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| ich habe eine frage an den bahaismus: es gibt die fortschreitende gottesoffenbarung: bedeutet das, daß also alle propheten alle gleich sind? zb jesus, moses, mohammed, buddha?
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Hallo Gast
Ja, nach dem Prinzip der Fortschreitenden Gottesoffenbarung stehen die Gesandten Gottes (auch genannt: Gottesoffenbarer, Manifestationen Gottes) auf derselben Stufe.
Baha'u'llah schreibt in einem Brief:
| Zitat: |
In deinem geschätzten Brief fragst du, welcher der Propheten Gottes als den anderen überlegen anzusehen sei. Wisse und sei darin sicher, daß das Wesen aller Propheten Gottes eines und dasselbe ist. Ihre Einheit ist absolut. Gott, der Schöpfer, spricht: Es gibt keinerlei Unterschied zwischen den Trägern Meiner Botschaft. Sie alle haben nur ein Ziel, ihr Geheimnis ist das gleiche. Einem von ihnen größere Ehre zu erweisen als anderen, einige von ihnen über die übrigen zu erhöhen, ist keineswegs zulässig, jeder wahre Prophet hat Seine Botschaft als wesensgleich mit der Offenbarung jedes anderen Ihm vorangegangenen Propheten angesehen. ...
Die Offenbarung der Propheten Gottes in dieser Welt muß sich jedoch im Ausmaß unterscheiden, jeder von ihnen war Träger einer bestimmten Botschaft und beauftragt, sich durch besondere Taten zu offenbaren. Dies ist der Grund dafür, daß sie in ihrer Größe verschieden scheinen. Ihre Offenbarung mag mit dem Mondschein verglichen werden, der sein Licht über die Erde ergießt. Obwohl der Mond immer, wenn er aufgeht, ein anderes Maß seiner Helligkeit zeigt, kann weder sein ihm eigener Glanz jemals abnehmen noch sein Licht erlöschen.
Somit ist einleuchtend und offenkundig, daß jede scheinbare Schwankung in der Stärke ihres Lichtes nicht am Lichte selbst liegt, vielmehr der wechselnden Empfänglichkeit einer immer sich wandelnden Welt zugeschrieben werden sollte. Jeder Prophet, den der allmächtige, unvergleichliche Schöpfer zu den Völkern der Erde zu senden beschloß, war mit einer Botschaft betraut und in einer Weise zu handeln beauftragt, wie sie den Erfordernissen des Zeitalters, in dem Er erschien, am besten entsprach.
Wenn Gott Seine Propheten zu den Menschen sendet, ist Seine Absicht eine zweifache. Die erste ist, die Menschenkinder aus dem Dunkel der Unwissenheit zu befreien und sie zum Lichte wahren Verstehens zu führen, die zweite, den Frieden und die Ruhe der Menschheit zu sichern und alle Mittel bereitzustellen, durch die beides erreicht werden kann.
Die Propheten Gottes sollten als Ärzte angesehen werden, deren Aufgabe es ist, das Wohlergehen der Welt und ihrer Völker zu fördern, damit sie durch den Geist der Einheit das Siechtum einer entzweiten Menschheit zu heilen vermögen. Niemand hat das Recht, ihre Worte in Frage zu stellen oder ihr Verhalten zu schmälern, denn sie sind die einzigen, die behaupten können, den Kranken verstanden und seine Leiden richtig erkannt zu haben. Kein Mensch, wie genau seine Wahrnehmung auch sei, kann jemals hoffen, die Höhen der Weisheit und des Verständnisses zu erreichen, die der göttliche Arzt einnimmt. Was Wunder, wenn die von dem Arzt verordnete Behandlung an diesem Tage nicht dieselbe ist wie die, die er früher verordnet hat. Wie könnte es anders sein, wenn die Übel, die den Leidenden befallen, in jedem Stadium seiner Krankheit ein anderes Heilmittel erfordern?
So fordern auch die Propheten Gottes jedesmal, wenn sie die Welt mit dem Strahlenglanz der Sonne göttlichen Wissens erleuchtet haben, die Menschen unablässig auf, das Licht Gottes anzunehmen - mit Mitteln, die am besten den Erfordernissen des Zeitalters entsprechen, in dem sie erscheinen. Auf diese Weise waren sie imstande, das Dunkel der Unwissenheit zu zerstreuen und die Herrlichkeit ihrer Erkenntnis über die Welt zu verbreiten. Auf das innerste Wesen dieser Propheten muß daher das Auge jedes Urteilsfähigen gerichtet sein, weil ihre eine und einzige Absicht immer war, die Irrenden zu führen und den Leidenden Frieden zu bringen. Dies sind keine Tage des Wohlergehens und des Triumphes. Die ganze Menschheit ist von mannigfachen Krankheiten befallen. Bemüht euch deshalb, ihr durch die heilende Arznei, welche die allmächtige Hand des nie irrenden Arztes bereitet hat, das Leben zu retten.
Baha'u'llah, Ährenlese |
Liebe Grüße,
Deas
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Liebe Freunde
Die von Deas ausgewählten Zitate finde ich Großartig.
Für mich ist die Wesensgleichheit der Offenbarer und die damit verbundene unbedingte, gleichberechtigte Wertschätzung ihrer Personen überaus hilfreich. Es ist aus meiner Sicht der einzige Ausweg aus der verworrenen Situation, in der sich diese zerstrittene Welt momentan leider noch befindet.
Letztlich werden das auch immer mehr Menschen erkennen und so eine friedliche Weiterentwicklung ermöglichen.
Alles Liebe
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Hallo Robinson,
so wie ich die Bahaí verstanden habe, sind die "Propheten" - also die "Sprecher Gottes", nicht gleich, sondern absolut gleichwertig. Sie unterscheiden sich jedoch in ihren Botschaften. Diese Botschaften zu erkennen, ist natürlich schwieriger als zunächst gedacht: wie wird "geprüft", ob ein Prophet oder gar "Offenbarer" tatsächlich ein Sprecher oder gar eine "Manifestation" Gottes ist ?
Soll man eine "Checkliste" machen und einzelne Punkte abhaken ? Und soll der Mensch dann von seinem unzulänglichen menschlichen Bezugspunkt aus, also relativ, die Angelegenheiten Gottes begreifen ?
Der "Christizismus" - hier nur so genannt, weil Du den Begriff "Bahaismus" verwendest - geht ja wesentlich vom Erlösungsgedanken und - bedürfnis des Einzelnen aus. Dies ist eine große Motivation ein Christ zu sein. Im ChristenTUM geht es um den Einzelnen; im BahaiTUM um die ganze Menschheit. Erst seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts beginnen die Vorstellungen präziser und konkreter zu werden, was es bedeutet, auf einer Welt zu leben und miteinander zu kommunizieren...
Nicht zuletzt ist es natürlich auch der Glaube der maßgebend ist: wieso kommt es, dass Menschen ähnlicher Intelligenz und Bildung so unterschiedlich glauben bzw. gar nicht glauben können ? Ich denke, dass die vornehmste Aufgabe des Menschen darin besteht, nach seinem besten Wissen die "Wahrheit" zu suchen. Ich denke, dass dann die "Strahlen Gottes" den Sucher schon finden werden.
Gruß
Reinhard
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Also kurz eine Religion der Toleranz! Sehr gut!
Das folgende kann ich aber nicht ganz nachvollziehen.
| Zitat: |
| Niemand hat das Recht, ihre Worte [der Propheten] in Frage zu stellen... |
Erstens öffnet das denen Tür und Tor, die den Propheten etwas in den Mund legen, oder hineininterpretieren.
Nach dem Motto "Im Bahai steht ... und Slartibartfaß* sagte ... und du dast nicht das Recht ..."
Dann sind wir wieder da, von wo wir weg kommen wollten: dem Dogmatismus.
Nein, bei einen Konflikt zwischen Schrift und dem reinen Herz ist dem Herz vorzug zu geben, sonst wird der Glauben verkopft.
* siehe: Per Anhalter durch die Galaxis
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