Nach dem Tod kommt nichts mehr!


Woher will irgendjemand wissen , dass nach dem Tod nichts kommt ? ? ?
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Liebe Grüsse
Naja, in diesem Forum wird so mancherlei behauptet, da kommt es auf eine Behauptung mehr oder weniger auch nicht an.
Ich halte nichts von Behauptungen ohne sichere Grundlage .
1. Zu Templer: „Nach dem Tode kommt nichts mehr.“ - Diese Aussage ist irrelevant – wie schon jemand sagte - , da wir über das, was nach dem Tode folgt, gar nichts wissen.

2. Zu Bürkl: „...dass durch die Auferstehung bezeugtermaßen etwas grundlegend Neues geschehen ist - und wir auf Basis dessen an Jesus glauben.“ - Eine leibliche Auferstehung, verbunden mit einer leiblichen Himmelfahrt ist nach allen Regeln der Naturgesetze nicht möglich. Deshalb sind Aussagen von Zeugen dieser Auferstehung irrelevant. Damit ist nicht ausgeschlossen, dass die Seele Jesus' zu Gott aufgestiegen ist. Auch ist es nicht abwegig anzunehmen, dass der Geist Jesu den Jüngern erschienen ist. Allerdings geschehen auf dieser Welt alle Ereignisse im Rahmen der Naturgesetze. Gott, der Schöpfer der Naturgesetze und der Erde, lässt nichts durch Hokuspokus-Zauberei geschehen. Das wäre aber der Fall, wenn ein irdischer Leib vom Tode aufersteht, indes sein toter irdischer Körper unauffindbar verschwunden ist. Auch die leibliche Himmelfahrt ist aus eben den gleichen Gründen nicht möglich. Das Christentum tut sich schon schwer, die Jungfrauengeburt zu erklären (in ganz alten Schriften soll es nicht Jungfrau, sondern „junge Frau“ heißen). Und eine geistige Auferstehung Jesu ist leichter zu glauben als eine leibliche.

Nach meiner Überzeugung ist das Geistige im Körper Jesu, also seine Seele, zu Gott aufgestiegen und vorher noch seinen Jüngern erschienen. Eventuell aber haben sich die Jünger das auch nur eingebildet. Damit ist die Wahrheit der christlichen Lehre nicht ausgeschlossen. Da das Christentum in den folgenden zwei Jahrtausenden eine derartige Macht entfaltet hat, muss man davon ausgehen, dass eine gewaltige göttliche Persönlichkeit
- eben Jesus als Gott - der christlichen Religion die Kraft zu dieser glanzvollen Entwicklung verliehen hat. In Jesus ist Gott auf die Erde gekommen, um das Leiden der Menschheit am eigenen Leibe zu erfahren, durch die Ereignisse am Karfreitag (circa 30. n. Chr.). Gott selbst kann den Menschen nicht erscheinen, da er, der Schöpfer aller Welten, zu groß ist. Da Gott nun in Jesus Mensch geworden ist, musste er nicht nur die Todesangst und die Qualen der Folter ertragen, sondern auch die grauenhafte Vorstellung, dass sein irdischer Leib zerfallen wird. Erst hierdurch erfuhr Gott das Ausmaß der menschlichen Gebrechlichkeit und des menschlichen Leidens, sodass er hierauf seine Lehre von der Gnade, der Barmherzigkeit und des Verzeihens aufbauen konnte, eine Lehre, die bis zum heutigen Tage ihre Kraft entfaltet (von vorübergehenden Krisen und Schwächen einmal abgesehen).

Der verbissene Versuch des Christentums, gegen die Naturgesetze den Gläubigen seltsame „Zaubereien“ einzureden, sollte endlich beendet werden.
@ Haldor

Das Thema "Auferstehung" sehe ich ebenso wie Du. Es stellt sich halt die Frage, wohin der Leichnam Jesu verschwunden ist. Ausserdem frage ich mich, ob durch Jesu Tod auch die Suenden der Menschen des gesamten Universums bzw. der Multiversen gesuehnt sein sollen. Dazu muesste ja theoretisch der Sohn Gottes dort auch materielles Wesen geworden sein.

Die Bahai Religion lehrt, dass es unendliche Welten Gottes gibt und dass ueberall Offenbarer erscheinen, um die Menschen Gottes Willen zu lehren. Es wird hier aber der Offenbarer nicht als inkarnierter Sohn Gottes gesehen, sondern als eine Manifestation Gottes, in dessen Geistseele Gott gespiegelt wird.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Ich meine, dass das wiederum auf jeden Fall nur ein Teilaspekt des allmächtigen Gottes ist, der Mensch Jesus Christus aus Nazareth mit seinen Worten und seinem Schicksal, dennnoch hat er das göttliche Grundprinzip der Erlösung uns nahe gebracht. Auf keinen Fall aber war Gott letztendlich vorher uns so fern, dass er erst in Jesus das Leid und die Beschränktheit des körperlichen Menschseins erfahren hätte müssen. Aber dadurch hat er es uns offensichtlich gezeigt, dass er Anteil an unser aller Schicksal nimmt.
Zu Minou: In der Annahme, es gebe Multiversen, sehe ich bloß eine Theorie, kein Realität. Auch dass im Universum unzählige bewohnte Planeten existierten, hat bisher noch keiner nachgewiesen. Ein Beweis ist (wohl) auch gar nicht möglich (s. die Unmöglichkeit der Raumfahrt zu lichtjahreentfernten Planeten bzw. die Unzulänglichkeit von Teleskopen, die – wenn überhaupt – nur einen Lichtfleck erkennen lassen; schon beim Pluto). Zudem ist die Konstellation der Erde mit der Existenz des Jupiters und des Mondes so einmalig (Jupiter und Mond garantieren die Existenz von Lebewesen auf der Erde), dass man so eine ungewöhnliche Konstellation nicht noch einmal im Universum erwarten kann). - Zur Natur von Jesus: Es ist richtig, dass Jesus als Sohn Gottes in der christlichen Kirche praktisch nicht anerkannt ist. Als Sohn Gottes wäre Jesus ein Geschöpf Gottes, also nicht Gott selber, wie seit dem Konzil von Nicäa gültige Lehre. Bischof Arius bzw. die Arianer hatten dagegen in Jesus überwiegend einen Menschen gesehen; ein Gott könne nicht am Kreuz sterben, meinte Arius. - "Es wird hier (bei den Bahais) aber der Offenbarer nicht als inkarnierter Sohn Gottes gesehen, sondern als eine Manifestation Gottes, in dessen Geistseele Gott gespiegelt wird." Also, für mich ist das das Gleiche. Auch der Sohn Gottes war eine Manifestation Gottes, auch in seiner Geistseele hat sich Gott gespiegelt. "Sohn Gottes" muss hier als Hilfskonstruktion aufgefasst werden, um das Erscheinen Jesu plausibel zu machen; denn Jesus war in Wahrheit ja Gott selber (seit Nicäa), d.h. der unendliche Gott war in Jesus endlich geworden.
Haldor 505 hat folgendes geschrieben:
Bischof Arius bzw. die Arianer hatten dagegen in Jesus überwiegend einen Menschen gesehen; ein Gott könne nicht am Kreuz sterben, meinte Arius. - "Es wird hier (bei den Bahais) aber der Offenbarer nicht als inkarnierter Sohn Gottes gesehen, sondern als eine Manifestation Gottes, in dessen Geistseele Gott gespiegelt wird. Also, für mich ist das das Gleiche.

Ist es im Grunde auch. Es sind beides Formen der Irrlehre des "Subordinatianismus", der besagt dass Christus seinem Wesen nach in irgendeiner Form unter Gott steht.

Die Irrlehren über Christus sind seit den Klarstellungen der frühchristlichen Konzilien im Grunde irrsinnig langweilig. Sie wiederholen sich in unterschiedlichen Nuancierungen durch die Jahrhunderte immer wieder. Aber im Kern kann man sie auf eine Handvoll reduzieren - nur eben unter tausenden "Labels".
Zu Peter.Trim: Wir können nur „irdisch“ argumentieren. Für das Übersinnliche, Metaphysische fehlt unserem Verstand jede Erkenntnismöglichkeit bzw. jede Fähigkeit, Phänomene wie Gott, Leben nach dem Tod, Ewigkeit etc. zu erklären. Deshalb können wir auch die Frage, warum Gott in Jesus Mensch geworden ist, nur aus unserer menschlichen Vorstellungswelt erklären. Natürlich führt es zu einem Widerspruch, wenn man sagt: Gott wollte durch Jesus erkunden, in welchem Ausmaß der Mensch auf der Erde leiden muss. Das hieße, Gott, dem Allmächtigen, Allwissenden einen Mangel an Wissen zu attestieren. Dieser Widerspruch ist immer die zu erwartende Sackgasse, in die man hineinkommt, wenn man versucht, Gottes Absichten mit Hilfe unseres Verstandes zu erklären.
Irgendjemand hat einmal erklärt, in Jesus sei die Dimension der Unendlichkeit in die Endlichkeit herabgestiegen (ich glaube, es war Calvin). Warum er das tat, müssen wir also irdisch zu erklären versuchen: Für den vollkommenen Gott ist das Leben in der Unvollkommenheit der Welt vermutlich doch nicht ohne weiteres nachvollziehbar. Man kann es mit der Erkenntnis des Menschen vergleichen: dieser kann z.B. das Leben mit seinen Gesetzen und gefahrvollen Verläufen ohne weiteres erkennen und durchschauen. Aber er weiß es erst richtig, wenn er die Dinge „angefasst“, am eigenen Leibe erlebt hat. Genauso ergeht es offenbar Gott: er sieht alles, durchdenkt und erkennt alles. Aber er, der Vollkommene, ist offenbar außerstande, als unvollkommenes Wesen zu agieren. Er weiß nicht, um es mit Goethe zu formulieren, wie einem zumute ist, der „sein Brot mit Tränen“ essen muss. Auch gibt es offenbar eine entgöttlichte Gegenwelt, die des Bösen, in die der Einfluss Gottes allem Anschein nach nicht hineinreicht. Anders ist es nicht zu erklären, weshalb diese Gegenmacht immer wieder auf der Erde – in Form von Kriegen z.B. - vorübergehend zur Herrschaft gelangt. Man könnte also durchaus annehmen, dass Gott durch Jesus sich der Unvollkommenheit der Welt einmal aussetzen wollte, um den Schrecken der Welt, das Ausgeliefert-sein gegenüber den Mächten der Finsternis am eigenen Leibe zu erleben, er wollte gewissermaßen das Leiden einmal selbst „anfassen“. Tatsache ist jedenfalls, dass durch das Erscheinen Jesu die Liebe Gottes, die sich als Erlösung des Menschen durch die Möglichkeit der Buße, der Gnade und des Verzeihens darstellt, in die Welt gekommen ist. Vor Jesus hat es so eine Möglichkeit der Erlösung nicht gegeben.
Haldor 505 hat folgendes geschrieben:
Er weiß nicht, um es mit Goethe zu formulieren, wie einem zumute ist, der „sein Brot mit Tränen“ essen muss. Auch gibt es offenbar eine entgöttlichte Gegenwelt, die des Bösen, in die der Einfluss Gottes allem Anschein nach nicht hineinreicht. Anders ist es nicht zu erklären, weshalb diese Gegenmacht immer wieder auf der Erde – in Form von Kriegen z.B. - vorübergehend zur Herrschaft gelangt. Man könnte also durchaus annehmen, dass Gott durch Jesus sich der Unvollkommenheit der Welt einmal aussetzen wollte, um den Schrecken der Welt, das Ausgeliefert-sein gegenüber den Mächten der Finsternis am eigenen Leibe zu erleben, er wollte gewissermaßen das Leiden einmal selbst „anfassen“.

Ein schöner Gedanke, dass Gott aus Solidarität mitleidet und uns so nahe sein will.
Noch wichtiger - und der eigentliche Kern der Erlösung - ist allerdings die durch die Menschwerdung Gottes bewirkte "Heilung des menschlichen Willens". Gott realisiert durch Jesus das, was uns durch die Sünde Adams unmöglich war - den Willen Gottes vollständig zu tun.

"Am Ölberg führt Jesus den menschlichen Willen zum vollkommenen „Ja“ zu Gott zurück; in Ihm ist der natürliche Wille voll in die Richtung integriert, welche die göttliche Person ihm verleiht. Jesus erlebt sein Leben aus der Perspektive des Gottessohns. Sein menschlicher Wille ist im Ich des Sohnes verankert, der sich ganz dem Vater hingibt. Damit sagt Jesus uns, dass der Mensch nur dann zu seiner vollen Höhe gelangt und „göttlich“ wird, wenn er seinen Willen dem Willen Gottes angleicht. Nur wenn wir aus uns herausgehen und zu Gott „Ja“ sagen, verwirklicht sich der Wunsch Adams und unser aller, der Wunsch nach vollkommener Freiheit. Das ist es, was Jesus im Getsemani vollbringt: indem er den menschlichen Willen in den Willen Gottes verlegt, kommt der wahre Mensch zur Welt, und wir sind erlöst."

Em. Papst Benedikt XVI.

Und durch die Auferstehung, welcher der Abstieg Jesu "in das Reich des Todes" vorausging - Jesus war wirklich tot - gibt es eben keinen "exklusiven" Ort des Bösen mehr - selbst in der tiefsten Finsternis leuchtet das Licht des Lebens.

Papst Benedikt XVI. zufolge „muss alle christliche Theologie, soll sie ihrem Ursprung treu bleiben, zuinnerst und zuerst Theologie der Auferstehung sein.
Sie muss Theologie der Auferstehung sein, bevor sie Theologie der Rechtfertigung des Sünders ist; sie muss Theologie der Auferstehung sein, bevor sie Theologie der metaphysischen Gottessohnschaft ist. Sie kann und darf auch Theologie des Kreuzes jeweils nur als und in Auferstehungstheologie sein. Ihre erste und ursprunggebende Aussage ist die Botschaft, dass die Macht des Todes, die eigentliche Konstante der Geschichte, an einer Stelle durch Gottes Macht zerbrochen worden und damit der Geschichte eine gänzlich neue Hoffnung eingesenkt worden ist."

Zitat:
Tatsache ist jedenfalls, dass durch das Erscheinen Jesu die Liebe Gottes, die sich als Erlösung des Menschen durch die Möglichkeit der Buße, der Gnade und des Verzeihens darstellt, in die Welt gekommen ist. Vor Jesus hat es so eine Möglichkeit der Erlösung nicht gegeben

Wunderschön gesagt.