Foren-Übersicht
Impressum | Login | Registrieren | Forum | Suche

Frage zur Gleichberechtigung von Frau und Mann












einen wunderschönen guten tag,

ich bin beim rumsurfen mal wieder im forum gelandet und habe mir heute erstmals ernsthaft grundlegende erläuterungen zur baha'i religion zu gemüte geführt... unter anderem bei wikipedia wo ich auch die unten aufgeführte textstelle entnommen habe. meine frage dazu bezieht sich eben auf die immer mal erwähnte gleichberechtigung... sehe darin jedoch einen widerspruch... gelinde gesagt einen massiven... wenn der internationale rat nun doch wieder nur aus männlichen mitgliedern besteht. das ist der frauenförderung nicht grade zuträglich, um die die baha'i doch bemüht sind... ?

hier erstmal die besagte stelle.

Zitat:
Die örtlichen Geistigen Räte werden einmal im Jahr durch die ganze Gemeinde gewählt. Jedes Land ist in bestimmte Wahleinheiten eingeteilt, wo Delegierte gewählt werden, die ihrerseits bei einer jährlichen Tagung die Geistigen Räte auf Bundesebene wählen. Der internationale Rat, das Haus der Gerechtigkeit in Haifa, besteht aus neun männlichen Mitgliedern. Diese werden alle fünf Jahre durch die Mitglieder der nationalen Räte aus der Gesamtheit aller erwachsenen Gläubigen gewählt.


ist das eine fehlerhafte darstellung bei wikipedia, oder ist es tatsächlich so? wenn ja, warum?

würde mich wirklich über eine antwort freuen... für mich wäre dies mit ein grund, ob ich mich weiterhin damit beschäftigen will oder nicht...

soweit ich bisher gelesen habe ist das alles gar nicht so verkehrt und interessant... aber bei dem thema kann und will ich keine kompromisse mehr machen.... das haben frauen zu lange gemacht!

falls diese frage schon öfter gestellt worden ist und antworten existieren, würde ich mich über diesen verweis freuen... habe nur leider nicht die zeit das ganze forum dahingehend zu durchforsten

so verbleibe ich neugierig auf sachkundige antworten

bonanza
Hallo Bonanza,

Willkommen im Forum!


Ja, das ist richtig und diese Frage wird den Bahais immer wieder gestellt.

Wir haben dieses Thema hier behandelt:

http://www.geistigenahrung.org/ftopic6534.html

Ich hoffe, Du findest dort Antworten!

Liebe Grüße,
Deas
okay... vielen dank für die antwort und den link...

es ist in der tat erstaunlich wie früh den frauen bei den baha'i eine emanzipierte rolle zugestanden wurde... aber mir ist und bleibt diese regelung unverständlich, und vertrauen haben mag gut sein, aber nicht wenn man um die absolute gleichberechtigung, auch heute noch, immer wieder kämpfen muss. es tritt in der heutigen zeit doch immer auffälliger zutage wie wenig menschen in diese rollen der althergebrachten und seit jahrtausenden vorherrschenden männlichen herrschaft passen oder passen wollen und können.

ich will nicht die für damals wahrlich fortschrittlichen denkweisen und die daraus resultierenden vorteile anprangern... vielmehr die tatsache das ein kleines zugeständnis, welches so avantgardistisch war, immer noch ausgrenzung legitimieren soll. deshalb ist schliesslich die gesamte emanzipation der frauen in der westlichen welt so schief gelaufen. weil der grössere rahmen versucht hat, sich diese entwicklung unter den nagel zu reissen. ist für mich nicht hinnehmbar, weil ich es nicht verstehen kann. und weil ich keine eindeutige antwort bekomme oder eben nur spekulieren kann.... und nachdem ich pierre bourdieu gelesen habe sind mir spekulationen und vertrauen nicht genug...

nichts desto trotz, ist die junge geschichte der baha'i sehr interessant... auch wenn ich an diesem punkt eben doch radikal damit brechen muss, wenn ich nicht den zugang zu allen räumen und freiheiten in diesem universum habe aufgrund von...?!?! ja, von was eigentlich?!?!

also, trotzdem vielen dank für den link und die dortige sehr ausführliche, wenn auch für mich nicht wirklich überzeugende antwort

schönen abend wünsche ich!
beste grüsse...
Hallo Bonanza,

*schmunzel* Vertrauen ist eben auch ein Glaubensakt... Aus diesem Grunde ( kein Zugang zum Universalen Haus der Gerechtigkeit zu haben )
kein Bahaí werden zu wollen, empfinde ich als "Glaubensfalle", in der mancher hineintappt... Im Grunde ist es ja so, dass der Religion mißtraut wird. Die Bahaí glauben ja, dass Religion dynamisch ist und sich weiterentwickelt. Wir wissen nicht, wie die Welt in 10.000 Jahren aussehen wird, noch wissen wir über die dann nötigen Erfordernisse Bescheid.

So wie ich die Bahaí verstanden habe, geht es weniger um Gleichberechtigung, als um Gleichwertigkeit der Geschlechter. Beide sind eben gleich Wert. Vor Gott und in der Gesellschaft. Wobei den Frauen noch eine Bürde auferlegt wird: sie sollen in der Bildung bevorzugt werden, damit sie als Mutter die Kinder erziehen können. Es ist doch so, dass die Männer in der Vergangenheit und in der Gegenwart ja von ihren Müttern erzogen worden sind - mit bekanntem Ergebnis: Machos ! Die Mütter erziehen ihre männlichen Kinder so, dass diese eine Geringschätzung der Frauen haben - ist das nicht merkwürdig ? Das hat nun mit den Bahaí ein Ende. Wenn es sicher auch noch 2 bis 3 Generationen dauern mag.

Gruß

Reinhard
Liebe Bonanza,

anstelle eines längeren sorgsam ausgearbeiteten, aber nicht abgespeicherten Beitrages möchte ich hier drei Begriffe in den Fokus bringen:

Gleichwertigkeit - Gleichheit - Gleichberechtigung

Gleichwertigkeit von Frau und Mann bedeutet nicht logisch auch Gleichheit in den Funktionen.
Beispiele: Eltern sind als Mann und Frau für das Zeugungsgeschehen des Kindes als gleichwertig anzusehen. In den Funktionen sind sie bei aller Gleichwertigkeit und gelungener Vereinigung als ungleich anzusehen. - Mond und Sonne spenden für die Erde gleichwertig und dennoch ungleich im Funktionellen ihren Einfluß. Ungleich sind sie als Himmelskörper. Im Funktionellen bilden sie systemisch gesehen eine Einheit. - Ebbe und Flut erscheinen im Watt gleichwertig. Sie hinterlassen ungleiche Folgen für das Leben im Watt. Konstruktivistisch und auch biologisch gesehen bilden sie eine Einheit für das biologische Geschehen.

Gleichberechtigung bedeutet bei uns: gleiches Recht vor dem Gesetz. Beispiel: Männer und Frauen sind gleichberechtigt.

Bahá'u'lláh hat uns als einen der wesentlichsten Lehrgrundsätze die Schaffung der Gleichwertigkeit von Frauen und Männern als Pflicht aufgegeben. Genau das bringen die Bahá'í in aller Welt voran. Das Universale Haus der Gerechtigkeit hat darüber zu wachen und gegebenenfalls im Wege der Beratung in enger Verbindung mit den vielfältigen Heiligen Schriften und Gremien die Sachfragen zu klären, die im Laufe der Zeiten in der Entwicklung auftauchen. Dabei bildet das UGH in der Architektur der neuartigen Verwaltungsordnung das von zwei Pfeilern getragene Dach für ein weltweit verzweigtes Netzwerk von gewählten Örtlichen - und Nationalen Geistigen Räten einerseits und andererseits den Kontinentalen Beraterämtern mit ernannten BeraterInnen, Hilfsamtsmitgliedern und AssistentInnen.

Aus dem deutschsprachigen Bereich wurden zwei Frauen als Beraterinnen ernannt. Sie waren beide jeweils viele Jahre lang hoch geschätze Vorsitzende des Nationalen Geistigen Rates in Deutschland. Zu ihren Aufgaben gehört es, die Gemeindemitglieder zu "ermutigen und ihre individuelle Initiative, Vielfalt und Handlungsfreiheit (zu) fördern." Das schließt die Gleichwertigkeit von Frauen und Männern selbstverständlich ein.

Warum Bahá'u'lláh schriftlich und gesiegelt verfügt hat, wie das UHG als oberste Körperschaft in seiner Besonderheit und Einzigartigkeit zusammengesetzt sein muß, das entspringt der göttlichen Inspiration, die jenseits aller (unserer) Vernunft ist. Und genau hier setzt Glaube ein.

Erst in späterer Zeit - in der Rückschau unserer Nachkommen - wird offenkundig werden, warum diese Ordnung so gelebt werden mußte, wie sie im 19. Jahrhundert vorgegeben wurde.

Liebe Grüße
von Gerhard
Forum -> Baha'i-Religion


1, 2  Weiter
Ähnliche Themen
Ich liebe einen vergebenen Mann...und er liebt mich.
Der Mann, der mit zwei Zungen spricht
Frage an nasruddin
Eine frage zur Bahai!
Eine Frage zum Verständnis
Frage zu den Rechtsschulen
Eine Frage zu Gott
Hättet ihr eine Frage...
Frage an ALLE Muslime
unterdrückung der frau im islam