|
|
|
Ich glaube nicht an Gott und bin kein Atheist
Die meisten Menschen glauben an Gott, sie glauben das ein allmächtiges, omnipotentes und kohärentes Wesen sie erschaffen hat und zwar nach seinem, so die Lehre, Ebenbild. Nach der Bibel und auch der Lehre des Korans entsprechend wurde die Frau aus der Rippe des Mannes geschaffen. Wobei immer wieder die bildliche Sprache und Darstellung propagiert wird. Es gibt Propheten, heilige Männer und Frauen, Sohn eines Gottes und Wunder in jeder Form. Schlussendlich noch eine Offenbarung durch den Gott selbst in Form der Bibel oder des Korans, die wir nur noch richtig Verstehen müssten.
Nach meinem Bilde ist die gängige Vorstellung das der Mensch und Gott zwei separate Wesen sind, wobei der eine den anderen erschuf. Doch ich denke es ist an der Zeit mit diesen Denkmustern zu brechen. Zunächst stellt sich mir die Frage was ist denn Religion überhaupt und wo besteht die Beziehung zu jenem Gott? Religionen gibt es zuhauf auf dieser Welt, in jeder Epoche und in jedem Winkel der Erde in seiner jeweiligen Form. Es scheint das der Mensch ein Interesse an spirituellen Dingen hat. Das Fundament der Religionen ist der jeweilige Glaube, auf dem gewisse Zeremonien und Praktiken beruhen. Man könnte auch sagen Religion ist ein organisierter Glaube einer Gemeinschaft der mit Ritualen und Symbolen identifiziert wird. So wird im christlichen Glauben beschrieben das Gottes Sohn als Erlöser für die Sünden der Menschheit am Kreuz gestorben wäre, doch später wieder auferstand. Das Buch der Christen entstand erst einige Jahrhunderte später. Das Kreuz Jesu wird im Christentum stilisiert und gilt als das Symbol schlechthin. Im Islam gibt es eine solche Stilisierung nicht direkt, dort lenken sich die Blicke auf Mohammed und seinen Visionen die er von einem Engel bekommen haben soll. So kam der Koran auf und bildet den Mittelpunkt des islamischen Glaubens, wonach Mohammed als Prophet gesehen wird. Die Bibel und der Koran haben viele Gemeinsamkeiten, insbesondere durch die Erzählungen des altem Testaments. Doch gibt es auch fundamentale Unterschiede die zuweilen zu Streit und Missgunst führen. So ist Jesus für die Christen der Sohn Gottes aber für die Muslime nur einer ihrer Propheten.
Die Zwei größten Religionsformen haben aufgrund ihrer vielen Gemeinsamkeiten ihrer Erzählungen anscheinend einen gemeinsamen Ursprung. Dieser liegt wahrscheinlich im jüdischen Glauben der 3500 Jahre in die Vergangenheit reicht. Zu jener Zeit gab es viele Nomadenstämme, wobei jeder seinen eigenen Glauben praktizierte. Doch die Idee des monotheistischen Glaubens trat nicht zuerst bei dem jüdischen Stamm auf. Die erste gesicherte Aufzeichnung über den Glauben an nur einen Gott stammt wohl eher aus dem alten Ägypten. Um ca. 1500 v. Chr. wurde unter Thutmosis III. Aton der Sonnengott als alleiniger Gott verehrt. Als Stilisierung schien die Sonne zu dienen , deren zu Ehren Amenophis III. den Per-Aton-Tempel bei Karnak baute. Auch im Hethiter Reich wurde in jener Zeit die Sonne als alleiniger Gott angebetet. Die Nomaden zogen durch das karge Land auf der Suche nach fruchtbareren Gegenden. So war der jüdische Stamm zu jener Zeit in Ägypten wo er den neuen monotheistischen Glauben adaptierte.
Es waren die alten Ägypter die den Grundstein für die heutigen monotheistischen Religionen gelegt hatten. Allerdings ist zu beachten das die Geschehnisse jener Zeit sich nur auf eine bestimmte Region beziehen. Die Zivilisationen in Südamerika, Asien oder die Naturvölker in Afrika und Australien bekamen von alledem nichts mit. Sie hatten ihre eigenen Vorstellungen und Religionsformen die unabhängig waren von dem was im nahen Osten passierte. Dieser Umstand ist besonders interessant da doch die großen Religionen die Wahrheit und Erlösung für die gesamte Menschheit predigen. Doch ist das Christentum und der Islam eher eine lokale Angelegenheit als eine Weltumfassende, nur im Laufe der Zeit vergrößerte sich deren Einflussgebiet und oft auch durch Mithilfe der Gewalt. Im heutigen Informationszeitalter ist es ein leichtes Ideen und Glaubensrichtungen zu verbreiten. Durch den technischen Fortschritt wird zum einen die Darstellungen der Bibel und des Korans entzaubert als auch ihre Verbreitung gefördert. So wachsen und spalten sich die Gruppierung der wissenschaftlich Orientierten und der religiös Orientierten Menschen immer weiter, während die Diskussionen ob es einen Gott gibt oder nicht immer härter werden.
Die geschichtlichen Erfahrungen zeigen uns das Spiritualität schon immer ein Teil des Denkens der Modernen Menschen war. Die meisten Menschen verbinden Glauben mit einem Wohlgefühl der Gemeinschaft und Geborgenheit. Geborgen in dem Willen und Entscheidungen eines allmächtigen Gottes mit dem selbst der Tod seinen Schrecken verliert. Dieser Glaube über den Tod hinaus hat viele verfolgte Gläubige schlimme Zeiten überstehen lassen. So gesehen ist der religiöse Glauben ein psychologisches Konstrukt der universellen Sicherheit in einer unsicheren Welt. An sich ist diese Form der abgebenden Furcht eine Erhebung über die Natur, der man zu jener Zeit oft hilflos ausgeliefert war.
Die erbitterte Schlacht um die Existenz Gottes findet heute mehr denn je statt. Wir stehen an einem Übergangspunkt, an einem neuem Zeitalter des Denkens der wohl noch Jahrhunderte andauern kann. Religionskritiker und Religionsanhänger liefern sich heftige Wortgefechte und jede Seite versucht die andere durch angebliche Beweise und hochtrabend mystisch anhörende Rhetorik und naive Sinnbilder zu überzeugen, obwohl sich niemand auf die andere Seite bekehren lassen wird.
Tatsache ist das der Mensch sich entwickelt hat und mitnichten so wunderbar und perfekt ist wie es manche Leute darstellen. Das der Mensch vom Affen abstammt ist nicht korrekt ausgedrückt man müsste sagen er ist einer. Den meisten Diskussionsteilnehmern ist gar nicht bewusst worüber sie gerade reden und mit was für Fachausdrücken sie um sich werfen. Da wird oft von Darwin gesprochen, doch vergisst man das er nur der Begründer einer Theorie war die andere Generationen inzwischen verbessert und komplementiert haben. Ebenso in der Physik wo der Urknall als Geburt des Universums gepriesen wird, was natürlich hervorragender Nährboden für Schöpfungstheorien ist. Doch welche Laie weis schon etwas über Quantenmechanik oder der Planckschen-Längenskala bescheid die durch Quanteneffekte ein totales zusammenballen jeglicher Materie im Universum auf einen Punkt Null verbietet. Was zur Konsequenz hat das es durchaus ein „Vor dem Urknall“ geben kann. Im Endeffekt kann niemand beweisen das es Gott gibt genauso kann man es widerlegen. Jemand der sagt „ich glaube an Gott“ kann das mit dem gleichen recht tun wie Jemand der sagt „ich glaube nicht an Gott“. Die ehrlichst Antwort wäre wohl „ich weis es nicht“.
mit freundlichem Gruß
Meridian
|
|
|
|
Interessanter Text!
Werde ihn noch einmal lesen.
PS: die Quantenphysik kenne ich
|
|
|
|
Gott ist erfahrbar, aber nicht beweisbar. Diejenigen, die behaupten Gott beweisen zu können, haben Gott nicht erfahren. Diejenigen, die auf Atheisten herabsehen, werden Gott nicht erfahren können, denn Gott wohnt auch in Atheisten und einen Atheisten abzulehnen heißt Gott abzulehnen. Aber: Gott abzulehnen heißt nicht, von Gott abgelehnt zu sein.
Wenn man sieht, was Religionen bzw. Anhänger von Religionen aus Gott gemacht haben, dann kann ich Atheisten gut verstehen. Aber was heißt es denn Atheist zu sein? Theist oder Atheist ist letztlich nicht eine Frage von (Lippen-) Bekenntnissen sondern von Charaktereigenschaften. Und wer an das gute im Menschen glaubt, oder an sich selbst, der ist auch kein Atheist.
Gruß Martin
|
|
|
|
Ein Atheist ist p. def. ein Mensch, der nicht an Gott bzw. Götter glaubt.
Mit seinem Charakter, seiner Ethik hat das im Prinzip wenig zu tun.
Es gibt ethisch hochstehende Atheisten, und auch gläubige A.löcher
|
|
|
|
Und ich sage:
Erst gelebter Glaube macht einen Menschen zum Thesiten. Und gelebter Glaube spiegelt sich nun mal in Worten und Taten wieder.
Ein Glauben, der einen Menschen nicht tolerant und liebevoll macht, ist kein Glauben sondern ein Lippenbekenntnis. Wenn ein dogmatischer Gläubiger einen hilfsbereiten Atheisten als ungläubig bezeichnet, dann ist da etwas verkehrt.
Deshalb verwende ich diesen Begriff eben etwas anders. Mann könnte sagen ich entfremde ihn, ich behaupte: so, wie er verwendet wird, ist er entfremdet.
|
|
|