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Lieber Gast (Bitte?),
ich hab`im Moment nicht soviel Zeit, will aber trotzdem auf Deinen Einwand in der Kürze der Zeit, die mir zur Verfügung steht, eingehen.
Vorneweg: Eigentlich hat Robinson schon die Richtlinie der Religionen vorgegeben - Religion ist in Ergänzung zum "Zwiebelschalenmodell" auch ein Geheimniss, dessen Tiefe jeden Tag neu ergründet werden muss.
Wenn ich Dich, lieber Gast, richtig verstehe, dann postulierst Du, das einzig und alleine das Wort Allah das Wort für Gott/Jehova/Jahwe/Manitou/Nirwana. sei. Du gehst davon aus, das alle Offenbarungen Gottes und seiner Propheten vor Muhammad ungültig seien, eben weil Muhammad die Botschaft Gottes im Jahre 622 n. Chr. verbreitete.
Damit begibst Du Dich auf das gleiche "level" wie unsere jüdischen Freunde, die Jesus als Messias ablehnen und folglich auch für Muhammad wenig Sympathie empfinden. Die orthodoxen Juden sehen sich immernoch in der Rolle des "einzig auserwählten Volkes auf der Erde", verstehen nicht, das das Kennzeichen der "Auserwähltheit" nicht in einer völkischen, rassistischen oder nationalen Verbundenheit beruht, sondern einzig und alleine in der Anerkennung des Wortes Gottes. Ebenso wie die Juden in ihrem religiösen Empfinden nicht fähig sind, die Nachfolge der Propheten durch Jesus, Muhammad, Bab, Baha`u`llah anzuerkennen, so bist Du nicht in der Lage, aufrichtig zu prüfen, ob dem "Siegel der Propheten" nicht die "Herrlichkeit Gottes" nachfolgen kann und ob diese "Herrlichkeit Gottes" sich nicht bereits offenbart hat.
Nun sind die verschiedensten Anschauungen im Glauben keineswegs Paradigmen, die uns trennen. Ich kann meine jüdischen Freunde als Gläubige ebenso akzeptieren, wie meine christlichen, muslimischen, buddhistischen, zarathustrischen und hinduistischen Freunde - ich hab`damit gar kein Problem. Gott schuf alle Menschen aus einem gleichen Samen, und daher sind wir alle Brüder und Schwestern. Und wie das mit Brüdern und Schwestern so ist - man ist auch Individualist und unterscheidet sich voneinander. Diese Unnterschiede machen uns nur noch wichtiger für unsere Geschwister und sind kein Anlass für Streit, Zank, Neid, Herrschsucht.
Akzeptanz hat aber nichts damit zutun, mit dem Finger der Ablehnung auf die vermeindlichen Fehler meiner Geschwister hinzuzeigen! Wenn ich die Ansichten meiner Geschwister nicht verstehe, ja sogar aus meiner Sicht offenkundig Falsches sehe, dann habe ich zwar die liebevolle Pflicht meine Geschwister darauf hinzuweisen, aber ich habe nicht das Recht, deren Überzeugungen als "falsch, Teufelswerk, Blendwerk" zu brandmarken. Die "Dreieinigkeitstheorie" der katholischen Kirche z.B. scheint mir auch nicht zutreffend zusein; aber es gibt eine ganze Menge Christen die ihren Weg zu Gott gefunden haben, trotz der Dreifaltigskeitstheorie. Und wichtig ist alleine der Weg zu Gott, nicht irgendwelche Theorien über Dreifaltigkeit, über die Wiederkehr des Messias nach muslimischer Sicht oder über das tausendjährige Friedenreich nach Baha`i-Ansicht. Wichtig ist der Weg zu Gott, nicht die Rechthaberei über Wege.
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