Traum und Wirklichkeit


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Einst träumte Dschuang Dschou, daß er ein Schmetterling sei, ein flatternder Schmetterling, der sich wohl und glücklich fühlte und nichts wußte von Dschuang Dschou. Plötzlich wachte er auf: da war er wieder wirklich und wahrhaftig Dschuang Dschou. Nun weiß ich nicht, ob Dschuang Dschou geträumt hat, daß er ein Schmetterling sei, oder ob der Schmetterling geträumt hat, daß er Dschuang Dschou sei, obwohl doch zwischen Dschuang Dschou und dem Schmetterling sicher ein Unterschied ist. So ist es mit der Wandlung der Dinge.

[aus Dschuang Dsi: Das wahre Buch vom südlichen Blütenland]

Heute hatte ich einen seltsamen Traum:
Ich kam in die Küche und stand unvermutet in einem völlig kahlen Raum - nackte Wände, kein einziger Einrichtungsgegenstand... Mein erster Gedanke: 'Das gibt's nicht wirklich - das muß ein Traum sein.' Ich hörte draußen im Treppenhaus Männer vorbeigehen, die offensichtlich schwere Gegenstände trugen, schaute bei der Wohnungstür hinaus, sah jedoch niemand, stellte dabei aber fest: 'Das ist ein Traum - das Treppenhaus hat ein Fenster, ich sehe aber eine fensterlose Wand.' Trotzdem träumte ich unbeirrt weiter, ging zurück in die Wohnung und diskutierte den Fall mit meinen Kindern (die nicht bei mir wohnen) und mit meiner (längst verstorbenen) Großmutter...

Ich erinnere meine Träume nur sehr selten - dann sind es aber meist 'Schlüsselträume', die über meine eigene Befindlichkeit etwas aussagen; allgemein gültigen Zuordnungen gegenüber - "Wenn man dies träumt, bedeutet es jenes; träumt man von Sch... dann ist das ein Symbol für 'Geld'" - bin ich eher skeptisch.


() Wu
hihi

ich kenne das auch man träumt und weiß es ist ein traum weil manche sachen da nicht in ordnung sind und trotzdem geht der traum weiter. vor allem träume am nachmittag bei einem kleinen powernap da träumz man man sehr verwirrende sachen.

hihi
Hallo Wu,

Um diesen Traum richtig zu deuten, müssen die nicht erwähnten Zustände deines Fühlens mit hinzugenommen werden. Warst du glücklich, daß in der Küche alles leer ist, kam es die wie "Leere" vor, war es "völlig neutral"? Das alles mach die entscheidenen Unterschiede aus.
Auf jeden Fall symbolisiert das Haus dein ich, und da ist einiges "im Gange", würde ich mal sagen, was du (noch) gar nicht so richtig wahrnimmst, außer in seinen Auswirkungen. Die Männer, die die schweren Gegenstände wegschleppen, aber du siehst sie nicht....
Will sagen in deinem Ich machen sich dir unbekannte Kräfte "ans Werk", und dieser Sache solltes du auf den Grund gehen. Deshalb diskutierst du "die Problematik" mit deinen Kindern, das sind deine neuen Gedanken, Projekte, die unter deiner Fürsorge heranwachsen. Also betrachtest du zum Beispiel die Veränderungen in dir im Lichte des Geistes auf eine bestimmte Weise, und diese Betrachtungsweise ist "dein Kind". Es ist etwas "eigenes".
Die Großmutter ist die Prägung der Großmutter in dir, du disktutierst es mit diesem Teil von dir.
Die Fensterlose Wand im Treppenhaus die eigentlich Fenster hat kann nun bedeuten, daß du aus diesem "Fenster" nichts "sehenswertes" siehst, und es deshal im inneren gleich ganz zumachst.
Der Traum kann aber auch "Seelenanalytisch" sein, Deine Seele spielt dann durch "was wäre wenn.....", und "abstrahiert" von der "gewohnten" Umgebung.

Alles Liebe von Yojo.
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)
Hallo Ursula,

-- träumt man das man träumt oder weiß man daß man träumt?

Alles Liebe von Yojo
R. Steiner schreibt im "Traum-Bewußtsein":
Zitat:
Der dritte Zustand des Menschen ist der traumlose Schlafzustand, wo nichts in der Seele aufsteigt, wo der Mensch bewußtlos schläft. Wenn nun durch die innere Entwickelung der Mensch beginnt, die höheren Welten wahrzunehmen, so kündigt sich das zuerst in seinem Traumzustand an, und zwar dadurch, daß die Träume regelmäßiger werden und sinnvoller sind als vorher. Vor allen Dingen gewinnt der Mensch Erkenntnisse durch seine Träume; er muß nur recht auf sie achtgeben.

http://wiki.anthroposophie.net/Traum-Bewusstsein

Manche Träume sind so sehr lebendig, daß man sie über Jahre wie eine Art Film in Erinnerung hat.

Andere Träume vergißt man schnell und andere Träume kündigen den Tod und andere Dinge an.

Zitat:
Eine besondere Form des Traums ist der sog. Klartraum, bei dem sich der Träumende bewusst ist, dass er träumt.

Der Traum ist ein Symboliker, der, veranlasst durch äußere Vorgänge, etwa das Krähen eines Hahnes am Morgen, oder innere unregelmäßige Zustände, etwa Zahnschmerzen, lange bildhafte dramatische innere Erlebnisse hervorruft


Zitat:
Nun begreifen Sie, warum in allen Religionsbüchern fast durchweg in Bildern gesprochen wird. Da wird die Weisheit zum Beispiel Licht genannt. Der Grund dafür ist, daß dem okkult Entwickelten die Weisheit des Menschen und der anderen Wesen immer als ein astrales Licht erscheint. Leidenschaften erscheinen als Feuer. Die religiösen Urkunden teilen Dinge mit, die sich nicht nur auf dem physischen Plan abspielen, sondern auch Geschehnisse auf höheren Planen. Diese Urkunden rühren sämtlich von Hellsehern her und beziehen sich auf höhere Welten; deshalb müssen sie zu uns in Bildern sprechen. Alles, was aus der Akasha-Chronik erzählt worden ist, wurde deshalb auch in solchen Bildern dargestellt.


Zitat:
Das ist das devachanische Tönen und Sprechen, die Sphärenmusik.


Es gab Jahre, da hatte ich mehr gehört. Ich saß im Bus und im Ohr hatte ich ein Trauerkonzert, so laut, daß ich dachte, alle anderen Mitfahrenden müßten es auch hören.

Kurze Zeit später starb meine Großmama - ich hatte einen Trauermarsch gehört.
Zitat:

In unsere Träume spielen oft die Inspirationen der Angeloi hinein, die ihrerseits wieder von den höheren Hierarchien inspiriert werden. Vielfach spiegelt sich im Traum unser im Gefühlsleben wurzelndes Verhältnis zu den Toten wider. Fragen, die wir vor dem Einschlafen an die Toten richten, drücken sich oft bildhaft in den Träumen aus.


Wir müssen einfach lernen, die Bilder zu deuten, uns die Symbole übersetzen.

http://www.info3.de/c5-style/index......reich-mit-rudolf-steiner/
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Wäre ja interessant, was deine Traumgroßmutter so im Klartraum erzählt