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Brauchen wir die Religionen überhaupt?
Zum Thema Was wären wir ohne jegliche Religionen? habe ich mir erlaubt eine kleine Zusammenstellung aus den mir bekannten Baha'i Schriften zu machen, vielleicht gefällt es Euch.
Herzliche Grüße, Deas
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| Eine weitere Lehre Baha'u'llahs besagt, daß die Religion ein mächtiges Bollwerk ist. Wenn das Gebäude der Religion erzittert und schwankt, folgen Aufruhr und Chaos, und die Ordnung der Dinge wird völlig umgestürzt; denn in der Menschenwelt gibt es zwei Wächter, die den Menschen vor dem Unrechttun bewahren: Der eine ist das Gesetz, das den Verbrecher bestraft; aber das Gesetz verhindert nur das offenkundige Verbrechen, nicht jedoch die geheime Sünde. Hingegen verhütet der ideale Wächter, die Religion Gottes, sowohl das offenkundige wie das geheime Verbrechen. Er erzieht den Menschen, entwickelt Sittlichkeit, nötigt zur Tugend und ist die allumfassende Macht, die für das Glück der Menschenwelt die Gewähr bietet. Unter Religion aber ist das zu verstehen, was durch Forschen nach Wahrheit gesichert ist, nicht was lediglich auf Nachahmung beruht - also die Grundlagen der göttlichen Religionen, nicht menschliche Nachahmungen. Abdu'l Baha, Briefe und Botschaften |
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| Eine weitere Lehre Baha'u'llahs ist, daß Religion zu Freundschaft und Liebe führen muß. Bewirkt sie Entfremdung, dann bedarf man ihrer nicht; denn Religion ist wie eine Arznei: Verschlimmert sie das Leiden, dann wird sie unnötig. Abdu'l Baha, Briefe und Botschaften |
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Seit den Tagen Adams bis heute wurden die Religionen Gottes offenbart; eine folgte der andern, und jede erfüllte ihre Aufgabe, belebte die Menschheit, gab ihr Erziehung und Erleuchtung. Sie erlösten das Volk aus dem Dunkel der stofflichen Welt und führten es in den Glanz des Gottesreiches. Jeder nachfolgende Glaube, jedes neu offenbarte Gesetz blieb jahrhundertelang ein überaus fruchtbarer Baum, dem das Glück der Menschheit anvertraut war. Aber im Laufe der Jahrhunderte alterte er, blühte nicht mehr und brachte keine Frucht mehr hervor. Deshalb wurde er wieder verjüngt.
Gottes Religion ist eine einzige Religion, aber sie muß immer wieder erneuert werden. Moses zum Beispiel wurde zu den Menschen gesandt; Er gab ein Gesetz, und durch dieses Mosaische Gesetz wurden die Kinder Israels aus ihrer Unwissenheit befreit und ins Licht geführt. Sie wurden aus ihrem Elend emporgehoben und erlangten unvergängliche Herrlichkeit. Und doch, als die langen Jahre vergingen, verblaßte dieser Glanz, die Pracht verschwand, der helle Tag wurde zur Nacht, und als die Nacht stockdunkel war, ging der Stern des Messias auf, so daß wieder eine Herrlichkeit über der Welt leuchtete.
Was wir sagen wollen, ist folgendes: Es gibt nur eine Religion Gottes. Sie ist die Erzieherin der Menschheit, aber sie muß erneuert werden. Wenn du einen Baum pflanzt, wächst er Tag für Tag. Er blüht, bekommt Blätter und saftige Früchte. Nach langer Zeit aber wird er alt und trägt keine Frucht mehr. Dann nimmt der Gärtner der Wahrheit Samen von ebendiesem Baum und legt ihn in unverbrauchte Erde. Und siehe! Bald steht da der erste Baum, genauso wie er vordem war.
Bedenke sorgfältig, daß in dieser Welt des Seins alle Dinge immer wieder erneuert werden müssen. Schau dich um in der stofflichen Welt, sieh, wie sie jetzt erneuert wird. Die Gedankenwelt verändert sich, die Lebensweise wandelt sich, Wissenschaften und Künste zeigen neue Kraft, Entdeckungen und Erfindungen werden gemacht, neue Erkenntnisse gewonnen. Wie könnte da eine so lebensnotwendige Kraft wie die Religion - die Garantin Für die großen Fortschritte der Menschheit, das Mittel zur Erlangung ewigen Lebens, die Hebamme unbegrenzter Vollkommenheit, das Licht beider Welten - nicht erneuert werden? Das wäre mit der Gnade und Barmherzigkeit des Herrn unvereinbar.
Religion ist im übrigen keine Ansammlung von Glaubenssätzen oder Bräuchen; Religion ist die Lehre Gottes, des Herrn, eine Lehre, die das Leben der Menschheit begründet, dem Verstand erhabene Gedanken eingibt, den Charakter veredelt und den Grundstock legt für des Menschen ewige Ehre.
Denke darüber nach: Können diese Fieberschauer in der Welt der Gedanken, diese Feuerstürme des Krieges und des Hasses, der Empörung und Bosheit unter den Nationen, diese gegenseitigen Angriffe der Völker, welche die Ruhe der ganzen Welt zerstören, jemals mit einem anderen Mittel beseitigt werden als mit den Lebenswassern der Lehren Gottes? Nein, niemals!
Und das ist klar: Eine Kraft, hoch über den Naturkräften, muß notwendigerweise wirksam werden, damit dieses schwarze Dunkel in Licht, dieser Haß und diese Bosheit, dieser Neid und Groll, diese endlosen Kämpfe und Kriege in Freundschaft und Liebe unter den Völkern der Erde verwandelt werden. Solche Kraft ist nichts anderes als der Odem des Heiligen Geistes und der mächtige Zustrom von Gottes Wort. Abdu'l Baha, Briefe und Botschaften |
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Die Sonne der Wahrheit
aus Abdu'l-Baha, Ansprachen in Paris, 22. Oktober 1911
Heute ist ein schöner Tag, die Sonne scheint hell hernieder und gibt allen Geschöpfen Licht und Wärme. Auch die Sonne der Wahrheit scheint und gibt den Menschenseelen Licht und Wärme. Die Sonne ist der Lebensspender für die stofflichen Körper aller Geschöpfe auf Erden. Ohne ihre Wärme würde deren Wachstumskraft gehemmt und ihre Entwicklung aufgehalten werden, sie würden verkommen und sterben. In gleicher Weise bedürfen die Menschenseelen der Sonne der Wahrheit, damit sie ihre Strahlen über die Seelen ausgießen, sie entwickeln, erziehen und ermuntern kann. Was für den Körper des Menschen die Sonne ist, das ist die Sonne der Wahrheit für seine Seele.
Ein Mensch mag es zu einem hohen Grad von materiellem Fortschritt bringen, doch ohne das Licht der Wahrheit verkümmert und verhungert seine Seele. Ein anderer mag ohne materielle Gaben sein, sich auf der untersten Sprosse der Gesellschaftsleiter befinden, wenn er jedoch die Wärme der Sonne der Wahrheit empfängt, wird seine Seele groß und sein geistiges Begreifen erleuchtet sein.
Ein griechischer Philosoph, der in der Jugendfrühe der Christenheit lebte und von der christlichen Art erfüllt war, ohne doch selber Christ zu sein, schrieb: »Ich glaube, daß die Religion die eigentliche Grundlage der wahren Zivilisation ist.« Denn erst, wenn die Sittlichkeit eines Volkes genau so ausgebildet ist wie sein Verstand und seine Begabung, wird auch die Zivilisation einen sicheren Untergrund besitzen.
Da die Religion Gesittung einschärft, ist sie die wahrste Philosophie, und auf ihr baut sich die einzige ausdauernde Zivilisation auf. Als Beispiel dafür nennt er die damaligen Christen, deren Sittlichkeit auf einer sehr hohen Stufe stand. Der Glaube dieses Philosophen entspricht der Wahrheit, denn die Zivilisation der Christenheit war die beste und erleuchtetste der Welt. Die christliche Lehre war durchdrungen vom Lichte der göttlichen Sonne der Wahrheit, weshalb ihre Anhänger gelehrt wurden, alle Menschen als Brüder zu lieben, nichts, auch nicht den Tod, zu fürchten, den Nächsten wie sich selbst zu lieben und die eigenen selbstischen Belange im Bemühen um das höchste Wohlergehen der Menschheit zu vergessen. Es war das große Ziel der Religion Christi, die Herzen aller Menschen der strahlenden Wahrheit Gottes näher zu bringen.
Hätten die Anhänger des Herrn Christus diese Grundsätze auch weiterhin mit unerschütterlicher Treue befolgt, so wäre keine Erneuerung der christlichen Botschaft, keine Wiedererweckung Seines Volkes erforderlich gewesen, weil dann eine große und herrliche Zivilisation die Welt beherrschen würde und das Himmelreich auf Erden wäre.
Was aber ist stattdessen geschehen? Die Menschen haben sich von den göttlich erleuchteten Geboten ihres Meisters abgewandt, und über die Menschenherzen ist der Winter hereingebrochen. Denn wie das Leben des menschlichen Körpers von den Sonnenstrahlen abhängt, so können auch die himmlischen Tugenden in der Seele nicht ohne den Glanz der Sonne der Wahrheit wachsen.
Gott läßt Seine Kinder nicht ohne Tröstung. Wenn aber die Dunkelheit des Winters über sie kommt, sendet Er wieder Seine Boten, die Propheten, mit einer Erneuerung des gesegneten Frühlings. Die Sonne der Wahrheit erscheint aufs neue am Horizont der Welt, scheint in die Augen derer, die schlafen, und erweckt sie, daß sie den Glanz eines neuen Tagesanbruchs Schauen. Dann wird der Baum der Menschheit wieder blühen und zum Heil der Völker die Frucht der Rechtlichkeit hervorbringen. Weil der Mensch unter Vernachlässigung des Gesetzes Gottes seine Ohren vor der Stimme der Wahrheit und seine Augen vor dem heiligen Licht verschlossen hat, darum hat das Dunkel des Krieges und des Aufruhrs, der Unruhe und der Not die Erde zur öde werden lassen. Ich bete darum, daß ihr alle danach strebt, jedes der Kinder Gottes ins Licht der Sonne der Wahrheit zu geleiten, damit die Finsternis von den durchdringenden Strahlen ihrer Herrlichkeit zerteilt und die Strenge und Kälte des Winters durch die barmherzige Wärme ihres Scheins hinweggeschmolzen werde. |
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Eine weitere Lehre Baha'u'llahs ist, daß Religion zu Freundschaft
und Liebe führen muß. Bewirkt sie Entfremdung, dann bedarf man
ihrer nicht; denn Religion ist wie eine Arznei: Verschlimmert sie
das Leiden, dann wird sie unnötig. |
Eine gute und wichtige, aber zweischneidige Botschaft, die jedoch
höchst relevant ist für die Beantwortung der Frage dieses threads:
Wenn Religion zu Entfremdung, ja zu Unfrieden und Hass führt,
dann ist sie entweder falsch, oder grob missbraucht worden. Und:
in diesem Fall sollte man sie ändern - oder sich von ihr abwenden.
() Wu
Mt 7:16 - An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen -
erntet man etwa Trauben von Dornen oder Feigen von Disteln?
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Hallo Wu,
So denke ich auch.
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Hallo Wu!
Bringst Du dieses Zitat
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Mt 7:16 - An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen -
erntet man etwa Trauben von Dornen oder Feigen von Disteln? |
in Zusammenhang mit der Baha'i Religion?
Liebe Grüße, Minou
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