Wo beginnt der Friede?


Seit langer Zeit beschäftige ich mich mit der Frage:

Warum kann kein Friede auf dieser Erde entstehen?

Zuerst schob ich es auf die Politik, dann auf die Religionen, bis mir klar wurde, dass ich eigentlich bei mir anfangen muss, wie jeder andere Menschen auch.

Gefühle wie Neid, Wut, Eifersucht, Mißgunst, undundund... befinden sich auch in meinem Herzen und in jedem andere auch. Auch wenn sie nicht sehr ausgeprägt sind, sie sind schädlich.

Wie können Menschen die zu solchen Gefühlen fähig ist, den Frieden auf Erden herbei führen?

Kann man auf Dauer diese Gefühle unterdrücken? Ist es nicht so, dass jeder von uns auch schon Verletzungen in der Seele eines anderes herbei geführt hat? Ist, wenn man sich entgegen kommt wirklich alles vergessen, oder hinterlässt es Spuren, die keinen wirklichen Frieden aufkommen lassen?

Was mich persönlich betrifft, so bemerke ich immer wieder, dass ich innerlich nicht wirlich friedlich bin. Und das wieder führt... zu negativen Gefühlen die den Frieden einfach nicht zulassen.

Wie ist das bei euch?

Wie geht ihr mit euch um, damit ihr friedlich und ausgeglichen seid und damit ein wahrer Segen für euch und die Umgebung seid?
Hi Pichou,

natürlich hast du völlig recht: Erst muß im Inneren Friede herrschen, bevor der äußere beginnen kann.
Auch ist es wahr, daß in jedem Menschen von Zeit zu Zeit negative Gefühle aufwallen. Die Frage ist, wie gehe ich mit diesen Gefühlen um. Ich möchte keinem Leid zufügen, und wenn ich bemerke, wie mich Zorn oder Neid auf einen anderen befällt, gehe ich (sofern möglich) schnell in eine ruhige Ecke und atme tief durch. Dann denke ich: "Weshalb fühle ich so? Würde ich an Stelle des anderen nicht auch so reden/tun? Wenn ja: Wie kann ich ihm ein Recht, das ich selbst beanspruche, absprechen? Wenn nein: ICH bin nicht ER (oder sie), ich kenne seine Gefühle und seine Gedanken doch gar nicht, wie kann ich darüber richten?

Versuchs mal, bei mir hilft es zumindest.
Ihr lieben, ich sehe es genauso,

der Friede muß bei mir selbst anfangen. So sagt Abdu'l-Bahá dasselbe:

Zitat:
O du Dienerin Gottes! Der Friede muß zuerst unter den einzelnen Menschen gestiftet werden, bis er schließlich zum Frieden unter den Nationen fuhrt. O ihr Bahá'í! Strebt deshalb mit ganzer Kraft danach, durch die Macht des Gotteswortes echte Liebe, geistige Gemeinschaft und dauerhafte Bande zwischen den Menschen zu schaffen. Das ist eure Aufgabe. (Abdu'l-Baha, BRIEFE UND BOTSCHAFTEN)


Ja, und genau das empfinde ich auch als meine Aufgabe, so wie Abdu'l-Bahá es sagt. Und es ist, wie ihr auch sagt, gar nicht immer so einfach. Zunächst sehe ich in allen Menschen mal meine Brüder und Schwestern, versuche es zumindestens. Ich mußte aber feststellen, daß selbst solche Worte wie "Bruder" und "Schwester" einen riesigen Entwicklungsbedarf haben. Sie sind nämlich keinesfalls per se der Garant, gut miteinander auszukommen. Oftmals erwecken diese Worte sogar negative Assoziationen.

Also kann ich nur Verständnis und Geduld mit meinen Brüdern und Schwestern entwickeln, und dazu gehört auch Geduld mit mir selbst, viel Gottvertrauen, und vor allem, wenig Erwartungen an die Menschen stellen. Sie um Gottes willen lieben, nicht um ihrer selbst willen. (Das macht Gott). Denn wenn wir direkt auf die Menschen schauen, dann sehen wir zwangsläufig ihre Unvollkommenheiten, und es ist schier unmöglich, eine schlechte Eigenschaft zu "lieben". Das Auge Gottes ist jedoch das sündenbedeckende Auge, Er schaut nur auf das gute, auch in uns selbst. So werden wir ermutigt und können zur Ermutigungsquelle werden. Und das ist schon ein riesen Erfolg.

So berührt mich zu lesen, wie ihr beide euch um Friede in euren Herzen bemüht genauso wie ich, und schon fühle ich mich als euer Weggefährte, als Bruder, und das ist wunderrschön.

alles Liebe von Yojo
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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)
Hallo Tinto, hallo Yojo!

Code:
So berührt mich zu lesen, wie ihr beide euch um Friede in euren Herzen bemüht


Es ist ein großes Stück Arbeit und wenn sich jeder damit beschäftigen würde, so käme keiner auf dumme, bösartige Gedanken, ganz im Gegenteil.

Aber.... sich damit zu beschäftigen was und wie andere machen ist auch wieder ein negativer Gedanken.. also weg damit