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Was ist der Sinn des Lebens?












Was ist der Sinn des Lebens?
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Unter dem Sinn des Lebens versteht man die Bedeutung der individuell gegebenen Lebenszeit eines Menschen. Er bezeichnet die „Deutung des Verhältnisses zwischen dem Menschen und seiner Welt“ (P. Tiedemann). Die eigenständige Frage nach dem individuellen Lebenssinn taucht als solche erst am Ende des 19. Jahrhunderts in der „populärwissenschaftlichen“ Philosophie auf.

Es gibt unzählige mögliche Antworten auf die Frage nach dem „Sinn des Lebens“. Häufig beruhen diese auf religiösen oder philosophischen Überzeugungen. Ansichten über den Sinn des Lebens können sich sowohl von Mensch zu Mensch unterscheiden, als auch im Lauf des Lebens eines einzelnen Menschen variieren. Über die verschiedenen Auffassungen lässt sich keine Übereinstimmung herstellen. Dieses augenscheinliche Fehlen einer allgemein gültigen Antwort kann als unbefriedigend oder belastend empfunden werden.

Viele unnötige Spekulationen und Verwirrungen haben ihre Ursache allerdings auch einfach darin, dass versäumt wird, die Begriffe Sinn und Leben eindeutig und klar zu definieren (s.u.). Oftmals wird die Frage nach der Bedeutung des Lebens mit anderen Problemen verwechselt, etwa ob das Leben einem bestimmten Zweck dienen oder ob ein bestimmtes Ziel erreicht werden soll; allerdings können diese Elemente natürlich auch zusammenfallen.

Text und Bilder dieses Beitrages basieren auf dem Artikel Sinn des Lebens aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Problematik der Fragestellung

Um im Weiteren über den „Lebenssinn“ sprechen zu können, ist zunächst eine sprachliche Klärung und Eingrenzung vonnöten.

Eine zentrale Rolle bei der Fragestellung nimmt der Begriff des „Sinns“ ein. Sinn ist selbst ein nicht fest definierter Begriff, er kann etwa als Bedeutung, logos, teleologischer Sinn oder als rein sprachliches Problem aufgefasst werden. All diese Konnotationen von Sinn sind im Weiteren immer mitzudenken.

Schließlich muss auch der Begriff „Leben“ eingeschränkt werden, denn hier ist nur „Leben“ im Sinn der Existenz eines jeden einzelnen menschlichen Individuums gemeint. Davon abzugrenzen ist eine abstraktere Frage nach dem Sinn des biologischen Phänomens „Leben“ überhaupt (vgl. hierzu z.B. Anthropisches Prinzip).
Gründe für die Sinnfrage

Die Frage nach dem Sinn des Lebens stellen und beantworten zu können, ist eine Fähigkeit, die offenbar nur der Mensch besitzt. Schon in der antiken Philosophie hatte man festgestellt, dass er das uns einzig bekannte sprachbegabte Vernunft- und Verstandeswesen (zoon logon echon) ist, das die Voraussetzungen für eine selbstbezügliche Sinnreflexion vorweisen kann.

Im Alltag stellt sich die Frage nach dem Sinn des Lebens in der Regel nicht, solange die eigene Lebensführung nicht zweifelhaft oder fragwürdig wird. Für gewöhnlich kommt es erst dann zu einer existenziellen Sinnkrise, wenn Ereignisse nicht mehr in das vorhandene Sinnkonzept integriert werden können: z.B. durch Enttäuschungen, Unglücke oder die Anforderungen eines neuen Lebensabschnitts. Die Folge ist oftmals der Beginn einer Reflexion über den Lebenssinn.
Reaktionen auf die Sinnfrage

Das Stellen der Frage nach dem Sinn des Lebens muss nicht zwingend eine positiv bestimmte Antwort nach sich ziehen:

* Viele Menschen wählen den Weg der Verdrängung. Sie weichen einer Auseinandersetzung mit der Sinnfrage und letztlich auch mit sich selbst aus. So funktionieren sie zwar im Alltag unauffällig weiter, doch haben sie eine Existenzform der Uneigentlichkeit (Martin Heidegger), d.h. eine nicht-authentische Lebensweise gewählt.

* Eine andere Reaktion ist der Zynismus. Davon spricht man, wenn Menschen zwar eine große Sinnleere in ihrem Leben empfinden, das Leiden daran jedoch unterdrücken. Ihr Leben wird dann nur noch von Sachzwängen und dem Selbsterhaltungstrieb vorangetrieben (Peter Sloterdijk).

* Ebenfalls möglich als Reaktion ist die Verzweiflung, wenn kein Sinn (mehr) im Leben gefunden werden kann. In einer solchen Verfassung droht das Leben zu scheitern. Ihre Ausprägungen können Depressionen und Suizid sein, d.h. eine chronische oder akute Lebensunfähigkeit, -verneinung oder -verweigerung.

* Weiterhin gibt es (vor allem im Existentialismus) die Auffassung, daß Leben habe keinen Sinn an sich (was für sich genommen a priori weder als gut noch als schlecht bewertet werden könne), so z.B. bei Albert Camus.

Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Lebenssinn kann aber auch zu einer oder mehreren, positiv bestimmten Antworten führen verlaufen. Voraussetzung für eine individuelle Antwort auf die Sinnfrage ist dabei die Annahme einer gewissen Freiheit des Menschen, den Sinn seines Lebens selbst zu wählen. Nach dieser Auffassung kann Sinn also gesetzt, kann Bedeutung „hergestellt“ werden.

Einige Menschen und Institutionen machen jenen Menschen, die auf der Suche nach einem (neuen) Lebenssinn sind, auch ein bestimmtes Sinnangebot. Sie greifen die Frage nach der Bedeutung auf und benennen einen verbindlichen Sinn. So gibt etwa die Mehrzahl der religiösen Gemeinschaften den Gläubigen eine feste und als zuverlässig empfundene Antwort vor. Von dieser können die Anhänger normalerweise nicht abweichen, ohne dabei in Konflikt mit den übrigen Mitgliedern zu geraten. Eine ähnliche Situation kann sich auch in (im weitesten Sinne) totalitären sozialen Gemeinschaften oder Staaten vorfinden.
Meta-Sinn

Eine grundsätzliche Schwierigkeit bei jedem denkbaren Lebenssinn ist die prinzipielle Möglichkeit, einen einmal akzeptierten Sinn wiederum zu hinterfragen. Die Suche nach dem Sinn des Sinns führt schnell in einen unendlichen Regress (vgl. infiniter Regress), in dessen Verlauf sich die Frage als nicht - oder nicht endgültig - zu beantworten erweist (Thomas Nagel). Einige Sinnangebote (z.B. die religiösen) erweisen sich in der Praxis allerdings als äußerst widerstandsfähig gegen jeden Zweifel.

Ein Problem, dem die meisten Suchenden auf ihrer Suche nach Sinn nie zu begegnen scheinen, ist die Frage nach dem Sinn der Lebenssinn-Frage selbst: Warum stellt sich diese Frage vielen Menschen überhaupt? Warum drängt es viele Menschen so sehr, sie zu beantworten? Was gewinnen oder verlieren wir eigentlich, wenn wir sie beantworten oder nicht beantworten?
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