht in die Überlegungen, seinen Sinn erhält.
Gruß Gabriele
|
|
|
|
Ja, es tut wirklich weh immer wieder von solchen Dingen lesen zu müssen. Überall Gewalt gegen Frauen. Wir sollten aufhören unsere Mädchen falsch zu erziehen, nur dann kann diese Gewalt aufhören.
Wir produzieren jeden Tag immer wieder aufs neue die zukünftigen Opfer, in dem wir Jungens eben Jungen und Mädchen eben Mädchen sein lassen.
Wir Frauen sind doch selber Schuld, dass wir sowas mit uns machen lassen. Das Schlimme dabei ist: Wir schmücken unsere Töchter wie die Pfingstochsen und geben ihnen nur Puppen und kleine Miniküchen zum spielen. Ich könnte kot***, wenn ich sog. geschlechtsspezifisches Spielzeug nur sehe. Damit das kleine Mädchen (die ja soooo süss in ihrem neuen Kleidchen ausschaut) auch ja eine gute Mami und Haussklavin wird.
Ja, liebe Schwestern, da muss sich auch hier was tun. Nur aus selbstbewussten Mädchen werden selbstbewusste Frauen, die auch alleine zurande kommen.
Bisou
Bobo
|
|
|