|
|
|
Hallo Hanel,
ich habe in meiner Antwort Tauschwährung in Anführungszeichen gesetzt gehabt, weil ich den Tausch als Kauf betrachte. Hast Du die Anführungszeichen vielleicht übersehen ? Man kaufte ja ursprünglich tatsächlich eine Ware und bot im "tausch" dafür eine andere Ware an. Das war naürlich kompliziert, weil Ware unter Umständen verderblich sein kann. Es ist eine unglaublich hohe Kulturleistung, dass überhaupt "Geld" erfunden worden ist. Dies setzt ja voraus, dass eine Gesellschaft sich über den Wert des Geldes geeinigt hat und einen "Garanten" einsetzt, der über den Wert dieses Geldes wacht. Aus dem NT wissen wir, dass es im Tempel zu Jerusalem viele Geldwechsler gab, die genau über den Wert des angebotenen Geldes Bescheid wussten - und natürlich vom Wechselgeschäft ganz gut lebten.
Gruß
Reinhard
|
|
|
|
| Zitat: |
| Hast Du die Anführungszeichen vielleicht übersehen |
Tut mir leid, hab ich wirklich übersehen.
Dennoch, sollte man Dinge klar unterscheiden. Gerade bei diesem Beispiel ist es notwendig, die beiden Handlungen zu unterscheiden.
| Zitat: |
| Man kaufte ja ursprünglich tatsächlich eine Ware und bot im "tausch" dafür eine andere Ware an |
Dennoch machst Du hier schon wieder den gleichen Fehler. Du hättest hier schreiben müssen:
Man "kaufte" ja ursprünglich .
Denn KAUF ist nun einmal NICHT Tausch - auch wenn es so aussieht, dass man Ware gegen Geld tauscht. Nein, man KAUFT Ware gegen Geld.
Man tauscht Ware gegen Ware
Man kauft Ware für Geld
Man verkauft Ware gegen Geld
Man wechselt ein Währung gegen eine andere.
Denke, diese Sprachregelung sollte beibehalten werden, wenn man sich daranmacht, Dinge klarzumachen, oder?
Und aus meinem Artikel erfährst Du, wie diese Kulturleistung ws. wirklich entstand.
|
|
|
|
Lieber M.M.Hanel,
hätt'sde doch mal durchlesen sollen, auch wenn's 'ne "Bleiwüste" ist. Die "Schuldenfalle" und "Entschuldungspolitik" der Weltbank fuinktioniert genau so, wie Du das beschrieben hast: "Schulden" werden erlassen, grad soviel dass der verschuldete Staat wieder "Land in Sicht hat", gleichzeitig werden zur Konsolidierung eben dieses Staates Forderungen gestellt, zu deren Erfüllung eben dieser Staat wieder Geld "aufnehmen" muss - und das Rad dreht sich weiter.
Auf die Gefahr hin Euch wieder mit einer "Letternwüste" zu "erfreuen".
noch sind wir eigentlich nicht ganz am Schluss. Denn es stellt sich die Frage, wie zukünftig ein gerechteres Wirtschaftssystem initiiert werden kann. Auf Basis des jetzigen Weltwirtschaftssystems klappt jedenfalls nix, zum Einen weil Kapital macht bedeutet und die Mächtigen dieser Welt ihre Macht eben nicht teilen wollen (genausowenig wie Bill Gates seinen Quellcode für Windows offenlegen will.- da verliert er ja auch ein "bisschen" Macht.), zum Anderen, weil hierfür insgesamt und weltweit ein Bewusstseinswandel bei den Menschen da sein muss - und das ist ein langer, schwieriger Lernprozess, der vor keinem Menschen, egal ob Hochlandbauer in den Anden oder Aufsichtsratsvorsitzender bei VW halt machen darf. Kapitalismus und Neo-Liberalismus sind nur die Symptome, nicht die Ursachen der weltwirtschaftlichen Schieflage.
Derzeit beginnt alles mit dem Staat, genauer gesagt mit dem Finanzstaat. Dieser verwaltet als Gemeinwesen sowohl die bestehenden Rohstoffe, die Abgaben für Halbfertig- und Fertigerzeugnisse, die Abgaben für Im- und Export (Zölle, Steuern). Im Gegenzug soll das Gemeinwesen gleichberechtigte Bildungschancen für alle seine Bürger schützen, es soll Bedürftigen, Kranken und für den eigenen Erwerb von Lebensgütern zu alt gewordenen Menschen ein würdiges Auskommen sichern. Darüber hinaus soll das Gemeinwesen seine Bürger vor internen und externen Angriffen schützen und allgemein die Beziehungen zu anderen Gemeinwesen fördern und ausbauen.
Den Zeichen der Zeit folgend bemühen sich die meisten der derzeit existierenden Gemeinwesen um bilateralen Zusammenschluss - Ausbau und Erweiterung der EU in Europa, Ausbau und Erweiterung der OAN in Afrika, Erweiterung der ehemals blockfreien Staaten zum Australien-Micronesien-Bund, erweiterte Zollunion zwischen USA, Mexiko und Canada, Bolivien, Venezuela und Brasilien bemühen sich um einen Lateinamerika-Verbund. Angeführt von den arabischen Emiraten gibt es langsam Bemühungen von arabischen und asiatischen Völkern hin zu einer Zusammenarbeit "nach dem Öl und vor den alternativen Energien" (Orginaltext des Scheichs von Dubai). In kleinen Schritten "wachsen" die Völker der Welt zusammen, wohl wissend, das ein Gemeinwesen alleine weder die internen Probleme, noch die externen Herausforderungen alleine bestehen kann.
Einige Präsidenten einiger Staaten versuchen schon jetzt, sich eine künftige Führungsposition in einer künftig zusammenarbeitenden Welt zu sichern - mit den unfeinen Ellenbogenmethoden der heutigen Zeit. Sowohl Herr Putin als auch Herr Bush haben ein Interesse daran, als Führer grosser Gemeinwesen die zukünftige Sicherheitspolitik einer zusammenwachsenden Welt zu dominieren - und wenn man dafür auch über Menschenrechte (Guantanamo) hinweg trampelt oder Kriege gegen Zivilisten (Tschetschenien, Irak) führt. Die chinesische Staatsführung möchte gerne die erfindungsreiche wirtschaftliche Welt des Okzidents dominieren - mit hemmungslosen Produktfälschungen. Die einzigste, derzeit zu akzeptierende "Produktfälschung" ist das Verbreiten von Ant-Aids-Medikamenten durch Südafrika und Tansania. Diese lizenslose Verbreitung existierender Medikamente dient nämlich nicht dazu, die eigene Handelsbilanz zu verschönern, sondern soll den Aids-Virus in Afrika wenigstens eindämmen (was nach den neuesten Zahlen wohl auch schon klappt!).
Um ein gerechteres, weltweit existierendes Gemeinwesen zu initiieren, heisst es also, von "Althergebarchtem" Abschied zu nehmen und "liebgewordene Zöpfe" wie die einzelstaatliche Souveränität abzuschneiden. Es gilt, erstmal eine wirtschaftlich gerechte Verfassung für die kontinentalen Bündnisse und Zusammenschlüsse der Einzelstaaten zu entwerfen, um schliesslich zu einer gerechten Verteilung von Rohstoffen, Gütern, Finanzen weltweit zu erreichen.
(Fortsetzung folgt; erstmal 'nen Kaffee.)
|
|
|
|
Bin gespannt auf die Fortsetzung!
Revolution geschieht nicht in der Regierung, sonder nur im eigenen Kopf!
|
|
|
|
(Cappucino fertig, nun kommt der Schluss den alle so ersehnen. )
Das Geld als Mittel der Finanzpolitik abschaffen zu wollen, ist, als ob man einem herzinfarktgefährdeten Patienten gleich das Herz 'rausnimmt und ihn zukünftig eher an eine Herz-Lungen-Maschine hängt. Dann gibt's mit Sicherheit keinen Infarkt - aber auch kein Leben im klassischen Sinne mehr.
Natinale, kontinentale und internationale Gemeinwesen müssten folgende Richtlinien erfüllen, um sich auf den Weg der gerechten Verteilung und des lebenswerten und würdigen Lebens Aller zu begeben:
1. Rohstoffe und Ressourcen des Gemeinwesens werden vom Gemeinwesen verwaltet. Kein Konzern, kein Firmenzusammenschluss darf zukünftig über Preise für Rohstoffe und Ressourcen bestimmen. Die Preisgestaltung ist einzig und alleine Sache des Gemeinwesens, ebenso die Förder- und Produktionsbestimmungen. Es kann - am Beispiel Deutschlands- einfach nicht angehen, das 4 der grössten Stromkonzerne Energiepreise festlegen, dabei dem einzelnen Bürger trotz dessen Energiesparbemühungen immer mehr Geld aus der Tasche ziehen und dabei sowohl horrende Gewinne einfahren als auch Arbeitsplätze vernichten.
2.Jeder Mensch in einem Gemeinwesen hat die Verpflichtung, sich um ein Auskommen zu bemühen, welches seine Lebensbedürfnisse erfüllt. Das Gemeinwesen hat die Verpflichtung, jedem Menschen einen gleichberechtigten Zugang zu Ausbildung und Weiterbildung zu gewähren.
Es nutzt nix Krokodilstränen zu vergissen, weil innerhalb der EU 55 Millionen Menschen arbeitslos sind und ca. 5 Millionen Menschen keine Ausbildungsplätze bekommen. Es würde aber etwas nutzen, europaweite Ausbildungs- und Forschungszentren aufzubauen um eben zur Zukunftssicherung der Europäer beizutragen. Und laufen sie, die durch die EU gelenkten Ausbildungs- und Forschungszentren, dann wäre als nächster Schritt die Öffnung dieser Zentren für Lernwillige weltweit zu initiieren. Die hierfür enstehenden Kosten sind als "Entwicklungshilfe" dort besser angelegt, als wie wenn man Milliardenbeträge ohne Verwendungsnachweis irgendwelchen Staaten einfach so "zuschiebt".
3.Das Gemeinwesen ist verpflichtet, über seine steuerlichen Auskünfte Rechenschaft abzulegen. Es ist ferner verpflichtet, zweckgebunde steuerliche Einkünfte auch für den jeweiligen Zweck einzusetzen.
Es kann -europaweit- nicht angehen, das zum Beispiel mit der Kraftfahrzeugsteuer das Flugbenzin subventioniert wird, gleichzeitig aber die Mittel für den Ausbau des europäischen Strassennetzes fehlen. Es kann nicht angehen, das die Einzelstaaten "Mehrwertsteuern" erheben, dieses Geld aber in den Staatshaushalten so versickert, das die Einzelstaaten am Ende des Haushaltsjahres zu Lasten ihrer Bürger wieder "'nen Satz neue Schulden" aufnehmen.
4. Innerhalb eines Gemeinwesens, sowie innerhalb des Zusammenschlusses mehrerer Gemeinwesen zu einem Verbund müssen einheitliche Steuersätze und damit verbunden einheitliche Wettbewerbsvoraussetzungen geschaffen werden.
Zur Kostenvermeidung wandern deutsche Unternehmen nach Polen, Tschechien, Slowenien und Ungarn ab - für Polen, Tschechien, Slowenien und Ungarn gut, für Deutsche schlecht. Tja, wenn in nahezu gleichem Mass auch ungarische oder polnische Betriebe hierher wandern würden, weil sie zum Beispiel näher an ihren Absatzmärkten liegen würden. Das geht aber nur, wenn die Deutschen von ihrer Hoch-Steuer- und Hoch-Preis-Politik abrücken. Eine EU-weite einheitliche Höchsteinkommenssteuer (auch Höchstlohnsteuer) von 19%, eine EU-weite einheitliche Sozialsteuer (Armensteuer nach dem Vorbild des "Zahdak", der Armensteuer nach dem Qur'an) von 6% könnten mittel- bis langfristig einige Probleme lösen.
Ich kann da jetzt noch mindestens 15 Punkte zufügen, denke aber, als Diskussionsanregung reicht das erstmal.
|
|
|