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Ich betrachte das Leben weniger als eine Prüfung












Hallo Minou!

Ich betrachte das Leben weniger als eine Prüfung sondern vielmehr als einen Erfahrungsaufenthalt. Der Unterschied ist, daß es keinen Lehrer dabei gibt. Denn daß es Kräfte im Universum gibt, die dies Alles hervorgebracht haben und hervorbringen ist ja wohl unbestreitbar. Über den Auslöser und den Sinn können wir grübeln und streiten. Aber wenn ich mir vorstelle, daß ein intelligentes Wesen u.a. alles Leben bestimmt und für all das Böse und das Leid verantwortlich ist, dann erwachen in mir höchst niedere Instinkte. Und wie pervers muß "ein Allmächtiger" sein, um das absichtlich zu machen?
Daß unser menschliches Leben von uns nicht nur als schlecht empfunden wird, liegt wohl an unserer Flexibilität, sonst müßte ja die menschliche Spezies auf der Stelle kollektiven Selbstmord begehen. Aber wenn man ein bißchen genauer hinschaut - welchen übergeordneten Sinn haben diese "schönen Zeiten"? Mir fällt da nur die Liebe ein, alles Andere ist entweder Befriedigung der Grundbedürfnisse oder Befriedigung von mehr oder weniger kranken Ego-Bedürfnissen.

Aber lange Rede - kurzer Sinn: Ob's und wie's mit unserem "ich" weitergeht nach dem Tod weiß kein lebender Mensch - leider. Wir müssen uns mit "glauben" begnügen. Ohne das "ich" wäre all der schlechte Egoismus weg, aber ohne "ich" gibt's auch keine Individualität. Sowas können wir uns nicht vorstellen, genausowenig wie die Unendlichkeit. Aber wir leben mittendrin!

Mit lieben Grüßen - Anton
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum I


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