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Bezugnehmend zu dem Thema auf http://www.geistigenahrung.org/ftopic1188.html
stelle ich mal diese Frage in den Raum: Hat Buddha den Eingottglauben gelehrt? Was wisst Ihr darüber?
Nach Baha'i-Ansicht (mir fehlen aber die genauen Quellen dazu) hätten Buddha und Krishna (Hinduismus) so wie Abraham, Moses, Jesus, Muhammad... auch den Eingottglauben gelehrt, doch durch die Zeitalter hindurch seien viele von ihren ursprünglichen Lehren verloren gegangen.
Gruß, friend
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Okay, beantworte hiermit meine eigene Frage
Aus Abdu'l Baha, Beantwortete Fragen
| Zitat: |
Auch Buddha stiftete eine neue Religion, während Konfuzius die Sitten und alten Tugenden erneuerte; ihre Einrichtungen aber sind völlig zugrunde gegangen. Die Glaubenslehren und Kultvorschriften der Anhänger Buddhas und des Konfuzius wurden nicht entsprechend ihren ursprünglichen Grundsätzen weitergeführt. Der Begründer des Buddhismus war eine wunderbare Seele. Er führte die Lehre von der Einheit Gottes ein, aber später gingen die ursprünglichen Grundsätze Seiner Lehren allmählich verloren, und törichte Gebräuche und Zeremonien entstanden und wuchsen, bis sie schließlich in der Anbetung von Statuen und Bildern endeten.
Denke daran, daß Christus immer wieder darauf hingewiesen hat, daß die zehn Gebote des Alten Testaments¹ befolgt werden sollen, und Er bestand darauf, daß an ihnen festgehalten werde.² Eines unter den zehn Geboten heißt: »Du sollst kein Bildnis oder Gleichnis anbeten.« In vielen christlichen Kirchen gibt es aber heute zahlreiche Bilder und Statuen. Es ist also klar und offenkundig, daß die Religion Gottes unter den Völkern nicht bei ihren ursprünglichen Grundsätzen verbleibt, sondern daß sie allmählich geändert und umgewandelt wird, bis sie schließlich völlig zerrüttet und aufgehoben ist. Darum wird die Offenbarung erneuert und ein neues religiöses Gesetz begründet. Würden aber die Religionen nicht verändert und umgewandelt, gäbe es kein Bedürfnis für eine Erneuerung.
¹ Wörtlich: Pentateuch
² Matthäus 5:17-19, 15:3-9, 19:17
Am Anfang stand der Baum in seiner ganzen Schönheit, bedeckt mit Blüten und Früchten; endlich aber wurde er alt, trug keine Früchte mehr und verdorrte und moderte. Darum pflanzt der wahre Gärtner wiederum einen unvergleichlichen jungen Baum derselben Gattung und Art, der Tag für Tag wächst und sich entfaltet, im göttlichen Garten weithin Schatten spendet und köstliche Früchte hervorbringt. Ebenso ist es mit den Religionen: Im Laufe der Zeiten verändern sich ihre ursprünglichen Grundsätze, die Wahrheit der Religion Gottes geht ganz verloren und ihr Geist entflieht; Irrlehren treten auf, und sie wird zu einem Körper ohne Seele. Dies ist der Grund für ihre Erneuerung.
Damit soll gesagt sein, daß die buddhistischen und konfuzianischen Völker heute Bilder und Statuen verehren. Sie wissen nichts mehr von der Einheit Gottes, sondern glauben an Götter ihrer Einbildung wie die alten Griechen. Anfangs war es aber nicht so, sondern es herrschten ganz andere Prinzipien und Gebräuche.
Bedenke noch einmal, wie sehr die Grundlagen der Religion Christi in Vergessenheit geraten und wie viele Irrlehren in sie eingedrungen sind. Zum Beispiel verbot Christus Gewalt und Rache; überdies gebot Er, Unrecht und Böses mit Güte und Verzeihung zu erwidern. Denke nun darüber nach, wie viele blutige Kriege die christlichen Völker unter sich geführt haben, und wieviel Unterdrückung, Grausamkeit, Rohheit und Blutgier sich ergeben hat! Viele dieser Kriege wurden auf Veranlassung der Päpste geführt. Somit ist es klar und offenkundig, daß die Religionen sich im Laufe der Zeit völlig ändern und wandeln. Deshalb werden sie erneuert. |
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Hallo Friend!
Also nach buddhistischer Auffassung ist der Buddhismus überhaupt nicht theistisch - es gibt zwar eine 'Götterwelt', die z.T. mit der des Hinduismus übereinstimmt, auf dessen Boden er sich ja entwickelt hat - diese Götter sind zwar mächtig, aber nicht allmächtig, und sie sind auch nicht unsterblich, auch wenn sie nach menschlichem Ermessen 'unendlich' lang leben.
Dass der Buddha einen Eingottglauben gelehrt hätte, kann aus buddhistischen Quellen nicht erschlossen werden - wie ich anderswo schon geschrieben habe: wenn eine göttlich inspirierte Schrift das behauptet, dann ist das eine Glaubenssache...
Nach allen mir bekannten Quellen hat der Buddha auf Fragen nach transzendentem Wissen (Gott, Unsterblichkeit etc.) entweder gar nicht, oder in Gleichnissen wie dem vom vergifteten Pfeil oder vom brennenden Haus (s.u.) geantwortet - dass eine solche Frage nicht zur Leidbefreiung beitrage, sondern den Menschen in endlosen und nutzlosen Diskussionen festhalte...
() Wu
Neulich sah ich ein Haus. Es brannte. Am Dache
Leckte die Flamme. Ich ging hinein und bemerkte
Daß noch Menschen drin waren. Ich trat in die Tür
und rief ihnen zu, daß Feuer im Dach sei, sie also
auffordernd schnell hinauszugehen. Aber die Leute
Schienen nicht eilig. Einer fragte mich
Während ihm schon die Hitze die Braue versengte
Wie es draußen denn sei, ob es auch nicht regne,
Ob nicht Wind gehe, ob da ein anderes Haus sei
Und so noch einiges. Ohne zu antworten,
Ging ich wieder hinaus. Diese, dachte ich,
Müssen verbrennen, bevor sie aufhören zu fragen.
Wirklich, Freunde, wem der Boden noch nicht
So heiß ist, daß er ihn lieber mit jedem andern
Vertauschte, als daß er dabliebe,
Dem habe ich nichts zu sagen. ...
(Bert Brecht; Gleichnis des Buddha vom brennenden Haus)
P.S. Die Bilder und Statuen, die Buddhisten 'verehren' (was so
nicht stimmt) haben mit diesen 'Göttern' nichts zu tun -
das sind Bodhisattvas, Gestalten ähnlich den christlichen Heiligen,
von denen man Hilfe und Unterstützung erhofft.
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Lieber Wu,
Danke für die aufklärenden Worte - ich selbst kenn mich nämlich leider nicht aus mit den fernöstlichen Religionen und mich hat das interessiert.
Bedeutet das, dass die Religion Buddhas - nach den Schriften, die uns heute vorliegen - atheistisch ist (weil Du schreibst, der Buddhismus sei "nicht theistisch")? Glauben heutige Buddhisten also an nichts Höheres?
friend
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Lieber Friend,
hm - das sind genau genommen drei verschiedene Dinge - unter 'Theismus'
versteht man den Glauben an einen die Welt lenkenden Gott, unter Atheismus
das Ablehnen jedes Gottesglaubens, und der Glaube an etwas Höheres
ist wieder was Anderes...
Der Buddhismus (und zwar nicht nur der heutige, sondern nach vorliegenden
Quellen eher noch mehr der ursprüngliche) hat sich mit der Verehrung von
Göttern nicht beschäftigt - ob ein Buddhist an einen Gott glaubt oder nicht,
ist seine eigene Entscheidung. Es gibt auch keine Regel die besagen würde,
daß er keiner anderen Religion anhängen dürfte - in Asien ist das gang und
gäbe - viele Japaner und Chinesen sind Mitglieder mehrerer Konfessionen.
Auf einen ganz allgemeinen Nenner gebracht ist Glaubensinhalt des
Buddhismus, dass das Dasein an sich dukkha (Mangel, Ungenügen;
meist etwas irreführend mit 'Leiden' übersetzt) ist, und dass es möglich
ist, einen 'Zustand' zu erreichen, der sich jeder Beschreibung entzieht,
auch der Kategorie des Seins - weswegen nirvana häufig mit Nichtsein,
also Vernichtung, gleichgesetzt wird - und Buddhismus mit Misanthropie
und Pessimismus
() Wu
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