Nach dem Tod kommt nichts mehr!


Haldor 505 hat folgendes geschrieben:
Unser Verstand soll nur die Erscheinungen auf unserer Erde verstehen und erklären, mehr nicht. Zu mehr reicht es eben nicht.

Naja - die Physik ist ja schon längst ins Universum vorgestoßen.
Aber ich weiß worauf du hinauswillst. Der Physiker kann dir sagen: Unser Universum hat eine Ausdehnung von soundso viel Millionen Lichtjahren. Welchen Sinn diese immense Größe und welchen Sinn unser Dasein hat wird er dir nie beantworten können.
Zu Burkl: Jawohl, so war es gemeint.
Haldor 505 hat folgendes geschrieben:
Zu Burkl: Jawohl, so war es gemeint.

Na fein. Es freut mich übrigens, dass du nach Jahren der Inaktivität wieder hier im Forum bist.
Die einen nennen es "kosmische Überlegenheit", die anderen Gott, wieder andere sprechen von einer universellen Kraft oder von der höheren Vernunft. Ernst Haeckel, ein Atheist, meinte, das Naturgesetz sei Gott. Tatsache ist, dass es die Naturgesetze gibt. Das kann keiner leugnen. Die Naturgesetze können ja nicht von selbst, aus dem Nichts entstanden sein. So eine Behauptung wäre sogar aus der Sicht des Verstandes sinnwidrig und töricht. Wer aber hat die Naturgesetze geschaffen? Wer hat allen Lebewesen die Lebenskraft gegeben, damit sie sich bewegen, essen und trinken können, wer hat die tierischen Organe geschaffen, die fein aufeinander abgestimmt funktionieren? Wer hat dafür gesorgt, dass der Mensch denken und schöpferisch tätig sein kann? Die Naturgesetze sicher nicht, die können nichts schaffen, die stellen nur die Bedingungen dar, nach denen alles funktioniert. Wer also hat alles geschaffen? Man kann diesen Jemand ruhig Gott nennen; meinetwegen auch "kosmische Überlegenheit".
Haldor 505 hat folgendes geschrieben:
Man kann diesen Jemand ruhig Gott nennen; meinetwegen auch "kosmische Überlegenheit".

"Vater" ist mir am liebsten.

Jeder Christ ist aufgrund der Taufe Kind Gottes. Die Vaterschaft Gottes ist eine von Christus im Evangelium geoffenbarte Wahrheit, die einen wesentlichen Aspekt der christlichen Lehre darstellt.

„Schon als Kind hatte ich im Vaterunser gelernt, Gott Vater zu nennen; nun aber empfand, sah und war ich voller Staunen angesichts des göttlichen Ratschlusses, dass wir Kinder Gottes sind ... und das mitten im Verkehr, in einer Straßenbahn , eine Stunde lang oder länger, ich weiß es nicht mehr – ich musste es einfach hinaussschreien: Abba, Pater!”

Hl. Josémaria Escrivá
Ich bin da für Einiges offen: Vater, Gott, Urgrund allen Seins, Gesamtheit aller Personen und Dinge!
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Ich bin da für Einiges offen: Vater, Gott, Urgrund allen Seins, Gesamtheit aller Personen und Dinge!

Das ist aber doch wohl ein Riesenunterschied, ob Gott ein lebendiges, sich um mich sorgendes personales Gegenüber ist, der von uns als Vater ("Abba" - eher liebevoll "Väterchen", "Papa") angesprochen werden will oder irgendein anonymer "Urgrund" oder eine unpersönliche "Gesamtheit".
Also, es geht ja zunächst nur darum, zur Auffassung der Atheisten Stellung zu nehmen, es gebe überhaupt keinen Gott, keinen Schöpfergott, und also sei unser Leben sinnlos, es versinke nach dem Tode im Nichts, genauso wie das Leben aller sonstigen Lebewesen sinnlos ist und im Nichts versinkt, wenn man mal von der Funktion der Lebewesen innerhalb der Natur absieht. Die Behauptung (der Atheisten), alles sei zufällig, also auch zufällig entstanden (aus dem Nichts also entstanden), ist so kurios, um nicht zu sagen: provokatorisch, schon aus der Perspektive des Verstandes, dass man dazu Stellung nehmen sollte. - Dass die „höhere Vernunft“, von den meisten auch Gott genannt, sich den Menschen in Liebe zuwendet, ist eine zentrale Aussage des christlichen Glaubens. Rationalisten und Zweifler sagen sofort: Glaube ist nicht Wissen, und sie verweisen auf das Elend, das überall auf der Welt zu beobachten ist, ja das sogar das Leben eines jeden Menschen mindestens einmal, oft mehrere Male zur Qual werden lässt. Wo ist hier die Liebe Gottes? fragen die Zweifler. Diese können durchaus gute Christen sein (da sie gemäß Matthäus 7, Vers 21 nicht ständig „Herr, Herr!“ sagen, sondern „den Willen des Vaters im Himmel tun“), sie halten sich eben an das „Vater-unser-Gebet“, das ganz klar sagt: „Dein Wille geschehe!“ Auch Gebete können an diesem Willen der „höheren Vernunft“ (deren Absichten von der menschlichen Vernunft nicht durchschaut werden können) nichts ändern - sagen jedenfalls die Zweifler. Ein (nicht zweifelnder) Christ hält dem wahrscheinlich entgegen: Gottes Wille ist es auch, dass man zu ihm betet.
Haldor 505 hat folgendes geschrieben:
Rationalisten und Zweifler sagen sofort: Glaube ist nicht Wissen

Diese Behauptung, die den Glauben abwerten soll, basiert auf einem grundlegenden Missverständnis. Im Deutschen verwenden wir das Verb "glauben" für "Meinen, Dafürhalten" aber auch für den religiösen Glaubensakt. In anderen Sprachen, z.B. im Lateinischen, wird zwischen diesen beiden Glaubensarten auch sprachlich unterschieden. "Putare" bedeutet auf lateinisch glauben im dem Sinne von einer bloßen Annahme auszugehen - also Fehlendes Tatsachenwissen durch die Vorstellungskraft zu kompensieren, weil das Faktum in der Zukunft liegt oder aus anderen Gründen einem nachprüfenden Zugriff entzogen ist. "Credere" wird demgegenüber auf Latein für "glauben" im religiösen Sinne verwendet. Da steckt "cor dare" drinnen, also jemandem oder etwas - einer angenommen Wahrheit - das "Herz zu geben".
Der Glaubensakt im religiösen Sinne besteht also nicht darin von einer bestimmten austauschbaren und widerleglichen Annahme auszugehen, die ich derzeit, aus welchen Gründen nicht empirisch überprüfen kann oder will. Glauben im religiösen Sinne ist kein "Wissenssubstitut", keine Krücke, kein Lückenbüsser um Erkenntnisbereiche abzudecken, die ich empirisch (noch) nicht erschließen kann - weil ich eben noch nicht so weit bin, zu wenig Kenntnisse und Fertigkeiten habe etc.
Es geht beim Glauben im religiösen Sinne nicht um ein bloßes "Meinen" - denn Meinungen gibt es wie Sand am Meer, der Glaubensinhalt ist aber nicht beliebig austauschbar und er steht im Grunde fest, die Theologie beleuchtet ihn nur immer tiefer. Der Glaube ist ein Akt der auch das menschliche Wissen übersteigt - und das, worauf er abzielt ist von Vorne herein einer Erschließung in Form von naturwissenschaftlichem Wissen unzugänglich. Gott steht ja über der Natur und nicht in ihr. Glauben ist also so gesehen tatsächlich nicht Wissen - das stimmt. Er ist aber nicht so, wie die Atheisten meinen, weniger als Wissen - Er ist mehr als Wissen, viel mehr - weil er die ganze Existenz trägt und allem Wissen erst die Farbenpracht und Tiefendimension verleiht.

Zitat:

und sie verweisen auf das Elend, das überall auf der Welt zu beobachten ist, ja das sogar das Leben eines jeden Menschen mindestens einmal, oft mehrere Male zur Qual werden lässt. Wo ist hier die Liebe Gottes? fragen die Zweifler.

Das ist die Theodizee-Frage, auf die es tatsächlich keine kurzen und einfachen Antworten gibt. Ich habe nur einmal eine gehört, die es kurz und prägnant aufzulösen versucht. Auf die Frage "Wo war Gott in Auschwitz?" antwortete jemand "Am Kreuz".

Das Mysterium des Glaubens ist, dass Gott das Leid nicht einfach "wegzaubert", indem er uns z.B. unsere Freiheit nimmt, auch wenn wir sie massiv missbrauchen sollten. Das Geheimnis ist das Mit-Leid Gottes am Kreuz. Er erklärt damit nicht mit einer einfachen Formel welchen Sinne das Leiden Unschuldiger hat - Er gibt aber allem Leiden, das sich mit Ihm am Kreuz vereint, eine neue und sinnvolle, nämlich erlösende Dimension. Sinnloses Leid gibt es im Kreuz nicht. Auf den Karfreitag folgt der Ostersonntag. Aus dem tiefsten Dunkel des Leides, der Qual und des Todes heraus entzündet sich das hellste Licht, das uns Menschen leuchtet - das der Auferstehung.

Zitat:
fragen die Zweifler. Diese können durchaus gute Christen sein

Selbstverständlich können Zweifler gute Christen sein. Ganz große Heilige hatten Phasen tiefsten Glaubenszweifels in ihrem Leben. Nehmen wir als Beispiel die Hl. Therese von Lisieux oder Mutter Teresa, oder Johannes vom Kreuz. Alle mussten sie durch tiefste Zweifel hindurch gehen.

Zitat:
Auch Gebete können an diesem Willen der „höheren Vernunft“ (deren Absichten von der menschlichen Vernunft nicht durchschaut werden können) nichts ändern - sagen jedenfalls die Zweifler.

Da haben die Zweifler recht. Nur unterliegen sie hinsichtlich des Wesens des Gebetes einem grundlegenden Irrtum. Beim Gebet geht es nicht darum Gott zu irgendetwas zu "überreden" oder ihn dazu zu bringen, mir die in meinen Kopf gesetzten Wünsche zu erfüllen. Es geht beim Gebet nicht darum, dass sich Gottes Willen dem meinigen anpasst, sondern umgekehrt - dass ich meinen Willen auf Seinen "einschwinge" und immer mehr in Einklang bringe, sodass ich auf Ebene meines Wollens und Seins immer mehr Gott ähnlich werde. Gebet bedeutet zu allererst "sich mit den Augen Gottes zu betrachten" - zu fragen "Gott, wie siehst du mich? Was willst du von mir?", "Wo soll ich hingehen?", "Was soll ich konkret tun?" - und dann wird Gott das Seine tun, um diesen im Gebet erkannten Weg zu ermöglichen. Aber auf die Art und Weise und in dem Tempo, die Er aus Liebe zu mir auf die unübertrefflich beste Weise festlegt.

Zitat:

Ein (nicht zweifelnder) Christ hält dem wahrscheinlich entgegen: Gottes Wille ist es auch, dass man zu ihm betet.

Dass sollte jeder Christ so sehen. Ohne Gebet gibt es kein übernatürliches Leben.
Was nach dem Tod kommt , weiss allein der wirkliche Erschaffer des Universums (keine Religion)