Gott hat einen Plan ... oder?


Hmh, , ich vermisse den Umgang mit Menschen , und was Fernsehen angeht, da kann man sich einen Einblick verschaffen, wie andere Menschen in anderen Ländern leben, um sich ein Bild machen zu können, denn man kommt nie überall im Leben hin und weiß so wenig. Interessiert mich schon.

Wir sahen am Nachmittag den Film über die Nomaden im Iran - die ihre Tiere dorthin treiben, wo es grün ist - und da geht das ganz Volk mit - Bachtari - Nomadenvolk. Sehr interessant, unter welch schwierigen Bedingungen diese Menschen überleben müssen.

Ich kann nicht den ganzen Tag meditieren - ich habe ganz andere Sorgen - ich habe Verpflichtungen - aber ich gönne mir z.B. eine Shiatsu Beratung, die mir sehr gut getan hat.

Dann klingelt es: Freunde kommen - danach geht der Alltag weiter - es kommt jemand, man erkundigt sich - man sitzt zusammen - redet einfach nur so - und dann denkt man über so manches nach, was einem so alles im Leben widerfährt.

Manchmal habe ich das Gefühl, daß manche Geistesrichtungen wenig mit dem Menschen zu tun haben - sie sind eher etwas für abgehobene Menschen, die keine Sorgen haben - ich denke da an den Einsiedler im Baum, der sich nicht mehr um die Welt schert.

Ich gebe zu, das ist noch nichts für mich - mag man mir dann auch sagen: du bist noch nicht so weit. Ich lebe das Erdige noch - ich fühle mit den der Erde zugewandten Menschen -

Ich gebe zu, ich bin noch nah am Menschen - mich interessiert noch die Welt und ich kämpfe auf meine Art gegen die Dinge, die den Menschen schaden oder schädigen ...

Ich bin noch ganz der Mensch, der diese Erfahrungen braucht - nicht weiter - nicht weit genug und zu nah an der Erde .

Ich weiß , mich belebt die Betrachtung der Natur - ich streichle über die Blätter der Birke und einem kleinen Marienkäfer betrachte ich auch mit Liebe - wie er krabbelt in seinem kleinen roten Kleid mit den hübschen Punkten -

Ich bekenne, ich bin eigentlich noch zu sehr Mensch.

Und es ist sicher gut so, weil ich weiß, Gott drängt mich nicht - er läßt mir Zeit - ich darf noch erfahren.

Ich dafür danke ich ihm.

Nicht der Gott, der eingekästelt ist zwischen Zeilen sitzt - der Gottesfunke in mir - der lebt.

Es ist gut, wenn andere Menschen anders sind - ich will nicht drängen - ich will noch leben - auf meine Art und ich kann auch geduldig sein - kann in Demut auf etwas warten - ich darf Schmerz empfinden und Ungeduld , darf auf jemand böse sein und auch mal an mein Ich denken - ich bin: NOCH GANZ IN DIESER WELT.






Verstehst Du das ?
Hallo Wo,

Zitat:
Dem widerspreche ich - obwohl ich den Spruch 'der Weg ist das Ziel'
ebenfalls für eine unzulässige Vereinfachung halte.
Ein Weg, der ein bekanntes Ziel hat, kann mich nur zu dem führen,
was ich eben schon kenne. Das scheint mir aber nicht der Weg der
Religion - gleichgültig welcher. Gott hat einen Plan? Mag sein, aber
würde ich den kennen, wäre ich ihm zumindest in diesem Aspekt
gleichgestellt. Für mich führt jeder religiöse Weg notwendig ins
Unbekannte.


Dein Einwand ist berechtigt.

Ich möchte jedoch um die Lehre Shri Krishnas etwas zu erhellen ein Beispiel aufzeigen:

Du unternimmst eine Reise.
Gehst du dann auf Reisen, ohne Reiseziel?
Du hast gehört von einem schönen Ort und nimmst dir vor, diesen zu erreichen. Der Weg wird durch die Wegweiser gekennzeichnet, dies bedeutet jedoch nicht, dass du alles was dir während der Wegstrecke widerfährt auch bereits kennst. (zum Glück )
Nichts zu wissen über das Ziel der Reise, schafft keine "Anhaftung ans Ziel" und somit auch keinen "Reiseentusiasmus".

Das Shrimad-Bahgavatam gibt das Beispiel des Bootes.
Das Meer ist die materielle Existenz. Das Boot ist die spirituelle Praxis. Der Guru, der spirituelle Meister, ist der kundige Steuermann. Und die günstigen Winde die Heiligen Schriften und die Sadhus (Heiligen).
Auf diesem Boot mag man noch viele Stürme erleben, aber wenn man sich an die Anweisungen des kundigen Steuermanns hält, wird man nicht über Bord gespühlt. Je mehr der "Matrose" mit dem Bott "verankert" ist, desto weniger können ihn die Wellen und Stürme im Boot hin und her werfen. ---> je stetiger werden wir.

Zitat:
Zitat:
Nun bleibt mir nichts mehr als zu schweigen. Oh wie heilsam, wie süß und
glückselig ist es, in der Einsamkeit zu sitzen und schweigend mit Gott zu
reden. ............, ich werde eingehen in
den einfältigen Grund, in die stille Wüste, in jenes Innerste, da niemand
heimisch ist. Ich werde eintauchen in die wüste und öde Gottheit,
darinnen ist weder Werk noch Bild...


Ja, das ist das Wunsch-Ziel des Buddhisten.
Es ist aber auch ein "Ziel" - das "nirvishesha" oder "shunyavadi", das NICHTS oder das VERSCHMELZEN.
Und dieses Ziel gibt es auch, laut Veden genannt Brahmajioti - die gleissende, unpersönliche Ausstrahlung der Persönlichkeit Gottes.
In diesem gleissenden Licht, gibt es kein Leid mehr, und das wird dann als nie endendes Glück empfunden.

Aber a-dvaita, Nichtdualität, bedeutet nicht das es keine Vielfalt gibt!
Die Veden erklären, dass in der Transzendenz unendliche Vielfalt herrscht. Das Brahmajioti, wirkt in dieser Beziehung wie ein "Vorhang". Hinter dem gleissenden Licht existiert unendliche Vielfalt.

Die materielle Vielfalt ist nur eine verzerrte Widerspiegelung dieser ewigen transzendentalen Vielfalt.
Vergleichbar einem Baum der sich im Wasser spiegelt.

In der zeitweiligen, materiellen Welt herrscht Dualität.
Dualität bedeutet, das wir die Objekte unserer Wahrnehmung vom Ursprung allen Ursprungs und der Ursache aller Ursache (Gott) getrennt sehen - weil wir sie geniessen wollen. (Dualität ist nicht gleichbedeutend mit "Form")
Wir müssen die Welt nicht negieren = "pseudo a-dvaita".
Die Welt sollte lediglich in den Dienst des Höchsten Geniessers und der Höchsten Person, Purushottama (ein anderer Name Shri Krishnas), gestellt werden. Dann wird alles wahrhaft "a-dvaita", nichtdual - EINS.
Wie bei einem Baum. Ein Baum ist EINS, aber das bedeutet nicht das er keine Vielfalt aufweist. So hat ein Baum, Blätter, Blüten, Früchte etc., sie alle sind individuell aber doch EINS, da weder die Früchte, die Blüten noch die Blätter ohne den Baum eine Existenzgrundlage haben.

Bleibt zu erwähnen, das nicht alle Religionen die Transzendenz anstreben.
(nicht alle Religionen sind auf der gleichen "Sprosse" der Leiter, die zum höchsten Ziel führt)

Gruss
Hallo Gabriele,

Zitat:
Hmh, , ich vermisse den Umgang mit Menschen , .....


Dachte ich mir schon das du damit kommen wirst.
Ich habe auch nur mein sadhana, meine spirituelle Praxis beschrieben.
Um das "Pflänzchen" der Selbsterkenntnis zu pflegen muss man sich eben auch genügend Zeit für sich selbst nehmen, was nicht bedeutet das man andere ausschliesst.

Zitat:
Manchmal habe ich das Gefühl, daß manche Geistesrichtungen wenig mit dem Menschen zu tun haben - sie sind eher etwas für abgehobene Menschen, die keine Sorgen haben - ich denke da an den Einsiedler im Baum, der sich nicht mehr um die Welt schert.


Das siehst du richtig und das muss auch so sein.
Verschiedene Religionen streben verschiedene Ebenen der einen höchsten Wahrheit (Gott) an.

In der einen Religion geht es vor allem um frommes Handeln.
In einer weiteren geht es mehr um das erkennen der Nutzlosigkeit materieller Tätigkeiten, da alles was erschaffen wurde auch wieder vernichtet wird.
Auch Jesus Christus lehrt so wohl das fromme Handeln als auch Loslösung.

Zitat:
Ich gebe zu, ich bin noch nah am Menschen - mich interessiert noch die Welt und ich kämpfe auf meine Art gegen die Dinge, die den Menschen schaden oder schädigen ...


Der grösste Schaden des Menschen ist die Unwissenheit über sein Selbst.
So lange er sein wahres Selbst nicht kennt, weiss er auch nicht was er braucht und sucht.

Zitat:
Ich bekenne, ich bin eigentlich noch zu sehr Mensch.

Und es ist sicher gut so, weil ich weiß, Gott drängt mich nicht - er läßt mir Zeit - ich darf noch erfahren.

Ich dafür danke ich ihm.

Es ist gut, wenn andere Menschen anders sind - ich will nicht drängen - ich will noch leben - auf meine Art und ich kann auch geduldig sein - kann in Demut auf etwas warten - ich darf Schmerz empfinden und Ungeduld , darf auf jemand böse sein und auch mal an mein Ich denken - ich bin: NOCH GANZ IN DIESER WELT.


Ich lass kürzlich ein schönes Zitat,
"Wir sind nicht Menschen die eine spirituelle Erfahrung machen, sondern spirituelle Wesen die eine menschliche Erfahrung machen."

liebe Grüsse
Dein Zitat hat mich sehr erfreut
Verstehe ich nicht, wieso ist die Felswand jetzt nicht einfach umgefallen und hat dabei gelacht? Das macht doch so wie es da steht garkeinen Sinn.
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