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Hallo Ihr, vielleicht kann mir jemand einen Rat geben.
Ich bin nun seit fast 10 Jahren verheiratet. Als ich meinen Mann kennen lernte hatte er Schulden, Vorstrafen, war Arbeitslos, eine gescheiterte Ehe hinter sich. Ich habe Ihn trotzdem geheiratet und habe viel dafür aufgegeben, sehr viel ! Ich stand immer hinter Ihm und hab Ihm den Rücken gestärtkt, ich habe ihm geholfen seine Schulden zu bezahlen, ein geregeltes Leben zu führen, eine Firma aufzubauen usw.
Ich habe trotz Kind immer ganztags mitgearbeitet, habe einen guten Job, damit er seine Dinge regeln kann. Meine Eltern haben jeden Tag für uns mitgekocht damit wir abends war essen konnten, auch Sie haben Ihn behandelt wie einen Sohn.
Der Dank dafür war, daß er mich nächtelang alleine ließ, auch hoch schwanger. Daß er mich betrogen hat ( nicht nur einmal ), daß er mich runter gemacht hat, wo es nur ging usw.
Seit einigen Wochen wohnt nun seine Tochter aus 1. Ehe bei uns, obwohl ich anfangs zugegeben, dagegen war, das Mädchen ist 13 Jahre alt, habe ich mich bereit erklärt auch das mit Ihm durchzustehen und habe das Kind bei uns aufgenommen. Ich verstehe mich, trotz anfänglicher Skepsis sehr gut mit Ihr, Sie hat Vertrauen und ist ein liebes Kind, daß sich rührend um meine 5 Jährige leibliche Tochter kümmert.
Seit einigen Wochen jedoch behandelt mich mein Mann, ich kann es nicht ausdrücken, wie Dreck ! Was ich mache ist falsch, was ich sage ist falsch, er sagt, er würde an jeder Ecke eine Frau wie mich finden und noch schlimmere Dinge, er erniedrigt mich ständig uns systematisch. Ich habe Ihn nicht nur einmal gewarnt und gesagt ich trenne mich, wenn Du mich nicht mit Respekt und Liebe behandelst, ich kann das nicht aushalten. Er hat nur gelacht und gesagt: " mach doch " !
Ich bin also am Freitag, nachdem die Situation eskaliert ist ( er macht mich überall schlecht, Lügt in jeder Situation usw ) in meiner Verzweiflung zum Anwalt gegangen und habe sozusagen die Scheidung eigereicht. Der Anwalt hat mich darauf hingewiesen, daß mein Mann mir Trennungsunterhalt, sowie Kindesunterhalt zahlen muss. Darauf habe ich jedoch verzichtet und dies auch in diesem Schreiben deutlich gemacht. Ich weiß, dass es Ihm finanziell nicht gut geht und deshalb wollte ich ihn nicht noch mehr belasten. Im Gegenteil ich habe angeboten Ihm 5000 Euro zu zahlen für die Investitionen die er am Haus bzw. der Wohnung geleistet hat, obwohl mir auch hiervor der Anwalt abgereaten hat, da ich es nicht tun müsste.
Langer Rede kurzer Sinn, meine Absicht Ihn endlich wach zu rütteln ging nach hinten los, er wurde nur noch gemeiner, fühlte sich keiner Schuld bewusst und sagte ich hätte das von langer Hand aus geplant und wolle Ihm sein Leben kaputt machen. Zu seiner Tochter sagte er ich habe Sie einen Bastard genannt und lasse mich scheiden, weil Sie da wäre Die Firma die auf meinen Namen läuft habe ich mit Absicht nicht abgemeldet, weil ich Ihm nicht von heute auf morgen das Wasser abdrehen wollte, ich dachte vielleicht möchte er alles auf sich umschreiben etc, aber nein auch das wird mir so ausgelegt, als hätte ich etwas Hinterlistiges vor, ich muss heute alles abmelden und Ihm die Abmeldebestätigung zeigen, dabei habe ich Ihm noch nie und das schwöre ich etwas angetan, im Gegenteil !
Ich hatte gestern einen halben Nervenzusammenbruch und sagte zu Ihm sag mir nur warum Du mir das antust ? Ich musste schrecklich weinen und er sagte dann nur: " wenn ich diese Fresse Schon sehe ". Ich bin am Ende mit den Nerven, soll es das gewesen sein ?
Wo ist Gott, auf den ich immer vertraut habe, zu dem ich jeden abend gebetet habe, trotzdem mir schon schlimme Dinge wiederfahren sind ? Wo ist Gott, der uns sagt: " bittet so wird Euch gegeben, klopfet so wird Euch aufgetan "?
Mein Partner, den ich vor meinem Mann hatte ( meine große Liebe ) verstarb auf "grausame Weise" alleine, schon damals habe ich gezweifelt jedoch letzt endlich im Glauben kraft gefunden !
Mein 1. Kind wurde mir genommen, weil niemand zu mir stand und ich alleine war, ich wurde schwer krank danach und war alleine, die ganze Welt stützt sich nur auf mich, auf der Arbeit höre ich nur immer, toll gemacht, Sie machen das schon egal auch wenn ich dazu bis um 10 im Geschäft bin, das sieht niemand. Meine Eltern verlassen sich nur auf mich, bauen um und obwohl Sie erst sagen Sie bezahlen selbst, heißt es dann wir haben doch nicht so viel, ich darf jetzt nachschauen wie ich das alles mache und zu allem Übel ruft man mich dann noch an und sagt kannst Du mal druck machen mit dem Geld der Handwerker kommt nächste Woche Ich bin allein hab momentan sorgen ohne Ende aber irgendwie scheint das niemanden zu jucken, jeder will nur und es gibt keinen der für mich da ist.
Wo ist Gott, wo ist er . warum hört er meine Gebete nicht, warum hat er Sie noch nie gehört ?
Ich bin nicht Mutter Theresa ich habe wie jeder Mensch Fehler und mache auch welche, aber ich versuche immer so zu handeln, daß ich niemanden verletze, daß ich jeden morgen mein Gesicht im Spiegel sehen kann. Was habe ich schlimmes getan, daß ich mein ganzes Leben nur arbeiten darf, Sorgen habe, immer auf mich alleine gestellt bin, nie jemand für mich da ist . was habe ich getan ? Ich habe keine Lust mehr zu leben und wenn ich nicht für meine Tochter stark sein müßte, dann würde ich es auch beenden, aber meine Tochter braucht eine starke Mutter, vielleicht wird Sie mich zum Dank dann auch mal ins Altenheim abschieben . das wäre bei meinem Lebenslauf die einzige logische Möglichkeit .
Bitte sagt mir einer von Euch, wo ist Gott der mich beschützt ?
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Zunächst einmal brauchst Du dringend Hilfe von außen. Ich weiß nicht, was das Beste wäre: Beratungsstelle, Frauenhaus o.ä.
Schauen wir uns den Fall aber aus biblischer Sicht an, dann werden die Probleme sehr deutlich:
Du schilderst hier ganz klassisch, was passiert, wenn man das Doppelgebot der Liebe (Du sollst deinen Nächsten lieben WIE DICH SELBST) zum Einzelgebot macht, also nur den ersten Halbsatz beachtet. Sehr ausführlich sagst Du, wie sehr Du Deinen Mann liebst, dass Du alles für ihn tust, viel aufgibst und Opfer bringst. Mit den Eltern ist es genauso. Dazu plagen Dich offenbar Schuldgefühle wegen Deines ersten Mannes und des Todes Deiner Tochter. Das sind Probleme, die Du nicht alleine bewältigen kannst.
Wenn man aber den den Text genau liest, fragt man sich: Wo kommst DU als liebenswerter Mensch in diesem Text vor (...lieben wie dich selbst?). Ich lese von Dir als Opfer, als Frau, der einen problematischen Mann geheiratet hat, als betrogene Ehefrau, als Schwerstarbeiterin, als ausgebeutete Tochter... Bei genauer Überlegung merkt man auch, wie sehr Du Deinem Mann alle Probleme seines Lebens abnehmen möchtest, das heißt, ihn aus seiner Verantwortung für sein Leben entlässt und ihn damit ein Stück weit entmündigst. Darin kann auch ein Grund für sein aggressives Verhalten liegen (neben anderen Problemen, die er sicher hat).
Im Grunde genommen kann doch eine Beziehung nur durch Geben und Nehmen funktionieren. Wer immer nur gibt, powert sich vollständig aus. Eine Beziehung/Ehe erhält ihren Sinn nur dadurch, dass BEIDE etwas davon haben, das ist meine tiefe und feste Überzeugung. Selbst die katholische Kirche (der ich nicht angehöre) kennt Eheauflösungsgründe. Eine Beziehung, in der einer den anderen nur ausbeutet und fertigmacht, widerspricht dem biblischen Eheverständnis.
Ebenso verstehe ich das Gebot, die Eltern zu ehren, nicht so, dass sie tun dürfen, was sie wollen. Wenn ich die christliche Botschaft ernst nehme, muss ich als Vater oder Mutter meinen Kindern Achtung und Respekt entgegenbringen. Auch das darf keine einseitige Beziehung sein, das vierte Gebot ist kein Freibrief für Tyrannei und Gängelung.
Was heißt das: Ich muss stark sein für meine Tochter? Auch das klingt freudlos und bitter. Freust Du Dich gar nicht an ihr, ist sie kein liebenswertes Kind, erlebt Ihr nichts Schönes miteinander? Ich gehe mal davon aus, dass sie Dich mag und Dich nicht nur als "Managerin" braucht. Wie es später im Alter sein wird, weiß niemand von uns. Mein Vater ist auch im Seniorenheim, aber wir kümmern uns um ihn, und es gefällt ihm dort(!).
Eine Beratung müsste darauf abzielen, Deine liebenswerten Seiten zu entdecken und Dir Mut zu machen, Deinem Mann als adäquate Partnerin zu begegnen. Das kann dazu führen, dass es zur Scheidung kommt. Ebenso müsste das Verhältnis zu Deinen Eltern geklärt werden. Erst dann kann sich die Situation entspannen, und Du wirst wieder Freude am Leben haben (mit dem üblichen Auf und Ab, aber das gibt es bei jedem).
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Liebe Helena,
erst mal will ich dir sagen, dass ich mit dir fühle. Die ganze Lage aber jetzt zu beurteilen und dir einen wirklich hilfreichen Rat zu geben ist schwierieg, da ich weder dich noch die anderen Personen kenne und einschätzen kann.
Was ich aber sagen kann ist, dass du viel zu gutmütig bist (und das weißt du sicher auch selbst). Du hast dann letztendlich zwar die Trennung durchgezogen, aber nicht wirklich konsequent. Du hast den anderen immer noch eine Türe aufgelassen, warscheinlich ja auch in der Hoffnung, das alles wieder gut wird. Wird es aber nicht. Du musst endlich dein Leben leben, nicht das der anderen. Vielleicht hat dir Gott da nicht daran vorbeigeholfen, damit du endlich merkst, dass du etwas ändern musst. Er wird dir dann aber sicher hindurch helfen, wenn du erst einmal deine Entscheidung getroffen hast und sie auch konsequent durchziehst.
Mir wurde einmal gesagt, es gehören immer 2 dazu: einer der macht und einer der machen lässt. Beide tragen den gleichen Anteil. Wenn du das nicht mehr willst, dann handele! Das klingt jetzt vielleicht hart - aber es wirkt. Weißt du, jetzt nehmen dich die anderen nicht wirklich ernst, einfach weil sie wissen, dass du nicht wirklich hinter deiner Entscheidung stehst. (Ich kenne das) . Sei auch mal "egoistisch" und mache nur das, was du willst. Baue dein Leben neu auf und nehme notfalls auch therapeutische Hilfe an, wenn du merkst du kannst das nicht alleine.
Das ist leider alles, was ich dir raten kann. Handeln musst du letztendlich aber immer selbst. Und Gott wird dir dann sicher auch durch die schwere zeit hindurch helfen.
LG
Kiki
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Natürlich fällt auch mir zuerst ein: Frauenhaus, Beratungsstelle, Lernen von Selbstwertschätzung. Klar.
Aber ich war auch mal in der Situation, die Helena schildert, jede war schon dort. Da geht es einem verdammt dreckig. Da fühlt man sich als Opfer und als Opfer geht es einem niemals gut.
Helena, Du bist jetzt unten, ganz unten (Aus der Tiefe rufe ich zu Dir, o Herr!), aber trotzdem bist du Helena! Und Du wirst wieder hoch kommen, immer kommt nach der Nacht der Tag, nach dem Winter der Sommer, auch wenn man das nicht glauben kann. Auch Du wirst es schaffen, auf Deinem eigenen Weg: vielleicht Beratungsstelle, vielleicht Frauenhaus? Vielleicht eine gute Freundin?
Mir geht es jetzt gut, ich bin zufrieden mit meinem Leben, ich bin glücklich. Aber ohne die Krisen meines Lebens - eine davon war ein untreuer Ehemann - wäre ich nicht das, was ich heute bin. Wir alle wachsen durch unsere Krisen. Irgendwann einmal wirst auch Du sagen können: es war eine schreckliche Zeit, aber ohne diese Zeit wäre ich nicht weitergegangen in meiner Entwicklung. Tu was! Melde Dich an bei der Beratungsstelle, beim Frauenhaus, treffe Dich mit Deiner Freundin. Tu was, Du schaffst es!
Inanna
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