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Herbst – Zeit - Lose












Herbst – Zeit - Lose

Bist du da?
- Ja, ich bin immer da, wenn man mich ruft.
Wer bist du?
- Nenn mich einfach – Helfer.
Bist du ein Mensch?
- Ich bin, ich war und ich werde Mensch sein. Es hängt von dir ab, wer ich bin.
Kannst du immer helfen?
- Es gibt kein „immer“ – ich bin die Hilfe. Im Augenblick versuche ich, die Verbindung - zu dir - optimal zu gestalten. Ich stelle mich auf dich ein.
Bist du mein Schutzengel?
- Ich bin, was du denkst, daß ich bin.
Ist es schon so weit?
- Nichts ist, alles ist – kurz und weit ist nicht das, was du fühlst.
Man hat mir gesagt, sie würden alle kommen, um mich zu begrüßen. Sind es wirklich – alle? Werde ich sie auch kennen? Ich sehe dich nicht mehr klar. Warum sehe ich dich nicht?
- Mach dir keine Sorgen, ich stelle mich gleich wieder um. Dann kannst du mich
- sehen.
Was ist mit all meinen Gedanken. Wo sind die nun hingegangen? Sind die noch da, wenn ich komme?
- Du warst nie weg. Deine Gedanken sind immer bei dir. Hier und du – das ist
- synonym.
- Nun wird aus Du das Ich, und aus Ich das Du. Der Kreis beginnt, sich zu schließen.
Warum habe ich nun keine Angst mehr?
- Da hast sie nie gehabt. Es ist dein Glaube, der die Angst erzeugt. Sie ist auch eine
- Art Hilfe.
Kennst du mich wirklich so gut, wie man mir das gesagt hat?
- Ich kenne dich nicht. Ich erkenne mich in dir. Dein Leben ist meine Entwicklung.
- Deine Erfahrung ist mein Leben. Dein Sein ist meine Erfüllung. Ich lebe in dir –
- durch dich.
Warum sitze ich hier und schaue in diesen schönen Garten. Sollte ich nicht lieber ins Haus gehen. Mich hier draußen zu finden ist ja nicht gerade angenehm – oder?
- Du wolltest doch ein Zeichen setzen. Kannst du dich noch erinnern, was du tun
- wolltest, bevor du gehst?
Habe ich das nicht schon alles erledigt? Ist da noch etwas, was ich tun könnte?
- Ich kann dir nicht sagen, was du zu tun hast. Du bist dein eigener Mensch. Es ist
- dein Leben – und in gewissem Sinne, auch das Leben Vieler. Du denkst für dich und
- für Alle.
Warum ist denn niemand da? Wieso ist keiner gekommen, nach mir zu schauen? Sie sind doch sonst oft bei mir. Soll ich vielleicht warten, ob dann noch jemand kommen könnte, oder möchte. Ich weiß nicht, wie ich das ausdrücken soll. Was meinst du dazu?
- Es ist alles gut so, wie es ist. Du wolltest es so. Nicht so, und auch nicht so. Nein,
- eben so, wie du es wolltest. Es ist deine Individualität, die es so wollte, und nicht
- anders. Es ist dein ganzes Leben darin verborgen. In jedem Gedanken. In jeder
- Handlung. Auch in dieser Szene bist du die Hauptperson. Du wolltest einmal alleine
- auf der Bühne stehen, um dann das Licht zu löschen für immer. Du schreibst dein
- Drehbuch selbst.
Ich weigere mich noch. Ja, ich will es nicht tun. Nein, nicht jetzt. Kannst du das verstehen?
- Du willst nicht nach hinten schauen. In diese deine Vergangenheit. Verstehe ich
- dich da richtig?
Ja, so ist es wohl. Ich dreh mich nicht um. Hab ich mich schon mal umgedreht im Leben? Habe ich meine Vergangenheit selbst gemacht? Ist es wirklich – nur meine? Es ist mir zu schwer, in diese Richtung zu denken. Ich komme da nicht weiter. Da ist eine Wand. Ich will auch nicht wirklich – sehen. Nicht jetzt. Ich bin schon wieder unschlüssig. Die Tür steht offen, und ich will nicht durchschauen. Ich drehe mich nicht um. Drehst du dich um – für mich?
- Das ist leicht für mich, wenn du es willst. Nur sehe ich dann mich – durch mich. Ich
- habe dich geschaffen, so, wie du dich geschaffen hast. Ich tue, was ich kann, du
- tust, was du kannst. Du wirst, was du bist. Ich werde auch das, was du bist. Und
- doch bin ich nicht du, und du nicht ich. Dir fehlen im Augenblick die Worte dafür,
- und ich habe sie vergessen. Du brauchst nun keine Worte mehr. Du hast sie alle
- gesprochen.
Ich habe das Gefühl, ich muß mich entscheiden. Jetzt. Oder nicht jetzt? Oder? – was meinst du, was nun zu tun ist?
- Ich bin bei dir. Ich bin die Geduld in dir. Wenn du willst, sitzen wir eben hier und
- warten. Warten heißt begreifen. Begreifen ist Erkennen. Erkennen ist wissen.
- Wissen ist Erleuchtung. Erleuchtung kann die Zeit anhalten – für alle, oder nur für
- dich. Alle sogenannten Fehler verwandeln sich nun in Gewißheiten. Die Zeit hat nun
- Zeit für dich.
Ich glaube, du hast Recht. Ich wollte allein sein. Ich wollte und will alleine gehen. Immer schon habe ich mir selbst geholfen. Alleine gehen zu wollen. Es ist mein Weg. Es ist mein Leben. Es ist meine Zeit. Es ist meine Liebe, die ich auf diese Erde gebracht habe. Es sind meine Gedanken, die die Welt verändert haben – und es immer noch tun. Es ist mein Fleisch und Blut, das ich geschaffen habe, um diese Welt zu erfahren. Ich glaube, wir gehen nun besser dorthin, wo ich alleine hin wollte. Du gehst doch mit – oder?
- Warum sollte ich hier bleiben? Hier bist doch Du, und du bist hier, wo hier auch Ich
- bin. Du hast dich nie verlassen. Du bist immer bei dir. Du nimmst dich mit, wohin du
- auch gehst. Egal, wo du auch hingehst. Immer bist du hier, wo du bist. Und ich bin
- hier, wo dein Hier ist. Alle sind da. Alle, die die Liebe in sich haben. Alle, die du
- erschaffen hast, um dich zu erkennen. Alle, die sich in dir erkennen.
- Nichts ist – wie es schient – zu sein.
Ich bin bereit.

Kypros
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum IV


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