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| Ich bin mir im übrigen nicht sicher, ob die Wissenschaft jemals darauf kommen wird, da selbige gerade so verbissen auf ihre Methoden verharrt, was dem oben beschriebenen Weltanschauungs-Bild widerpricht. Das riesige Gerüst der Wissenschaft baut auf wenigen unbeweisbaren Axiomen auf und die Wissenschaft wird sich verständlicerweise aus Angst vor einen Zusammensturz davor hüten, selbige auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. |
Ich weiß nicht, was für eine Vorstellung Du von Wissenschaft hast oder wo diese herkommt. Ich habe eher den Eindruck, dass Du der Wissenschaft unterstellst, so vorzugehen, wie Du selber denkst.
Die Wissenschaft jedenfalls war die letzten vierhundert Jahre damit beschäftigt, ihr Weltbild permanent zu überprüfen und zu verwerfen und neu zu prüfen und erneut zu verwerfen. Das gilt auch für ihre Axiome. Ich kenne jedenfalls keines, das nicht schon einmal auf dem Prüfstand war.
Wissenschaft besteht grob gesagt darin, für anfallende Probleme zu lösen, und sich für die Alternative zu entscheiden, die nach dem momentan Kenntnisstand das Problem am Besten löst. Die Fragen sind immer die:
Was ist das Problem? Was sind die möglichen Lösungsalternativen? Durchdenke alls Alternativen und überlege, welche Konsequenzen diese haben. Prüfe jede Lösung unvoreingenommen. Entscheide Dich für die Lösung, die das Problem am Besten löst und die Anzahl der Folgeprobleme minimiert. Unterziehe alles einer Revision, wenn neue Tatsachen auftauchen.
Dawkins erzählt (in "Der entzauberte Regenbogen") von einem Schlüsselerlebnis als Student. Ein Professor hatte einen anderen Wissenschaftler eingeladen für einen Vortrag zu einem Thema, an dem er seit 15 Jahren forschte. Jeder der Studenten kannte die seit 15 Jahren vertretene Lieblingstheorie dieses Professors. Der Gastdozent in seinem Vortrag nahm sich diese Lieblingstheorie vor und zerpflückte sie nach allen Regeln der Kunst. Am Ende des Vortrags stand der Professor auf, ging nach vorne, schüttelte dem Gastdozenten die Hand und sagte: " Mein Freund, sie haben mir gezeigt, dass ich mich die letzten 15 Jahre geirrt habe, und dass meine Theorie falsch ist. Dafür danke ich Ihnen". Dawkins berichtet, dass die Studenten danach aufgestanden seien und geklatscht hätten, "bis ihnen die Hände brannten". Das ist Wissenschaft, die Bereitschaft, seine grundlegenden Theorien jederzeit zu revidieren.
Genau das unterscheidet Wissenschaft vom Glauben - die Bereitschaft, auch seine grundlegenden Ideen öffentlich auf den Prüfstand zu stellen und diese zu verwerfen, wenn die Prüfung scheitert.
Die an der erwähnten Studie beteiligten Wissenschaftler - bezahlt übrigens von der Templeton Foundation, einem christlichen Institut, welches sich zur Aufgabe gemacht hat, Fosrschung zu unterstützen, die den Glauben bestätigen soll - waren der Ansicht, beweisen zu können, dass Beten hilft. Auch der führende Wissenschaftler der MANTRA-Studie war der festen Meinung, dass Beten hilft. Er war so überzeugt davon, dass er bereit war, seine Meinung einer objektiven Prüfung zu unterziehen.
Die Angst, ihre Ansichten einer Prüfung zu unterziehen ist das Kennzeichen der meisten Gläubigen, aber keines der Wissenschaftler. Gläubige gehen kein Risiko ein, ihre Ansichten widerlegt zu sehen - Wissenschaftler tun dies jeden Tag, das gehört zu ihrem Vertsändnis dazu.
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| Ohne Axiome in Frage zu stellen, wird es meiner Meinung nach nicht zu bedeutend neuen Erkenntnissen kommen, sondern (im Gegenteil) zum Stillstand. |
Ganz genau das ist es, was den Glauben auszeichnet, und was Du nun unhinterfragt und ohne Kenntnis der Wissenschaften den Wissenschaftlern unterstellst.
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| Aus der von VolkerD erwähnten wissenschaftlichen Studie ziehe ich lediglich den Schluss, dass die Beteiligten nach außen hin zwar für die Kranken gebetet haben, das Augenmerk aber zu sehr darauf gerichtet war, der Studie positive Ergebnisse zu entlocken. Das kann nicht funktionieren. |
Warum nicht?Ich denke, Deine Kritik an der Wissenschaft fällt auf Dich selbst zurück. Du bist es, der nicht bereit ist, seine grundlegenden Ansichten zu prüfen und zu ändern, wenn die Prüfung zu anderen Ergebnissen kommt. Statt dessen besinnst Du Dich lieber auf lahme Ausreden, warum nicht herausgekommen ist, was Du Dir wünschst.
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