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Lieber Gast,
> Angefangen hat alles mit einem Traum in dem eine Stimme
> zu mir sagte ich werde bald sterben.
Unsere Träume spielen sich in einem Bereich ab, in dem sich unsere Wünsche, Sehnsüchte, aber auch Ängste manifestieren können, ohne daß das eine Bedeutung haben muß. Ich würde also nichts auf solche Stimmen geben. Wann du sterben mußt, hast du selbst vor deiner Geburt festgelegt, also geht das schon alles seinen Gang und niemand muß dir erzählen, wann du sterben wirst.
> Gibt es ein Leben nach dem Tod?
Ja. Wobei die Perspektive genau genommen umgekehrt ist: Wir leben eigentlich in einer nichtphysischen Realität. Hier sind wir sozusagen nur auf Bildungsurlaub.
> Ich bin eigentlich eine gläubige Katholikin, dann wieder auch
> nicht da es für mich nur schwer vorstellbar ist das es ein
> Leben nach dem Tod geben soll.
Das ist für jeden schwer vorstellbar, der sich zum ersten Mal damit beschäftigt. Wir sind zu sehr in dieser phyischen Realität gefangen, als daß wir das wirklich akzeptieren könnten, nur weil es irgendjemand sagt. Letzten Endes muß man die Erfahrungen selbst machen, um es wirklich zu wissen. Das geht zum Glück auch, ohne daß man gleich sterben muß.
Ich vermute, daß dir bei dem Gedanken an ein Leben nach dem Tod dein katholisches Glaubenssystem ein wenig im Weg steht. Die Kirche warnt ja immer und schürt Angst vor der Hölle, vor Satan, vor Dämonen und allem möglichen, um die Menschen davon abzuhalten, sich über das Leben nach dem Tod Gedanken zu machen. Du zweifelst offenbar an deinem übernommenen Glaubenssystem und das ist nach meiner Erfahrung eine gute Sache.
> Ich kann das Leben momentan nicht mehr genießen, weil
> ich denke es könnte jeden Augenblick zu Ende sein.
Im Grunde müßte gerade dieser Gedanke ein Ansporn sein, jeden Tag zu genießen, aber ich verstehe, daß die Angst überwiegt, das vertraute Nest verlassen zu müssen.
> Und auch Angst habe meine Eltern, meinen Bruder, meine
> Oma und meine Freunde einfach zurücklassen muss.
Irgendwann gehen wir alle, aber ich kann dir sagen, daß das kein Abschied für immer ist. Ich habe den Vergleich schon oft gebracht, weil er so schön paßt: Unser Leben ist wie ein Kinobesuch. Ab und zu geht jemand aus dem Film, aber wir treffen uns dann alle draußen wieder und planen den nächsten Kinobesuch. Das einzige Problem dabei ist, daß dort, wo man eben noch war, plötzlich einen Lücke ist und man einen Verlust verarbeiten muß, aber auch diese Lücke füllt sich wieder.
> Aber ich glaube vor allem und deswegen habe ich diese
> Angstzustände quält mich die Frage „Gibt es ein Leben nach dem Tod“
> Ich weiß das mir eine endgültige Antwort niemand geben kann
> und das alles auf der Hoffnung beruht.
Die endgültige Antwort darauf kannst nur du dir selbst geben, weil das eine Sache ist, die man ansonsten anderen glauben muß. Für mich beruht das nicht auf Hoffnung, ich weiß zumindest im Groben, daß und wie es danach weiter geht.
> Neulich habe ich einen Artikel über ein sogenanntes Gottesgen
> in unserem Gehirn gelesen, der mich noch mehr verzweifeln ließ.
Ja, der stand u.a in der Wirtschaftswoche. Aber das beeindruckt mich nicht. Unser Gehirn ist eine Art Empfangsgerät, das wir benötigen, um die phyische Realität erfahrbar zu machen. Das ist wie beim Fernseher - wenn wir einen bestimmten Sender einstellen, wird ein bestimmter Bereich innerhalb der Fernsehelektronik besonders intensive Aktivität zeigen. Das heißt aber nicht, daß der Fernseher für die Sendung verantwortlich ist, die man gerade darüber schaut.
> Ich versuche mich schon von diesen Gedanken abzulenken, in
> dem ich mich mit Freunden treffe und viel unternehme, aber leider
> hat dies bis dato noch nichts gebracht.
Das sind existentielle Fragen, die kann man nicht einfach unterdrücken. Sie kommen dummerweise immer wieder. Aber du könntest das Thema ja mal mit deinen Freunden diskutieren?
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