Rechtschreibreform


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"Es ist die Sehnsucht Gottes an diesem Tage, alle Menschen als eine Seele und einen Körper zu betrachten" (Bahá'u'lláh)
Stimmt, lieber Yojo,

konnte ich ganz problemlos und sehr zügig lesen! Watt soll also dä ganze Quatsch mit die ScheiNeRe???




Viele Grüße

Désirée
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Hütet euch, eine Seele zu kränken, ein Herz zu betrüben
oder einen Menschen mit euren Worten zu verletzen, sei er euer Bekannter
oder ein Fremdling, Freund oder Feind!


Hallo Désirée,

meist ist es wirklich nicht so wichtig, aber manche Vorteile der neuen Rechtschreibung sehe
ich schon; z.B. bei der Trennung, die mit dem Kri-Stall und den Mini-Stern gebrochen hat
(solange aus den Gast-räumen keine Gas-träume werden )
Aber eine einheitliche Schreibweise ist schon wichtig - wenn Du bei Google nach
Walveranstaltungen suchst, wirst Du vielleicht nicht das finden was Du suchst...

Aber zweifellos ist Vieles unnötig kompliziert, und Manches einfach falsch - ob jemand recht
hat oder ob er Recht hat, ist für mich nicht dasselbe - bei solchen Dingen halte ich mich auch
nicht daran - schließlich bekomme ich keine Deutschnoten mehr

() Wu
Wer nie richtig Rechtschreibung bzw. seine Muttersprache,
in unserem Falle nun einmal Deutsch, weil die (wievielte?!)
Rechtschreibreform diese Sprache betrifft, erlernt, und zwar
richtig und nicht nur fragmental, der wird auch nach der
x-ten Reform immer wieder Fehler machen. Dann sind es
eben andere. Aber weder werden wir oder unsere Kinder
dadurch schlauer und fähiger der deutschen Sprache und
somit Rechtschreibung, noch wird eine Sprache, die
- so mein Empfinden - regelrecht verhunzt wird.

Vor vielen Jahren überlegte man in Deutschland, die
Kleinschreibung, beispielsweise wie im Englischen,
einzuführen. Aber ein signifikantes Beispiel der
bevorstehenden Verwirrtheit brachte es auf den
Punkt:

"der gefangene floh..."

Ja wie nun? Handelt es sich um einen gefangenen Floh,
oder um einen Gefangenen, der floh. Sicherlich, es ergibt
sich normalerweise aus dem Zusammenhang. Aber was
ist denn noch normal?

Oh oh, ich ging auch zu der Zeit zur Schule, als
"st" noch nicht getrennt wurde nach der alten Regel
"trenne nie <<st>>, denn es tut ihm weh. Nun, diese
und ein paar andere Regeln zu lernen, haben mir nie
weh getan. Weh tut mir nur, wenn sich Wörter sehe
wie Schifffahrt oder Majonäse. Das sieht dermaßen
bescheuert aus. Und wer nun eine Rechtschreibschwäche
aufweist, und nicht weiß, dass man Schiff mit 2 "f"
schreibt, der wird Schiffahrt logischerweise mit 2 "f"
schreiben, also unbewussterweise sich somit der
alten und somit wiederum falschen Rechtschreibung zuneigen.

Wer nie lernte, dass man Vater mit "V" schreibt,
wird auch nach noch so vielen Reformen immer
wieder "Fater" schreiben.

Wozu das alles? Zumal wir ja immer mehr Engleutsch
schreiben, als Deutsch.

Die Kids haben sowieso ihre eigene Sprache. Die dissen,
statt nerven. Wenn sie sich was wegnehmen, so haben
sie das "geowned". Oder Musik ist hip und phatt. Gehe
ich klauen, heißt das raiden. Ach, nicht zu vergessen,
dass ich im Webradio "phatte Beats und geile Grooves"
höre. Sorry, nicht Musik sondern Mucke. Nicht Hit,
sondern Track.

Ich bin ein Kind der ersten Stunde der so genannten
"Ganzheitsmethode" und ich glaube, ich habe es nicht
allzu schlecht erlernt und Probleme hatte ich damit
nie. Meine Mutter, die selbst Lehrerin wie ihr Vater war,
hat sich eben mit mir befasst und mir sowieso schon
Lesen und Schreiben im Alter von vier Jahren beigebracht,
aber nicht mit Zwang, sondern weil ich es wollte. Nebenbei
erlernte ich Frakturschrift, um selbständig in Lexika nachschlagen
zu können (weil Lehrer die nervende Angewohnheit haben,
ein Fremdwort in einem dreistündigen Marathon zu
erklären, was mich schon immer total aufgeregt hat) und nebenbei
noch ein wenig Sütterlin, um alte Tagebücher und Schriftstücke
lesen zu können.

Ich sehe da nichts Falsches. Und ich sehe absolut nichts Falsches
an der ursprünglichen Rechtschreibung. Die reformieren sich noch
ins Nirvana mit ihren Ideen. Vielleicht gründen sie dann einen
jenseitigen Lesezirkel und laden als Kritiker Prof. Karasek und
Reich-Ranicki ein. Stelle ich mir gerade lustig vor.

Oh, etwas Schlimmes geschah: mein Bruder war nicht dumm,
aber einfach nur ein fauler Hund. So sah sich meine Mutter
gezwungen, mit ihm das "Rotkäppchen-Diktat" nebst
Kochlöffel zu üben *fg*.


Ich kann mich noch erinnern, als in der Grundschule ein Junge
an die Tafel das Wort "Nachbar" schreiben sollte. Er konstruierte
daraus "Nachtbar". Woher ein Siebenjähriger schon ein solches
Wort kennt, ist mir ein Rätsel . Somit könnte dann aus
Nachtisch der Nachttisch werden und umgekehrt. Sinnentstellt.

Aber so vieles ist heutzutage sinnentstellt. Dann kommt's auf ein
paar wenige Wörter ja auch nicht mehr an.

In diesem Sinne einen schönen Sonntag.
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was mich nicht umbringt, macht mich stark
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Nicht um meinen Bruder zu besiegen,
suche ich Kraft, sondern meinen
größten Feind, mich selbst.
Hallo Wu,

meine Antwort war natürlich nicht ganz ernsthaft gemeint! Allerdings muss ich eingestehen, dass ich seinerzeit in einem Gremium mitgearbeitet habe, das sich ganz massiv gegen die Einführung der Neuen Deutschen Rechtschreibung gewehrt hat. Natürlich waren auch sehr namhafte Leute in dieser aufmümpfigen Truppe , so dass wir uns doch ein klein wenig Chancen ausgerechnet hatten, aber leider ... halfen alle Proteste nichts! Wir wollten nur die unlogischen Schreibweisen verändert wissen. Hingegen kamen noch weitere unlogische Festlegungen hinzu!

Wenn ich auch die Verlagsanstalten, die jetzt empört zur alten Rechtschreibung zurückkehren, irgendwie verstehen kann, so halte ich es dennoch für sinnlos. Die neueren Bücher berücksichtigen die Neue Rechtschreibung, die Kinder lernen es seit Jahren etc. etc. Ich meine, es gilt: "Zu spät, du rettest den Freund nicht mehr!", obwohl gewisse Abänderungen wirklich angesagt wären - aber einen ganzen Schritt zurück?

Die Interpunktion ist großzügiger geworden, obwohl auch das verhängnisvoll sein kann, weil oft sinnentstellend. Es geht die Mär? (soll sogar wahr sein), dass bei einem Gnadengesuch der König telegrafierte:

"Ich komme, nicht hängen!"

Der Diener, der das Telegramm in Auftrag gab oder das ausführende Organ machte aber einen verhängnisvollen Fehler:

"Ich komme nicht, hängen!"

So kann ein winziges Komma schon über Leben und Tod entscheiden!

Unser Deutschlehrer erklärte den Unterschied zwischen "aufs beste" und "aufs Beste" wie folgt; "Wenn eine Braut aufs beste vorbereitet ist, dann hat sie Kochbücher studiert, ansonsten (aufs Beste) hat sie Aufklärungsbücher gelesen!

All die schönen Eselsbrücken ... dahin sind sie!

Einen schönen (Advents)sonntag
wünsche ich Dir und allen hier!

Désirée
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Hütet euch, eine Seele zu kränken, ein Herz zu betrüben
oder einen Menschen mit euren Worten zu verletzen, sei er euer Bekannter
oder ein Fremdling, Freund oder Feind!