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Der Buddha Gautama stammte aus Nordindien












Hallo ihr beiden ^^

Wenn ich darf, dann würde ich auch gerne etwas zu eurem Dialog beitragen.
Freut mch sehr, dass es einen Dialog gibt zwischen Buddhisten und Muslimen, sowas ist immer begrüssenswert.

Das Thema Gott bzw. Allah ist im Islam das Zentrum, im Buddhismus scheinbar völlig unwichtig.
Nun muss man aber mal sich vor Augen halten, zum einen, aus welcher Gegend diese beiden Religionen kommen und was deren Absichten sind.

Der Prophet Mohammed stammte aus Arabien, aus Mekka.
Der Buddha Gautama stammte aus Nordindien, dem heutigen Bundesstaat Bihar, geboren in Lumbini.

Zwischen deren Auftreten liegen wiederum ca 1000 Jahre.

Hieran sieht man, dass die Ausgangsbedingungen der beiden Religionen schonmal andere waren.
Geographisch und damit kulturell und zeitlich.

Der Buddha trat in einer Zeit auf, als die festgefahrene brahmanische Priesterreligion die Leute nicht mehr befriedigte und man überall im Land nach neuen Wegen suchte.
So gab es zur Zeit des Buddha viele spirituelle Lehrer und Suchende, viele Gruppen usw.
Das philosophische Gedankengut der Veden wurde von manchen Gruppen abgelehnt oder anders gedeutet bzw weiterentwickelt.

Dem Buddha allerdings ging es, wie man im Pali-Kanon eindeutig lesen kann, gerade NICHT darum zu diskutieren, " * 'Ewig ist die Welt' oder
* 'Zeitlich ist die Welt',
* 'Endlich ist die Welt' oder
* 'Unendlich ist die Welt',
* 'Leben und Leib ist ein und dasselbe' oder
* 'Anders ist das Leben und anders der Leib',
* 'Der Vollendete besteht nach dem Tode' oder
* 'Der Vollendete besteht nicht nach dem Tode' oder
* 'Der Vollendete besteht und besteht nicht nach dem Tode' oder
* 'Weder besteht noch besteht nicht der Vollendete nach dem Tode. usw" (z.B. Majjhima Nikaya 63)

Unter diese Diskussionspunkte könnte man ebenso die Frage nach Gott, ob es ihn gibt oder nicht, WIE oder WAS Gott ist usw und so fort sibsummieren.

Ich will damit nicht sagen, Buddha hätte an einen Gott geglaubt oder ähnliches sondern, dass ein solcher Glauben keine Bedeutung hat für das, was der Buddha erreichen möchte mit seinem Wirken, seiner Lehre.

Um was geht es dem Buddha ?
".
"Darum also, Malunkyaputto, mögt ihr was ich nicht mitgeteilt als nicht mitgeteilt, und was ich mitgeteilt als mitgeteilt halten.

"Was aber, Malunkyaputto, hab' ich nicht mitgeteilt?

* 'Ewig ist die Welt', Malunkyaputto, hab' ich nicht mitgeteilt,
* 'Zeitlich ist die Welt' hab' ich nicht mitgeteilt,
* 'Endlich ist die Welt' hab' ich nicht mitgeteilt,
* 'Unendlich ist die Welt' hab' ich nicht mitgeteilt,
* 'Leben und Leib ist ein und dasselbe' hab' ich nicht mitgeteilt,
* 'Anders ist das Leben und anders der Leib' hab' ich nicht mitgeteilt,
* 'Der Vollendete besteht nach dem Tode' hab' ich nicht mitgeteilt,
* 'Der Vollendete besteht nicht nach dem Tode' hab' ich nicht mitgeteilt,
* 'Der Vollendete besteht und besteht nicht nach dem Tode' hab' ich nicht mitgeteilt,
* 'Weder besteht noch besteht nicht der Vollendete nach dem Tode' hab' ich nicht mitgeteilt.

Und warum hab' ich das, Malunkyaputto, nicht mitgeteilt? Weil es, Malunkyaputto, nicht heilsam, nicht urasketentümlich ist, nicht zur Abkehr, nicht zur Wendung, nicht zur Auflösung, nicht zur Aufhebung, nicht zur Durchschauung, nicht zur Erwachung, nicht zur Erlöschung führt: darum hab' ich das nicht mitgeteilt.

"Was aber, Malunkyaputto, hab' ich mitgeteilt?

* 'Das ist das Leiden', Malunkyaputto, hab' ich mitgeteilt,
* 'Das ist die Leidensentwicklung' hab' ich mitgeteilt,
* 'Das ist die Leidensauflösung' hab' ich mitgeteilt,
* 'Das ist Leidensauflösung führende Pfad', hab' ich mitgeteilt.

Und warum hab' ich das, Malunkyaputto, mitgeteilt? Weil es, Malunkyaputto, heilsam, weil es urasketentümlich ist, weil es zur Abkehr, Wendung, Auflösung, Aufhebung, Durchschauung, Erwachung, zur Erlöschung führt: darum hab' ich das mitgeteilt.

"Darum also, Malunkyaputto, mögt ihr was ich nicht mitgeteilt als nicht mitgeteilt, und was ich mitgeteilt als mitgeteilt halten."

Also sprach der Erhabene. ""

Solche Spekulationen sind nicht beabsichtigt, da sie nicht zweckmässig sind.
Sicher gab es später Verfeinerungen der Philosophie, neue Konzepte, weitere Erklärungen, z.B bei Nagarjuna, der als zweiter Buddha gilt.
Aber auch hier sind diese Erklärungen nicht Zeitvertreib oder Philosophie ohne Zweck, sondern darauf ausgelegt dem Praktitzierenden den Weg, das Dhamma genauer zu erklären, von einfachen Einsichten bis zu verborgenen Wahrheiten, wie z.B. das Karma, das nicht unmittelbar nachvollzogen werden kann.

Ich will mit diesem kurzen Abriss zeigen, dass es dem Buddha eben um etwas ganz anderes ging als Mohammed, in dessen Lebensmittelpunkt und auch seiner Nachfolger, den Muslimen eben Allah steht, die Hingabe an Gott.

So möchte ich das erstmal stehenlassen.

Vergleiche wie Brahma sei Allah und der Buddha hätte gesagt usw, soetwas muss man äusserst vorsichtig angehen da man sich total verrennen kann.
Allah ist nicht Brahma, der "Schöpfergott" aus den indischen Religionen.
Die indische Göttervorstellung ist anders zu verstehen wie z.B die abrahamitische Göttervorstellung.

Das soll zunächst mal genügen, bis bald.
Gruß !

Zum Nachlesen hier noch die Sutta aus der meine Zitate stammen.
http://www.palikanon.com/majjhima/m063n.htm
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