Studie mit 63 Herzstillstand-Patienten


In einer britischen Studie mit 63 Herzstillstand-Patienten berichteten jüngst sieben Betroffene, nach dem Herzstillstand Freude und Hoffnung gefühlt und ein helles Licht am Ende eines Tunnels gesehen zu haben.
Erlebnisse ohne messbare Hirnströme

Die Betroffenen, so die Ärzte Zeitung, berichteten über Gefühle wie Freude und Hoffnung, ein helles Licht, Wärme und mystische Wesen sowie verstorbene Verwandte. Alle Patienten hatten zu diesem Zeitpunkt bereits keine Hirnströme mehr. Wie es zu diesen Erfahrungen kommt, ist wissenschaftlich hochgradig umstritten. Einige Studien brachten bestimmte Sauerstoff- und Kohlendioxid-Konzentration im Gehirn mit den so genannten Nahtod-Erfahrungen in Verbindung.

1994 ließen Mediziner der Virchow-Klinik gesunde Versuchspersonen schnell und hastig atmen und versetzen sie anschließend in Ohnmacht. Die Versuchspersonen berichteten übereinstimmend von sehr ähnlichen Erlebnissen wie Sterbende: Sie verließen ihren Körper oder sahen ihr Leben wie in einem Film ablaufen.

Für Studienleiter Dr. Sam Parnia von der Universität Southampton kommt diese Erklärung für die Herzstillstand-Patienten jedoch nicht in Frage: Parnia betont, dass die sieben Patienten mit Nahtod-Erfahrung sogar höhere Sauerstoffkonzentrationen aufwiesen als Patienten ohne ein solches Erlebnis. Ein Mangel an Sauerstoff, als Ursache für die Erlebnisse, scheidet laut Dr. Parnia somit aus. Als schlichte Halluzinationen ließen sich die Patientenerfahrungen ebenfalls nicht befriedigend erklären. Dr. Parnia in der Ärzte Zeitung: »Alle Patienten konnten sich genau und sehr detailliert an das Erlebte erinnern. Das deutet nicht auf Halluzinationen hin. In einem Zustand wie dem ihren dürfte das Gehirn eigentlich weder zu so klaren Prozessen in der Lage sein, noch sollte man meinen, dass es dauerhafte Erinnerungen speichern kann«, kommentierte Parma. Er selbst sei zu Beginn der Untersuchung skeptisch gewesen, doch nun sei er davon überzeugt, »dass es da noch etwas anderes gibt«.