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Ihr wart so lieb mir bei zu stehen












Viele von Euch haben ja mitbekommen, dass es mir zur Zeit nicht so gut geht weil ich meinen geliebten Opi verloren habe. Ihr wart so lieb mir bei zu stehen und mir meine unzähligen Fragen zu beantworten. Deshalb möchte ich Euch, durch den Anstups einer lieben Person hier, an meinem Erlebniss teilhaben lassen:



Es war in der Nacht von Samstag zu Sonntag. Ich saß auf dem Sofa, das Laptop mit den wenigen Fotos von Opi und mir auf dem Schoß. Ich war total versunken in ein Bild von Weihnachten, wo ich dicht an meinen Opi gekuschelt bin und wir total glücklich aussehen. Habe mich die ganzen Sachen gefragt und Sehnsucht verspürt. Dann hat es am Fenster geklopft, ich glaube zwei dreimal. Ich bin gleich auf gesprungen und hatte ein voll schönes warmes Gefühl. Dann habe ich gesehen, dass am Fenster so ein Nachtfalter saß (die die immer da sind wenn es dunkel ist und drin Licht schein, die dann immer um die Lampen schwirren), ich wollte es unbedingt aufmachen, das habe ich getan. Der kleine Falter ist dann um mich rumgeflogen, um meinen ganzen Körper und danach zur Lampe. Dann kam das Verhalten, welches so anders war. Er saß auf dem Boden, ich habe mich ganz langsam dazu gesetzt und wollte meine Hand hin strecken. Darauf ist er noch mal kurz weg geflogen und hat sich ein paar cm dahinter in den Schatten gesetzt. Ich habe dann mit ihm geredet (ja das hört sich jetzt bestimmt ziemlich dumm an, aber es war diese Stimmung da, sonst hätte ich das niemals getan), ganz leise habe ich gesagt: Du kleiner Falter, du brauchst doch keine Angst haben, ich tue dir nichts. Was machen wir denn jetzt mit dir, ich möchte dich unmöglich hier drin lassen, wo du dann sterben musst. Dann habe ich meine Hand so halb um ihn gelegt und er blieb sitzen. Ich wollte ihm nicht wehtun und deshalb hab ich ihn ganz sanft auf ein Blatt Papier geschoben um ihn damit wieder zum Fenster zu bringen. Er blieb so brav drauf sitzen. Dann habe ich das Fenster geöffnet und das große Blatt Papier in die Mitte zwischen dem Fensterbrett innen/außen gelegt. Er flog aber nicht weg, darauf hin habe ich mich dazu gekniet und weiter mit ihm geredet, ganz leise. Ich hatte einfach das Gefühl, es tun zu müssen. Ich hätte ihn nicht einfach von dem Papier schubsen wollen. So blieb ich dort und redete und weinte und redete und weinte. Ich habe soviel gesagt, alles was ich fühlte. Wie lieb ich meinen Opi habe, wie er mir jetzt schon fehlt, dass ich Angst habe ihm geht es vielleicht nicht gut, dass ich dauernd an ihn denke, er mich nicht verlassen soll, nach mir schauen soll, dass ich mich freue wenn ich ihn wieder sehen kann etc. Ich habe nicht geglaubt, dass der Falter mein Opi ist, aber ich hatte das Gefühl, mein Opi hat ihn mir geschickt um mir zu zeigen: Bienchen (mein Spitzname, wie mich meine liebsten Menschen nennen) du bist nicht alleine, ich bin da wenn ihr mich braucht. Ich habe zwischendurch auch gedacht, jetzt spinn ich wohl total sitze hier und rede mit einem Falter, vielleicht fliegt er nur nicht weg, weil er tot ist oder so. Dann habe ich ihm ganz sanft mit meinem Finger über seine Flügel gestrichen und er klappte sie aus Reflex zusammen, er flog aber nicht weg. Er hat sich danach noch länger von mir streicheln lassen. Ich weiß nicht ob ich mich da irre, aber solch einen Falter habe ich mal noch nicht erlebt. Ich bin dann trotzdem weg vom Fenster, meine Knien taten mir weh und ich musste unbedingt auf das Wc. Ich habe ihn gebeten, doch jetzt weg zu fliegen, weil ich nicht mehr wusste was ich machen sollte, ihn gebeten zu Omi zu gehen. Die ihn jetzt sicher noch mehr braucht. ich bin dann ins Bad gegangen und dann ist mir das nächste passiert. Ich weiß nicht ob das Müdigkeit war, oder was auch immer es war. Mir ging durch den Kopf, was grad geschehen war und dann kam die Verzweiflung und ich musste wieder sehr weinen. Dann habe ich zum lieben Gott geredet und mich von Herzen bedankt, dass er meinem Opi diese Möglichkeit gegeben hat. Mich bedankt, für ihn gebetet und gebittet, dass er mir irgendwie die Möglichkeit geben soll mit meinem Opi in "Verbindung" zu bleiben. Ich brauch ihn doch so. Ich habe gefleht, er soll mich nicht alleine lassen. Doch bitte ab und zu nach mir schauen, ich brauche ihn doch, ihn und seine Liebe. Und dann ist was Komisches mit meinem Körper passiert. Ich hatte meine Augen geschlossen, während ich zu Gott und zu meinem Opi redete und dann kam ein Gefühl über mich. Ich versuche es zu beschreiben, aber das fällt mir jetzt wirklich sehr schwer. Es war als wäre mein Körper total schwer, schwer wie Blei mein Körper war so schwer aber ICH habe mich leicht gefühlt, total leicht als wenn ich fast schweben würde. Ich hatte ein Gefühl, als zieht mich etwas nach hinten, aber nicht meinen Körper, weil der sich nicht bewegte. Dann habe ich plötzlich Angst bekommen und ich habe meine Augen aufgerissen, mein Herz hat gepocht wie wild. Mir war total komisch gewesen. Solch einen Zustand hatte ich noch nie, das war ein mir nicht bekanntest Gefühl. Als ich zurück kam saß mein Falter noch immer da, ich habe ihn dann mit rüber ins andere Zimmer genommen, weil ich schlafen gehen wollte. Dort habe ich die Balkontür aufgemacht und das Blatt Papier mit dem Falter dort raus gelegt. Ich bin meine Erkenntnis noch einmal durchgegangen und als ich wieder zur Tür schaute, war der Falter weg. Ich habe mich dann auf dem Bett sitzend noch einmal von ganzem Herzen für das alles bedankt, dann war ein kühler leicht prickelnder Wind an meinen Händen und ich glaube auch an meinem Gesicht, ich musste lächeln und mit diesem lächeln bin ich dann auch eingeschlafen. Und seit diesem Zeitpunkt, habe ich kein einziges Mal mehr weinen müssen, mir geht es viel besser. natürlich nicht super gut, aber wirklich wirklich besser.
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