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Ersteinmal möchte ich mich kurz vorstellen: Ich bin die Mira, 23 Jahre alt und wohne seit 5 Jahren im Allgäu. Aufgewachsen bin ich ohne jeglichen Glauben, bin aber seit ein paar Jahren auf der "Suche" und mir inzwischen sehr sicher das es noch mehr gibt, als unser Leben hier. Zumindest hoffe ich es sehr!
Ich bin heute über Google zu Euch gekommen, auf der Suche nach einer Antwort auf die Frage ob es ein Leben nach dem Tod gibt.
Gestern Morgen, noch eher in der Nacht ist mein geliebter Opi gestorben ich kann es nicht wirklich glauben. Ich befürchte dieser Beitrag wird etwas länger werden, hoffe aber sehr, dass der ein oder andere ihn trotzdem liest!
Mein Opi und ich, wir waren immer ein ganz besonderes Team , ich kann eigentlich kaum in Worte fassen wie es war. Eine so innige und tiefe Liebe und Verbundenheit, auch ganz ohne Worte. Sie war schon immer da. Meine Mama meint es kommt evtl. daher, weil wir mein erstes Lebensjahr noch bei meinen Großeltern gewohnt haben. Ich weiß nicht was mich zu seinem "Lieblingsenkelkind" gemacht hat, aber da war einfach etwas da. Vom Kindesalter bis zum letzten Mal vor einem Monat wo ich ihn sah, war es immer gleich. Meinem Opi standen immer die Tränen in den Augen, wenn ich wieder gegangen bin. Wir haben uns grad in letzter Zeit immer SO fest gedrückt und umarmt und gekuschelt und ich habe ihm noch alles gesagt was ich ihm sagen wollte. Meine Großeltern hatten vor genau einem Monat Goldene Hochzeit, für diesen Anlass hatte ich eine Rede geschrieben und über meine Erinnerungen mit Ihnen erzählt. Und Ihnen gesagt wie sehr ich für alles Dankbar bin und wie wichtig sie mir beide sind. Meine Omi liebe ich auch, natürlich auch wahnsinnig doll, aber bei meinem Opi. da war es einfach was Besonderes. Ich hatte das Gefühl, das mit der Rede wäre sehr wichtig, weil ich die letzten Monate immer Angst hatte, es könnte vielleicht eines Tages zu spät sein all das zu sagen. Ich war mir immer dessen bewusst, dass dieser Tag einmal kommen wird, aber das er so schnell kommt hätte ich niemals gedacht Ich bin unendlich traurig und so viele Fragen schwirren durch meinen Kopf. Mein Opi war übrigens nicht krank, es war ein absoluter Schock, niemand hat damit gerechnet. Mein Opi hatte Schmerzen im Brustkorb am Donnerstag Abend und war Nachts um drei Uhr nochmal wach, meine Omi ist ihm hinter her, er meinte es würde ihm schon viel besser gehen, er müsste nur schnell auf die Toilette, meine Omi soll sich keine Sorgen machen, sich hinlegen und schlafen. Dann hat er sie gedrückt und ihr einen Kuss gegeben (was auch nicht so üblich war), Omi hat ihn am Morgen um kurz nach sieben in seinem Lieblingssessel sitzend, zugedeckt mit einem ganz friedlichem Gesichtsausdruck gefunden. Er ist einfach eingeschlafen , er war doch erst 76 ich dachte immer 10 Jahre haben wir bestimmt noch, ich kann nicht glauben das er nicht mehr da ist *cry* mich nicht mehr in den Arm nehmen wird, ich ihn nie mehr lächeln sehe und er hat immer so lieb und verschmitzt gelächelt. Mein Opilein, ich erwarte dass er da ist wenn ich das nächste Mal nach Hause fahre, er mir wie immer die Tür öffnet und seine Augen mich mit einem glitzern anlächeln. Opi ich hab doch immer davon geträumt, dass du mich einmal zum Traualtar fürst *wiestolzwärstdugewesen*, ich wollte dir ein urenkelchen schenken, Kinder entlocken dir doch so ein strahlen, es sollte auch deine Liebe spüren. Opi wo bist du? Bist du noch da? Hier irgendwo? Aber warum merke ich dann nichts? Ich bin so unglücklich.
Wisst ihr, ich wohne ja seit 5 Jahren weit weg von daheim (700km), die Verbindung zwischen uns hat dadurch aber nie einen Abbruch erlitten, die Innigkeit war bei jedem besuch dieselbe. Ich habe Angst heim zu gehen, ich weiß, dass er dann nicht da sein wird. Ich weiß es aber glaube es nicht. Ich möchte meinen Opi nicht verlieren, kann an nichts anderes mehr denken. Geht es ihm gut? Bitte sagt mir wo er jetzt ist? Ich bete für ihn, dass es ihm gut geht und der liebe Gott ihn zu sich nimmt, in seine Nähe. Das Opi glücklich ist, wenn er dort ankommt. Mir hat mal jemand gesagt, dass wer zu Lebzeiten nicht zu Gott gefunden hat, auch nicht in den Himmel kommt. Das hat mir so weh getan und ich habe Angst. Mein Opi war der liebste Mensch, den man sich vorstellen kann. Niemanden hat er je was zu Leide getan, es kann doch nicht sein, dass er bestraft wird nur weil er den Weg zu Gott nicht in seinem Leben finden konnte. Muss er das jetzt wirklich büßen? Jemand anders hat mir gesagt, Gott ist barmherzig und wenn man stirbt muss man zwar seine Sünden büßen, aber bekommt trotzdem noch die Möglichkeit sich Gott zu zuwenden. Was ist nun wahr? Und warum sagt jeder was anderes. Fragen über Fragen und ich würde sogern einfach ganz aufrichtig daran glauben können, glauben und nicht nur hoffen. Ich muss das alles erst einmal begreifen Danke an jeder der sich die Zeit nimmt, meinen Text zu lesen, Mira
*Ich hab dich so lieb Opi so so sehr,bitte verlass mich nicht *
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Liebe Mira,
zuerst einmal möchte ich Dir sagen, wie leid es mir für dich tut, dass Du einen so geliebten Menschen verloren hast. Aber ich glaube nicht, dass er wirklich für dich verloren ist. Er hat doch seine Spuren hinterlassen - lebt in Deinem Herzen weiter. Dazu einen kurzen Text von Phil Bosmans:
In deinem Herzen leben Menschen, die da zu Hause sind und die da wohnen bleiben, selbst wenn sie gestorben sind. Wer die Freundschaft verweigert, wohnt in einem Land ohne Blumen.
Dein Opi ist also in Deinem Herzen zu Hause, hat dort heimat gefunden. Das ist und bleibt so, auch wenn er nicht mehr körperlich da ist. Er ist Dir ganz nah, so lange Du ihn nicht vergisst.
Freue Dich für ihn, dass er so einen schönen Tod hatte, ohne lange Krankheit. Natürlich empfindet man es als "Zurückgebliebener" immer schwer, egal wann der Tod eines geliebten Menschen eintritt. Freue Dich auch, dass Du ihm auch nochmal Deine ganze Dankbarkeit ausdrücken konntest, so lange er am Leben war. Viele haben diesen Zeitpunkt schon versäumt und sich darüber gegrämt. Man sollte jeden Tag an die Möglichkeit denken, dass man jemanden nicht wiedersehen könnte, egal wie alt jemand ist. Deshalb sollte man sich immer in Liebe begegnen und nie im Streit auseinandergehen. Ich denke auch, es ist kein Zufall, dass Du ganz bewusst noch einmal gedankt hast, das Unterbewusstsein, das Gefühl, weiß viel mehr als der Verstand .
Ich denke auch, dass Du dir keine Sorgen machen musst, wo Dein Opa jetzt ist. Du schreibst ja er war ein lieber Mensch. Wer anderen mit Freundlichkeit, Respekt und Liebe begegnet, kann kein schlechter Mensch sein. Gott ist die Liebe und wenn Dein Opi Liebe verbreitet hat, war er schon dadurch Gott ganz nah. Vielleicht näher, als manche anderen .
Liebe Grüße
Kiki
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Liebe Kiki,
vielen Dank für deine Antwort. Ich weiß, dass du Recht hast. Bin ja selber auch sehr froh darüber, dass er nicht leiden musste und dass ich noch die Möglichkeit hatte, alles auszusprechen was mir auf dem Herzen brannte. Bloß hilft mir das im Moment nicht weiter, ich bin so verzweifelt, es hat sich ein so unendlich großes Loch aufgetan. Es war zu früh macht mich einfach so traurig, ich weiß es wird sicher leichter werden, aber im Moment kann ich es noch nicht einmal glauben.
Danke, Mira
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Hallo Mira,
Ich weiß leider aus eigener Erfahrung, wie sehr der Verlust schmerzt, aber das geht vorbei, auch wenn du dir das jetzt vielleicht noch nicht vorstellen kannst.
> Ich möchte meinen Opi nicht verlieren, kann an nichts anderes
> mehr denken. Geht es ihm gut? Bitte sagt mir wo er jetzt ist?
Wo er genau ist, kann ich dir leider nicht sagen, dazu fehlt mir der Bezug zu ihm, aber da ich die Möglichkeiten kenne, bin ich mir sehr sicher, daß es ihm gut geht.
> Ich bete für ihn, dass es ihm gut geht und der liebe Gott ihn
> zu sich nimmt, in seine Nähe. Das Opi glücklich ist, wenn er
> dort ankommt. Mir hat mal jemand gesagt, dass wer zu Lebzeiten
> nicht zu Gott gefunden hat, auch nicht in den Himmel kommt.
> Das hat mir so weh getan und ich habe Angst.
Du brauchst keine Angst zu haben. Ich weiß nicht, wer dir diesen Unsinn erzählt hat, aber er ist falsch. Himmel und Hölle sind Erfindungen der Kirche und existieren genausowenig wie ein Gericht, das entscheidet ob jemand in den Himmel kommt oder nicht. Es gibt ein Leben nach dem Tod und das erreichen wir zwangsläufig alle, das geht gar nicht anders. Unser irdisches Leben ist im Grunde so etwas wie ein Kinobesuch und nach dem Film verlassen wir das Kino eben und treffen und draußen wieder.
> Niemanden hat er je was zu Leide getan, es kann doch nicht sein,
> dass er bestraft wird nur weil er den Weg zu Gott nicht in
> seinem Leben finden konnte. Muss er das jetzt wirklich büßen?
Es gibt weder Sünde noch Bestrafung. Auch das sind Erfindungen der Kirche mit dem Zweck Macht über die Gläubigen ausüben zu können. Wir gehen in die phyische Existenz, um Erfahrungen zu sammeln und uns weiter zu entwickeln. Die Erfahrungen können gut oder schlecht sein, aber es sind immer Erfahrungen, die uns weiterbringen. Niemand bestraft uns dafür, bestenfalls wir selbst. Es gibt nach dem Tod einen Rückblick auf das Leben, aber der dient nur dazu, daß wir selbst bewerten können, ob wir unsere Ziele erreicht haben, die wir uns für das gerade abgelaufene Leben vorgenommen hatten.
> Jemand anders hat mir gesagt, Gott ist barmherzig und
> wenn man stirbt muss man zwar seine Sünden büßen,
> aber bekommt trotzdem noch die Möglichkeit sich Gott
> zu zuwenden. Was ist nun wahr?
Nichts davon. Gott existiert, aber er ist mit Sicherheit nicht das, was du über ihn gelernt hast. Er ist auch nicht barmherzig, denn das setzt wieder voraus, daß es so etwas wie Sünde gäbe. Was Gott genau ist, kann man schlecht beschreiben, aber wir sind alle Teile davon und am ehesten paßt wohl die Aussage, daß er reine, bedingungslose Liebe ist. Und wo diese Liebe ist, kann es keine Sünden, keine Hölle, keine Bestrafung geben.
Niemand muß nach dem Tod für irgendwelche Sünden büßen, einfach weil es keine Sünden und keinen Richter gibt. Der Gedanke ist genauso absurd, als wolltest du nach dem Kinobesuch deine Freundin dafür büßen lassen, daß sie an einer bestimmten Stelle des Films nicht gelacht hat.
> Und warum sagt jeder was anderes.
Weil es keiner genau weiß und jeder etwas vermutet. Ich sage ja auch etwas anderes - vermutlich so anders, daß du es möglicherweise gar nicht akzeptieren kannst. Ich bin in der glücklichen Lage, ein wenig mehr zu wissen - ich habe meinen Vater nach seinem Tod einige Zeit lang begleiten dürfen und kenne die andere Seite daher ein ganz klein wenig.
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Hallo Joan,
die Suche nach der ewigen Frage.es sind schon so ca. drei Jahre das ich mich mit dem Thema Tod und danach, etwas intensiver auseinander setze. Bis jetzt bin ich zu keinem wirklich hundertprozentigem Ergebniss oder einer Erklärung gekommen, bei der ich mich auch aufgehoben fühle. Ich weiß nur ich will und werde nicht der Kirche beitreten, ich weiß nicht aber ich fühle in mir, dass das nicht notwendig ist. Ich spüre ganz stark, dass es da draussen noch etwas gibt. Jemanden der mir oft Kraft gibt und mir schon geholfen hat, wenn ich dafür gebetet habe und nur daran geglaubt habe! Ich kann das so schwer in Worten beschreiben, für mich ist genau das "gott", wie würdest du es denn nennen? Und wenn du sagst wir kommen da alle hin, wo ist da und in welcher Form existieren wir dort alle? Gibt es kein gut und böse mehr und die Menschen die zu Lebzeiten gemordet haben, führen dann das selbe glückliche dasein wie die jenigen welche immer gute Menschen waren? Ich möchte nicht sagen, dass ich nicht akzeptieren kann, was du vermutest. Ich würde eher sagen, ich möchte gern mehr erfahren darüber.Seit einiger Zeit bin ich so voll Wissensdurst, das kann ich auch kaum erklären.
Ich würde mich freuen, wenn du mir noch etwas mehr erzählen würdest, gern auch per Pn. Dankeschön Joan, Mira!
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