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Hallo Rene,
> Religionen, ein schönes, aber hartes Thema. Es verzeiht keine
> Unverständlichkeiten.
Religionen sind ein relativ einfaches Thema, wenn man das Thema von einer höheren Ebene aus betrachtet. Wie Karlheinz Deschner mal so schön bemerkte: "Religionen sind Fertighäuser für arme Seelen." Sie hindern einen daran, sich selbst Gedanken zu machen, sie bilden praktisch ein geistiges Gefängnis, weil sie unser Denken und Verhalten auf ein Glaubenssystem festlegen. Deine Zweifel, welche Religion die richtig ist, sind also durchaus mehr als berechtigt, aber die Antwort auf die Frage, welches die richtige ist, müßte im Grunde heißen: Keine.
> Man muss sich praktisch vorstellen. "Hey, welche religion ist die
> richtige?" "Und was ist wenn ich die Falsche wähle?" "Werde ich auch
> meinen Verstand und mein Bewusstsein, was ich zu Lebzeiten hatte,
> auf grund der Falschen religion mit in den Tod nehmen können?".
Du wirst es so oder so mitnehmen. Das Problem ist vielmehr, daß das Glaubenssystem, dem du dich hier anschließt, dich unter Umständen so stark prägt, daß es dein Weiterkommen nach dem Tod behindert, weil du nichts anderes mehr erwartest als das, was dir indoktriniert wurde.
> Theoretisch gäbe es auf all diese Fragen eine Antwort.
> In jeder Bibel, oder was auch immer, steht eine festgelegte
> Antwort für diese Eventualität fest.
Was nicht bedeutet, daß diese Antworten richtig sind. Diese Bücher wurden von Menschen geschrieben und gerade die Bibel wurde mehrfach umgeschrieben, um den jeweiligen Ansprüchen der Kirche zu genügen.
> Aber haben wir überhaupt einen Recht zu erfahren was nach
> dem Tod ist? Haben wir ein Recht zu wissen was vor dem Tod geschah?
> Wer gibt uns dieses Recht?
> . Niemand.
Es verbietet uns aber auch niemand. Zumindest nicht außerhalb der Religionen, denn die sind in der Regel darauf bedacht, diesen Bereich für eigene Zwecke der Machterhaltung zu nutzen. Die Konzepte der Sünde, des jüngsten Gerichts, des Himmels und der Hölle wurden bewußt so eingesetzt.
> Wir können Praktisch dem Zufall danken, das gerade WIR, so wie wir,
> gerade wir uns mit unserem verstand Identifizieren, auf der Welt sind.
Das ist kein Zufall. Wir haben uns bewußt entschieden, hier zu sein, genauso wie wir uns bewußt entscheiden, ins Kino zu gehen.
> Die wahrscheinlichkeit, wenn man in betracht zieht, wieviele
> Spermatozonen um einen herum schwimmen, während man
> sich dem Ziel nähert, ergbit praktisch das die Chance bei
> 1:3.000.000 liegt.
Du gehst damit aber davon aus, daß das 'Ich' sich in einem Spermium befindet. Aber Spermium und Ei formen lediglich unser Transportmittel, unseren Körper, für die Zeit unseres Besuchs hier. Das 'Ich' kommt erst später dazu.
> Wir sind egoistisch versuchen zu erklären was da geschah,
> und was geschehen wird.
Das ist aber kein Egoismus, das ist Neugierde. Und die wurde uns aus gutem Grund mitgegeben, denn sie ist nötig, um unsere Entwicklung voranzubringen. Ohne Neugierde würden wir wohl immer noch in der Höhe sitzen.
> Was wäre wenn wir es wüssten?
Wir wissen es, wir haben nur im Moment keinen Zugriff darauf.
> Wer weiss, wahrscheinlich wenn es was gutes wäre, wären alle
> überglücklich. Andere würden dies ausnutzen, um andere leute
> umzubringen. Sei es mit bomben, und anderen krams.
Das Problem ist, daß es einen Unterschied zwischen Wissen und Glauben gibt. Selbst wenn einige erzählen, was der Sinn unserer Existenz ist, müssen die anderen es erst einmal glauben. Es wirklich zu wissen setzt eigene Erfahrung und das wiederum eine gewisse seelische Reife voraus, die ein Bombenleger (noch) nicht aufweist. Anders herum ausgedrückt: Wer es wirklich weiß, bringt keine Leute um.
> Gerade das reflektiert der Koran selber, oder seine Abwandlungen.
Das reflektiert auch die Bibel.
> Wieso wir Angst vor dem Tod haben? Logisch. Wir verlieren
> alles was wir Liebten und hatten. Damit zählen auch die eigenen
> Erinnerungen, nicht nur das Materielle.
Was wir verlieren ist die phyische Existenz, was wir mitnehmen sind unsere Erfahrungen und Erinnerungen - und zwar in jedem kleinen Detail. Wir können sie gar nicht verlieren, schon allein weil wir selbst nur ein Teil eines größeren Ganzen sind, mit dem wir ständig in Kontakt stehen. Unsere Festplatte ist sozusagen nicht im Physischen angesiedelt.
> So ist das Leben, und ebenso wie die Mathematik, ein
> Fehler wird uns nicht verziehen.
Im Gegenteil. Unsere physische Existenz ist aus einem etwas anderen Blickwinkel nicht real, sondern eher so etwas wie ein Abenteuerspielplatz. Alles, was dort passiert, dient der Erweiterung unserer Erfahrungen - wir lernen daran, entwickeln und weiter und dazu gehört auch, Fehler zu machen. Fehler sind schlicht eine Notwendigkeit unserer physischen Existenz.
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