Ich stehe kurz vor einem Selbstmord


Woher weisst Du, liebe Inanna, dass wir im Augenblick des Todes "ganz im Kern unseres Selbst sein können", und nicht einfach im Nichts verschwinden, dorthin, wo wir ja auch herkamen?

Nachdenkliche Grüsse

Sucher
Lieber Sucher,
das ist einfach meine Technik bei schlimmen Dingen: wenn mir Ärzte weh tun, wenn ich meditiere, wenn die Welt über mir zusammenstürzt, dann konzentriere ich mich auf meinen Atem und gehe nach innen. Dort tut nichts mehr weh, dort geht es mir gut.
Einmal bin ich fast gestorben. Als ich realisierte, dass es jetzt Ernst wird, bin ich in eine Meditation gegangen, immer höher und höher gestiegen ...
Als ich wieder zu mir kam, war ich sehr enttäuscht, dass ich wieder da bin und zehre heute noch von dem Glücksgefühl der Meditation.
Ich kanns mir einfach nicht vorstellen, dass ich ins Nichts falle. Es sei denn, das Nichts ist Gott ....
Und Du, Sucher, Du kommst doch nicht aus dem Nichts.
Du hast Dir den Namen Sucher gegeben, ein Sucher kommt nicht aus dem Nichts. Er hat ganz ganz ganz ferne Erinnerungen an etwas, das er sucht ...
Inanna
Liebe Inanna,

es ist also eine Erfahrung, von der Du sprichst. Das ist gut! Ich schätze es sehr, wenn hier jemand von seinen Erfahrungen spricht. Hier wird viel zu oft "spintisiert", wie man in meiner dörflichen Heimat sagt, und daher freue ich mich über jeden, der über EIGENES redet/schreibt.

Danke.

Liebe Grüsse

von dem, der nach ANTWORTEN sucht, aber noch lieber FRAGT.
Lieber fragender Sucher,
das Kopfgeschwätz habe ich auch jahrelang praktiziert. Es ist, glaube ich der Anfang. Später dann sieht man die Relativität des Wissens und verläßt sich immer mehr auf das Innen, die eigenen spirituellen Erfahrungen. Das ist einfach ein Weg. Im Westen können wir gar nicht anders als über den Kopf an die Dinge heranzukommen.
Weil Du ein Suchender bist, sage ich Dir: übe, übe, übe. Mach Experimente zuhauf. Daraus ergibt sich Sicherheit.
Inanna
Kleiner Vogel,

wo auch immer Du bist, ich hoffe es geht Dir gut....dass Du keine Schmerzen mehr leiden mußt....

Ich erinnere mich als mein Vater starb, er hatte Krebs. Zum Schluß half nicht einmal mehr Morphium.... ich sah ihn leiden und sterben....
ein halbes Jahr später nahm sich mein Schwager das Leben, er erhängte sich und ich bin davon überzeugt: beide sind im Licht, es geht ihnen gut...

Gott richtet nicht, es sind die Menschen, die es tun....Gott ist gnädig...der Mensch ist grausam und macht Unterschiede.

Es ist ein ernstes Thema...aber Schmerzen zu erleiden...ist das eine Heldentat....? Ist das Gottes Wille ? Wissen wir, was Gott will ? Ist es nicht leicht, die Verantwortung abzugeben, an Gott ? Hat nicht Gott uns mit einem Verstand ausgestattet? ...dürfen wir nicht selbst entscheiden ?
Sind die, die es nicht mehr aushalten und für sich selbst entscheiden aus dem Leben gehen zu wollen, sind diese Menschen wirklich feige ? Wißt ihr was es für eine Überwindung kostet, sich das Leben nehmen zu wollen, es zu tun ? Muß man bis zum bitteren Ende ausharren? Für wen denn....?

LG
Luna