Foren-Übersicht
Login | Registrieren | Forum | Suche

Warum haben Juden das Geldsystem unter Kontrolle?












Hallo Hanel,

meinst Du mit "minimal" etwa die Abschaffung des Zinses-Zins ? Also Zinsen auf die Zinsen ? Ich denke, dass dies schon machbar wäre. Es werden ja ungeheure Geldmengen durch den Kauf von irgendwelchen Kunstwerken oder Börsenkräche vernichtet.

Gruß

Reinhard
Hallo Reinhard

Before I turn further on with U at ease, bitte ich Dich folgende beide Fragen kurz zu beantworten. Gerne wende ich mich im Anschluss der kurzen Beantwortung der Deinen zu.

Bist Du einverstanden, diese Diskussion auf der einfachen Gleichung aufzubauen?

Kapitalismus (egal unter welchem Namen man ihn zu kennen glaubt und egal unter welch gefärbter Flagge er läuft oder gelaufen ist) ist ein System, welches grundsätzlich auf "Schuldentum" aufgebaut ist.

Wenn Nein, warum nicht?
Hallo Hanel,

also gut, ich lasse mich auf eine Diskussion mit Dir ein.

Zuerst noch mal zur Begriffsklärung: Beim Kapitalismus als Wirtschaftssystem geht es ausschließlich um den Kapital-Ertrag, der immer vor den Löhnen oder Unternehmensgewinnen, die ja wieder reinvestiert werden sollten, steht. Die Höhe des Kapital-Ertrages wird heute letztlich in Geld gemessen und kann / wird als „Zins“ angesehen. Der „Kapitalist“ lebt also letztlich auf Kosten der Arbeitenden. Er selbst mag sich beschäftigen – z.B. mit der Vermehrung seines Vermögens oder seiner Bildung, „leistet“ aber seinen Lebensunterhalt nicht durch Arbeit. Die „Rentabilität" des Unternehmens, d.h. seine Fähigkeit, Kapital-Ertrag abzuwerfen, muss im kapitalistischen System unter allen Umständen gewahrt werden. Wie es die Logik des Rentabilitätsprinzips verlangt – orientiert sich das System automatisch am Kapital-Ertrag. Ist / erscheint der Kapital-Ertrag zu gering, verlässt das „Geld“ das Unternehmen und wird anderswo „gelagert“. Es ist dann so, dass Kapitalismus letztlich auf Schuldentum beruht – hier stimme ich Dir zu.

Aber: und wahrscheinlich beginnen jetzt unsere Differenzen, ist das, was „Geld“ ist, keine fixe Größe, wie etwa eine Naturkonstante, sondern beruht auf Übereinkunft und Garantien. Das Geldwesen ist also Teil des akzeptierten gesellschaftlichen Systems – und zwar ein sehr, sehr wesentlicher. Heute wird das bisherige Tabu „Geldwesen“ durchbrochen und ist immer mehr Gegenstand der öffentlichen Diskussion. Die aber aus Not erfolgt. Und Not ist immer ein schlechter Ratgeber. Bei dieser gesellschaftlichen Übereinkunft spielen Emotionen eine wesentliche Rolle, die so meine ich, aus archaischer Zeit stammen und mit Angst vor Knappheit, Hunger, Elend und Not besetzt sind. Nicht umsonst sagt Jesu, dass wir uns keine Sorgen machen sollen: Gott weiß um unsere Bedürfnisse des Lebens. Die Angst, also mangelndes Vertrauen, vor Knappheit erzeugt Gier, die wiederum letztlich Not erzeugt; das erscheint nur Paradox. Hier ist ein Regelkreis vorhanden, den die alten Hebräer ( theoretisch ) durch den periodischen Schuldenerlass unterbrochen haben. Woher sie das wussten, ist im Dunkeln der Geschichte zu suchen. Im Alten Ägypten gehörte das Land und jeder Besitz letztlich dem Gottkönig, dem Pharao. So etwas wie privatwirtschaftliches BESITZrecht gab es nicht. Man kannte nur BENUTZERrechte. Deswegen kamen auch die gewaltigen Bauten zustande. Außerhalb der Saat- und Erntezeit hatten die damaligen Bauern wenig zu tun und arbeiteten an den Bauten des Pharao. Belohnt wurden sie durch Lebensmittel und anderen Mitteln des menschlichen Bedarfs. Natürlich bedurfte es dazu einer ausgefeilten Verwaltung, die selbst nicht an der Produktion beteiligt war, aber für „Gerechtigkeit“ sorgen sollte. Auf das Niveau eines Entwicklungslandes kam das Alte Ägypten durch den Imperialismus und das Geldwesen des römischen Reiches. Ähnliches denken ist allen so genannten „Primitivvölkern“, z.B. den Indianern, zu eigen.

Die Menschen haben es also im Kopf, ein Geldsystem zu entwerfen, das ein nachhaltiges Wachstum sichert. Ich habe im Prinzip nichts gegen Schulden für Großprojekte, deren Nutznießer auch die künftigen Generationen sind. Warum sollen sie sich nicht auch dann beteiligen ? Nur finde ich es sehr, sehr ungerecht, wenn künftige Generationen das 10fache oder mehr über Zinseszins bezahlen sollen, nur weil die bauende Generation sich verschulden musste. Es wird nicht lange dauern, dann wird die künftige Generation sich irgendwie weigern, dies zu leisten.
Ich habe Dir versucht zu zeigen, dass der Kapitalismus auf Besitzdenken beruht. Das ist gegen die Natur: kein Mensch kann Ressourcen besitzen. Land, Wasser, Atmosphäre und auch die Rohstoffe gehören allen Menschen. Um hier eine Änderung des Denkens zu erreichen, müssen enorme Anstrengungen unternommen werden. Eine „kleine Änderung“, die Du erwähnst erscheint mir unmöglich. Ein anderes Äquivalent als Geld für Arbeit erscheint mir unumgänglich.

Gruß
Reinhard
Lieber Reinhard

Ich finde es ganz reizend, dass Du Dich auf eine Diskussion mit mir einlässt oder einzulassen gedenkst.
Nur - ich werde Dich abermals enttäuschen.
Ich hatte die Bedingungen vorgegeben unter welche ich eine weitere Diskussion auf mich nehme. Dies nicht deswegen, weil ich so toll und wichtig bin, sondern weil mir Deine Form viel zu weit greift, viel zu viel der (Begriffs- und Auffassungs)erklärungen etc. bedürfte.

Die Form der kurzen Fragen und kurzen Antworten halte ich aus diesem Grunde sinnvoller, da überschaubarer und für alle Mitleser auch nachvollziehbarer.
Die Form der ellenlangen Erklärungen und Darstellungen wähle ich deshalb eben nicht.

PS. Nicht einmal Deine Definition von Kapitalismus teile ich, da sie eine sehr begrenzte ist (also nicht dass Deine Aussagen grundsätzlich falsch wären, doch geben sie nur einen Teilaspekt wieder - und daher sind weitere Folgen NUR auf diesem aufgebaut, zwingend falsch).

Daher tut mir leid, dass ich auf Dein, wie gesagt, reizendes Angebot nicht eintrete.

Solltest Du allerdings das, was Du zum Ausdruck bringen willst in - pro Durchgang - jeweils max. drei kurze Fragen giessen wollen - dann mein lieber Reinhard - bin ich dabei.

PS. Nicht einmal Deine Definition von Kapitalismus teile ich, da sei eine sehr begrenzte ist (also nicht dass Deine Aussagen grundsätzlich falsch wären, doch geben sie nur einen Teilaspekt wieder - und daher sind weitere Folgen NUR auf diesem aufgebaut, zwingend falsch).

Und im übrigen hast Du alle Möglichkeit meine sehr einfachen und eben umfassenden (meiner Ansicht) nach Definitionen zu bestätigen oder eben zu wiederlegen, indem DU darstellst, warum MEINE Behauptung nicht stichhält. (nicht vergessen, mögichst nicht mehr als 3 Sätze - wobei Ausnahmen die Regel bestätigen möchten.)
Hallo Hanel,

ich bin nicht enttäuscht, sondern das Gegenteil ist der Fall: ich bin erleichtert. So bist nun Du es, der die Diskussion abbricht. *Schmunzel*

Aber wie war das noch mit der "kleinen Änderung", die sofort die Problematik des Kapitalismus entschärfen könnte ?


Gruß

Reinhard
Forum -> Judentum und Christentum

Zurück  
1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20,
21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34  Weiter
Ähnliche Themen
Warum mehrere Frauen?
Warum tut er das nur?
Wir haben es so bitter nötig!
Warum "Wir", wenn Gott nur eins ist?
Warum gelten Schweine als Unrein
Lieber Gott - warum?
Muhammad s.a.w. soll seine Macht ausgenützt haben?
Warum Christen Muslime sind oder Muslime Christen sind
Warum gibt es Dogmen?
Sohn von Hamas-Scheich warnt Juden