Karma


Karma
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Im Sanskrit ist "Karman", grammatikalisch betrachtet, das vom Verb "kri" ("tun, handeln") abgeleitete Substantiv (neutrum), und "Karma" dessen Nominativform (singular). Karma (Sanskrit: कर्म, Pali: Kamma) bedeutet wörtlich "Tat, Wirken" und bezeichnet im Buddhismus, Hinduismus und Jainismus das sinnliche Begehren, die Taten die dadurch entstehen und die Wirkungen von Handlungen und Gedanken in moralischer Hinsicht, insbesondere die Rückwirkungen auf den Akteur selbst.

So etwa heisst im Thailändischen "kam"/"kama" sinnliche Lust, also das Haften der Sinne und des Bewusstseins an Dingen oder Vorstellungen, und auch das Handeln des Menschen aus diesem Haften heraus. "wenkam" indes bedeutet das gute oder schlechte Schicksal, das aus guten oder schlechten Taten hervorgeht. Durch diese Vorstellung unterlassen es die Anhänger des Buddhismus, ungünstige Taten zu begehen, während die günstigen Taten häufig ritualisiert sind, wie Almosen geben.

Somit bedeutet "Karma" also

das Haften an Sinnes- oder Geistesobjekten;
die Taten die durch das Haften entstehen;
das Schicksal, das sich durch die ungünstigen Taten ergibt.
“Meine Taten sind der Boden, auf dem ich stehe” (Thich Nhat Hanh). Alle Handlungen erzeugen Samen (bijas). Diese Samen sind wiederum die Keimzelle zukünftiger Manifestationen. Die Manifestation eines Samens heißt Phänomen. Entscheidend für die bei einer Handlung erzeugte Prägung ist die der Handlung zugrunde liegende Absicht (Motivation), weshalb auch das Denken als Handlungsform den körperlichen Handlungen und denen der Rede übergeordnet ist. Bsp.: Sage ich jemandem etwas Freundliches, weil ich ihm meines persönlichen Vorteils wegen schmeicheln möchte, so produziert diese Form der “nicht rechten Rede” unheilsame Prägungen (negatives Karma). Entscheidend für die Prägung ist also nicht die äußere Form einer Handlung, sondern die Motivation des Handelnden.

Der Begriff des Karma ist in den genannten Religionen eng mit dem Konzept der Reinkarnation ("Wiedergeburt") verknüpft (allerdings kennen einige andere Religionen auch Reinkarnations-Lehren ohne den Karma-Gedanken). Taten können gutes oder schlechtes Karma beinhalten oder karmisch gesehen neutral sein. Gutes Karma führt zu einer "Belohnung" entweder schon im Leben oder zu einer Wiedergeburt in angenehmen menschlichen Verhältnissen oder in der Göttersphäre; schlechtes Karma zu einer "Bestrafung" durch eine Wiedergeburt unter negativen Umständen z.B. auch als Tier oder Dämon. Teilweise werden als Orte für Belohnungen und Bestrafungen auch Orte wie diverse verschiedene Höllen oder Paradiese beschrieben.

Gutes wie schlechtes Karma erzeugt die Folge der Wiedergeburten, das Samsara. Höchstes Ziel der Gläubigen ist es, diesem Kreislauf zu entkommen, indem kein Karma mehr erzeugt wird - Handlungen hinterlassen dann keine Spur in der Welt. Im Buddhismus wird dies als Eingang ins Nirvana bezeichnet; im frühen Hinduismus verschmilzt die Individualseele (sanskr. atman) mit der Weltseele (sanskr. brahman).

Das Karma entsteht durch eine kosmische Gesetzmäßigkeit (sanskr. Dharma), und nicht infolge einer Beurteilung durch einen Weltenrichter oder Gott. Im Unterschied zur christlichen Sünde, die durch das universale Böse begangen wird, wird somit die schlechte Tat im Buddhismus durch das Haften der Sinne erklärt, und durch das Nicht-Wissen, dass solches Haften Leiden bewirkt. Das Schicksal ist selbst in diesem oder früheren Leben verursacht worden durch eben dieses Haften und die entsprechenden Taten, ein Glaube, der insgesamt einerseits zu Schicksalsergebenheit führt und andererseits zur Bemühung, das Schicksal in eine positive Richtung zu steuern.

Anstelle des Karma-Begriffes verwenden buddhistische Autoren gerne auch die Termini "Prägungen" oder "Samen". Alle Formen des menschlichen Handelns (der Buddhismus unterscheidet drei Handlungen: die des Körpers, die der Rede sowie die des Geistes) erzeugen Prägungen, die wiederum die Basis zukünftigen Handelns und Erlebens/Erfahrens sind.

Zitat:
Wer andre Wesen quält, die auch nach Wohlsein streben,
so wie er selbst, der hat kein Glück im nächsten Leben.
Wer andre Wesen schont, die auch nach Wohlsein streben,
so wie er selbst, der findet Glück im nächsten Leben.


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