Über den Verlust einer Mutter


Hallo Stefanie,

auch mein tiefstes Mitgefühl, für den Heimgang Deiner besten Freundin. Ich weiß, es tut verdammt weh. Ich möchte Dir keine Angst machen, aber die Realisierung kommt erst viel später. Ich würde Dir jetzt noch nicht empfehlen, ein Medium zu suchen. Es ist zu früh. Noch muß Deine Freundin sich erst zurecht finden. Auch für sie ist jetzt wieder alles neu. Wir wissen, dass es den Seelen jetzt gut geht. Aber warte noch, die Zeit wird alles gut machen, so sehr es auch weh tut.
Liebe Irmi, liebe Stefanie! Euch Beiden mein aufrichtiges Beileid!!!!!!
"Die nächste Welt ist uns näher als unsere Halsschlagader!" - ergänzend zu all den liebevollen Beiträgen zuvor! Von Herzen alles, alles Gute für Euch Zwei!!!! Marion
Hallo Ihr Lieben,

es ist schon erschreckend wie die Zeit vergeht. Mama ist jetzt über 2 Monate tod. Unser Leben geht irgendwie weiter. Oft bin ich so im Gedanken, frag mich echt was das alles soll. Was soll eigentlich unser aller Leben auf der Erde? Hab mir einige Bücher über das Leben nach dem Tod besorgt. Je mehr ich darüber lese, desto mir kommt mir vor, das ein Leben danach viel besser ist, als wir es hier auf der Erde erleben. Ich frage mich in welcher Ebene Mama schon ist? Ob Sie das Licht schon erreicht hat. Es gibt Tage wo ich mir denke, es ist gut das alles so gekommen ist, dann gibt es Tage, wo ich mich frage warum es keine Gerechtigkeit gibt. Wie oft würde ich mich gern bei Mama ausheulen, ihr erzählen was in meinem Leben passiert.... Ihr das sage und ihr dabei in die Augen zu schauen. Leider geht das nicht mehr, ich weiss auch das ich mit ihr reden kann, aber es ist doch ein wahnsinnig großer Unterschied, ob man das Gegenüber sieht oder nicht. Mein Umfeld tut so als wäre nie was gewesen. Ist irgendwo eh klar. Wenn was passiert, wird einige Tage darüber gesprochen, dann ist es ein Thema von gestern. Oft bei der Arbeit, ich habe viel zu tun, bin konzentriert, aufeinmal..... kommt mir das alles, ist mein Kopf voll von Mama, wo ich mit ihr das letztemal gesprochen hab - wo wir uns - und nicht mal sie - gedacht haben, dass sie nur mehr noch 10 Tage lebt, wo sie da dann gelegen ist, die Maschinen haben gearbeitet, wo ich sie kurz vor Ihrem Tod das Letztemal gesehen hab - die Beerdigung und... dann die plötzliche Stille und Leere zu Hause. Am liebsten würd ich dann aufstehen und gehen. Ich kann es mir nicht erklären, warum das so ist. Warum ist das eigentlich alles so? Fragen, Fragen, Fragen.... keine Antworten, nur Forschungen, Vermutungen.... Wahrheiten erfahren wir erst dann, wenn wir selber sterben.
Liebe Irmi,

der Tod gehört zum Leben wie die Geburt - es ist wie Du ja schon weist, auf eine ganz eigene Art ebenfalls eine Geburt - eine Geburt in eine höhere Ebene des Seins.

Das Du Dir nun zwei Monate nach dem Tode Deiner Mutter Gedanken über den Tod machst, ist richtig. Diese Gedanken führen dazu, sich selbst mit der Endlichkeit des materiellen Seins vertraut zu machen, sie führen aber auch weiter dazu, das Leben an sich unter neuen Gesichtspunkten zu betrachten. Kurz: Der Tod Deiner Mutter hat Dir die Augen für die Geistigkeit des Lebens geöffnet.

Die meisten Menschen reagieren so, wie Du es in Deinem Beitrag beschrieben hast: Sie reden eine Zeitlang darüber und gehen dann "zur Tagesordnung" über. Das ist ein Stück weit ein Verdrängugsprozess; jeder weiss, das er eines Tages diese Welt verlassen muss, verdrängt aber diese Tatsache weil er glaubt, das das ja noch lange dauern kann (was leider nicht stimmt - es fällt zwar kaum noch ein Ziegelstein vom Dach...dafür fahren unsere leben Mitbürger wie die gesengten S..... zumindestens hier in Berlin...). Du verdrängst den Tod nicht - uns das ist positiv!

Je mehr Du Dich mit dem Tod als Stufe eines neuen Lebens beschäftigst, umso mehr kannst Du sowohl das Glück dieser Welt, als auch das Glück der anderen Welt verstehen. Und um so mehr Zuversicht und Hoffnung kannst Du Deiner Umgebung, insbesondere Deinem Vater spenden.

Liebe Grüsse
-Thomas-
Hallo Thomas,

danke für Deine Zeilen. Ja ich bin auch der Meinung das dies ein Verdrängungprozess anderer Personen ist, weil als lebende Person - sich vorzustellen dass man am nächsten Tag eigentlich sterben kann - egal aus welchem Grund auch immer - ist ja nicht relevant. Man verdrängt es. Ich kann bestätigen, es kann wann auch immer, weshalb auch immer, einem jedem passieren. So ist die Realität. Ich verfolge dieses heikle Thema jetzt sehr intensiv. Man glaubt gar nicht wie viele Menschen sich damit befassen. Wieviele Forschungen schon gemacht wurden - der Tod ist ein unendliches Thema - was viele Fragen offen läßt. Aber von einem bin ich überzeugt, es gibt ein Leben danach - sogar ein besseres Leben - und unser Leben auf Erden ist von dem danach (sowie davor) nur ein Bruchteil - eine Zeit des Lernens. Es ist schon unfassbar - wenn man darüber nachdenkt.

Irmi