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Wie erklärt man sich als Buddhist Nahtod-Erfahrungen












Grüss euch alle,

Zitat von Nebulös :

Zitat:
Wie erklärt man sich als Buddhist (sofern man nicht an ein seelenartiges, unsterbliches, "echtes" Bewusstsein glaubt) eigentlich Nahtod-Erfahrungen? Denn wenn man diese nicht irgendwie "vernünftig" erklären kann, dann müsste man ja davon ausgehen, dass in diesen Berichten ein Hinweis für die Existenz eines seelenartigen Bewusstseins liegt, was bestimmten buddhistischen Ansichten ja ziemlich widersprechen würde.


Lieber Nebulös, es kommt immer darauf an, was man unter dem, was du seelenartiges, " echtes " Bewusstsein verstehst. Im Buddhismus wird an keiner Stelle das Bewusstsein ( als Ergebnis des Zusammenspiels von Form und Geist ) ausgeschlossen. Im Gegenteil. Der Mensch setzt sich demnach aus 5 Aspekten zusammen, dessen ständige ( veränderliche ) Erscheinung unsere Wahrnehmung der Existenz ausmachen. Wobei der Körper mit seinen Sinnesapparaten lediglich den Aspekt der (1)Formem ( in diesem Fall, aufgrund ihrer Dichte, eine grobe Erfahrungart ) wiederspiegelt. Alle anderen vier Aspekte sind geistiger Natur. Hierzu zählen (2)Gefühle, (3)Wahrnehmungen, (4)Geistesaktivitäten ( Reaktionen, Wollen etc. ) und als zusammenfassende Grundlage all dieser Erfahrungen das (5)Bewusstsein (Es ist das durch viele Abfolgen von Sinnes- oder Geisteseindrücken, ihren Gefühlsbewertungen, ihren Wahrnehmungen (Unterscheidungen) und den damit angestoßenen Erfahrungssystem, das durch jede neue solcher Abfolgen verändert, ausgebaut, angepasst wird. Aus ihm tauchen die Geisteseindrücke (Erinnerungen) auf, die wiederum gefühlsmäßig neu bewertet, wahrgenommen und in neuen Geistesaktivitäten weiterverarbeitet werden. Es ist sozusagen die Grundlage dessen, was wir als Welt oder als Sein erfahren. Dies bedeutet, daß die Erfahrung dessen, was wir als Körper bezeichnen, lediglich ein Teilergebnis eines fünffachen Systems ist, das sich durch die Qualität ( in diesem Falle grobe ) der Wahrnehmung wiederspiegelt, ohne als Grundlage für die Existenz zu gelten. Man erfährt durch den Zerfall dann die tieferliegenden ( feineren) Schichten der Wahrnehmungsfähigkeit, die zuvor durch die ( gröbere ) Sinnesapparatur überdeckt wurden.
Bei der Nahtoderfahrung ist es dann so, daß in diesem System alle körperlichen Sinnesfunktionen für eine bestimmte Zeit ausfallen, wodurch auch in diesem Zeitpunkt die Erfahrungswelt ( Dimension ) eine andere ( durch die groben körperlichen Funktionen nicht mehr eingeschränkte, feinere ) ist. Hierdurch wird auch ersichtlich, warum es dann möglich ist, sich frei schwebend zu erfahren oder im gedankenschnelle Lokalitäten zu wechseln.
Doch all dies geschieht natürlich immer in einem sich ständig, blitzschnell veränderndem Zyklus. Ebenso, wie wir es im hier und jetzt auch schon erfahren. Und in einem sich ständig auf allen Ebenen veränderndem System gibt es nichts was man als unsterbliches, sich gleich stets gleich bleibendes ( eigentliches Wesen, Kern, Ich, Seele etc. ) betrachten könnte.



Mit lieben Gedanken an alle

Natha
Forum -> Spiegel- und Reflexionsforum I


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