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Rubaijat von Omar Chajjam Rubai 25 - 26 - 27
Was ist Reichtum, deine innerliche G'ttlichkeit, dort wo der Tempel G'ttes auf dich wartet.
Wie süß scheint weltliche Macht, denken einige. Andere die daran Zweifeln, Bedeutung in der Gegenwart zu erlangen, suchen das Glück in einer verschwommenen Zukunft - vielleicht im Paradies. Wie wenige verstehen, daß die Umstände ihnen niemals das geben werden was sie sich ersehnen, sei es auf der Erde oder in den astralen Himmeln. Denn Glückseeligkeit existiert nicht dort, wo sie meinen - außerhalb ihrer selbst.
Hänge nicht an äußerer Erfüllung: Sie ist flüchtig. Was die Natur dir mit der Rechten Hand gibt, entreisst sie dir mit der Linken. Weltliche Schätze können niemals dein sein; denn sie sind nicht du. Die Schätze der Seele hingegen wurden im Beginn der Ewigkeit in der Tiefen deines eigenen Selbst gestaltet. Immerwahrende Macht und Glückseeligkeit existieren bereits in deinen Innersten. Oh Suchender! Vertreibe die irdischen Begierden aus deiner Brust; ihre Erfüllungen sind dir nur gelihen. Erhebe Anspruch auf das, was rechtmäßig auf ewig dein ist. Ach, welche Freude erwartet dich im Trommelschlag der Unendlichkeit - scheinbar fern, doch niemals weiter entfernt als deine innere Kraft zu hören.
Warum wurden all die Heiligen und Weisen,
Die so gelehrt von beiden Welten sprachen,
wie törichte Propheten fortgestoßen; Ihre Worte
in Geringschätzung zerstreut, ihre Münder zugestopft mit Staub.
Oh. komm mit dem alten Chaijam und laß die Weisen reden;
Eines ist sicher - das Leben fliegt dahin;
Eines ist sicher und der Rest ist nur Lüge;
Die Blume, die einst blühte, stirbt für immer.
In meiner Jugend hab ich eifrig aufgesucht,
Die Weisen und Doktoren; habe viel gehört an Argumenten
Darüber und darob - doch immerfort kam ich
Zur selben Tür hinaus, wo ich hereingegangen.
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Du steckst Deine Schmerzen,
Deine Qualen, Deinen Ekel,
deine Erinnerungen
erschrocken in einen Karton
und schnürst ihn fest zu,
ganz fest,
damit nichts mehr darin
atmen kann und Du hoffst,
dass alles erstickt.
Doch wann wirst Du merken,
dass in dem Karton
eine Zeitbombe tickt?
(Dagmar Minor)
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Wer Frieden sucht,
wird den andern suchen,
wird Zuhören lernen,
wird das Vergeben üben,
wird das Verdammen aufgeben,
wird vorgefasste Meinungen zurücklassen,
wird das Wagnis eingehen,
wird an die Änderung des Menschen glauben,
wird Hoffnung wecken,
wird dem andern entgegengehen,
wird zu seiner eigenen Schuld stehen,
wird geduldig dranbleiben,
wird selber vom Frieden Gottes leben –
Suchen wir Frieden?
Shalom Ben Chorin
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Hier ein schönes Gedicht von Peter Härtling:
Wenn jeder eine Blume pflanzte,
jeder Mensch auf dieser Welt,
und, anstatt zu schießen, tanzte
und mit Lächeln zahlte, statt mit Geld -
wenn ein jeder einen andern wärmte,
keiner mehr von seiner Stärke schwärmte,
keiner mehr den andern schlüge,
keiner sich verstrickte in der Lüge -
wenn die Alten wie die Kinder würden,
sie sich teilten in den Bürden,
wenn dieses Wenn sich leben ließ,
wär's noch lang kein Paradies -
bloß die Menschenzeit hätt angefangen,
die in Streit und Krieg uns beinah ist vergangen.
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Wache über deine Gedanken, oder sie werden deine Worte;
wache über deine Worte, oder sie werden deine Taten:
wache über deine Taten, oder sie werden deine Gewohnheiten;
wache über deine Gewohnheiten, oder sie werden dein Charakter;
wache über deinen Charakter, oder er wird dein Schicksal!
Ich erinnere mich, dass ich als Kind sehr religiös war: Ich stand in der Nacht auf, verrichtete meine Andachten pünktlich und war abstinent. Eines Nachts saß ich da, mein Vater war gegenwärtig, und ich hatte die ganze Zeit über meine Augen nicht geschlossen und hielt den Koran fest umschlungen, während viele Menschen um uns herum schliefen. Ich sagte zu meinem Vater: “Nicht einer von ihnen erhebt sich, um seinen Kniefall zu verrichten, denn sie schlafen alle so fest, dass man sagen könnte, sie wären tot.”
Er antwortete: “Beim Leben deines Vaters, es wäre besser, auch du würdest schlafen, anstatt die Fehler der Menschheit zu suchen. Der Angeber sieht nur sich selbst und hat einen Schleier der Täuschung vor seinen Augen. Wäre er mit einem Auge versehen, das Gott schaut, könnte er keinen Menschen entdecken, der schwächer ist als er selbst.”
- Sadi -
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