Bilderverbot - warum zeichnen Christen Gott?



An die Chrislichen Brüder und Schwester
Bilderverbot
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Moses ersten Gesezte
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Stimmen insgesamt : 7

Abu Riha hat folgendes geschrieben:
Wer eine Religion gefunden hat, der er zustimmen kann, der möge darin verbleiben. Wer keine Religion gefunden hat, der er zustimmen kann, kann sich dennoch auf den Weg zu Gott machen, wenn er das möchte. Wenn er das nicht möchte, verzichtet er aus meiner Sicht auf die Wahrnehmung eines geistigen Aspekts seiner Identität. Man kann ohne dieses leben, aber man verzichtet unnötig auf einen Teil seines Menschseins, wenn ich es so ausdrücken darf. Es ist ein Unterschied, ob man sucht und (noch) nicht findet, oder ob man auf das Suchen von vornherein verzichtet. Manche Perlen sind vergraben.

Ich finde deinen Post sehr gut.

Ich habe Fragen dazu - meinst du wirklich, es kommt darauf an, ob wir dem, was und wie Gott sich offenbart immer zustimmen können?
Oder ist es nicht vielmehr verdienstvoll das eigene Ich zurückzunehmen und auch Wahrheiten anzunehmen, die für mich undurchsichtig und nur schwer zu verstehen sind? Jesus drückt das aus, indem er sagt: "Selig ist, wer an mir keinen Anstoß nimmt." (Mt 11,6). Und könnte nicht die Menschwerdung Gottes genau so eine Wahrheit sein, die Vielen gefühlsmäßig und vom menschlichen Verstand her "nicht schmeckt" und an der deshalb Anstoß genommen wird? Und könnten nicht auch genau in dem, was zunächst Unannehmlichkeiten verursacht, die schönsten "Perlen" zu finden sein?
Abu Riha hat folgendes geschrieben:
Die beiden letzten Beiträge zeigen mir, dass hier sehr kluge Menschen schreiben.
1. Der Hinweis auf die griechische Philosophie ist richtig, aber unzureichend. Der Gedanke "Vater-Sohn-(Heiliger)Geist" geht bereits der griechischen Philosophie voraus. Ich werde es bei Gelegenheit erklären, wenn es kein anderer kann oder macht.


Lieber Abu Riha,

natürlich finden sich diese Begriffe bereits viel früher. Auch dass sie an manchen Stellen, z.B. im Tauf- und Missionsbefehl aus dem Matthäusevangelium oder in einigen Paulusbriefen im selben Atemzug genannt werden, spricht für eine enge Verbindung zwischen den dreien. Die theologische Philosophie hat dann aber versucht, die jüdischen Begriffe mit griechischem Denken zu erklären. Für einen gläubigen Juden ist z.B. David ein "Sohn Gottes". Der Begriff bedeutet im Judentum aber etwas ganz anderes, als im (späteren) Christentum, nämlich dass David in einem besonderen Verhältnis zu Gott stand und für eine besondere Aufgabe erwählt wurde. Dass ist etwas völlig anderes als eine Vater-Sohn-Beziehung im griechischen Denken. Da liegt meines Erachtens der zentrale "Übersetzungsfehler" zwischen jüdischer Tradition und griechischer Interpretation.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Der menschliche Geist strebt nach Wissen und Verstehen, das liegt in seiner Natur. Wenn dem nicht so wäre, gäbe es keine Wissenschaftler, Philosophen und Theologen. Es gab und gibt aber Bereiche, über die wir nichts wissen, nichts wissen können oder nichts wissen zu können meinen, was sich im Lauf der Geschichte der Menschheit verändert hat, parallel zum Wissen und Verstehen. Vieles bleibt offen und vielleicht wird einiges immer offen bleiben. Ob man diese offenen Bereiche mit etwas, was nur geglaubt wird, füllen muss, ist fraglich.
Die Proportionen dessen, was man weiß, zu wissen meint, glaubt oder glauben zu müssen meint, ist von Mensch zu Mensch verschieden, manchmal sehr verschieden. Toleranz heißt, diese Unterschiede nicht nur zu dulden oder zu erdulden, sondern sie einem fruchtbaren Dialog zuzuführen.
Hallo Abu Riha,
Zitat:
Wer keine Religion gefunden hat, der er zustimmen kann, kann sich dennoch auf den Weg zu Gott machen, wenn er das möchte. Wenn er das nicht möchte, verzichtet er aus meiner Sicht auf die Wahrnehmung eines geistigen Aspekts seiner Identität. Man kann ohne dieses leben, aber man verzichtet unnötig auf einen Teil seines Menschseins, wenn ich es so ausdrücken darf. Es ist ein Unterschied, ob man sucht und (noch) nicht findet, oder ob man auf das Suchen von vornherein verzichtet. Manche Perlen sind vergraben.


Leider sind unter den echten Perlen auch etliche unechte, die aber auch als echt verkauft werden. Die echten Perlen sind inzwischen fast schon zum Allgemeingut geworden (das heißt, sie finden die Zustimmung der meisten Menschen). Aber gerade die unechten Perlen werden von vielen Religionen stark verteidigt, da sie ja angeblich durch eine "heilige Schrift" oder durch einen Offenbarer geadelt wurden.
Der Spruch "gewogen und zu leicht befunden" hat sicher seine Berechtigung. Nur muß man sich darüber im Klaren sein, daß das Wertesystem in der anderen Waagschale nie die vollständige Wahrheit beinhaltet, sondern zeit- und kulturabhängig ist.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Lese ich da eine gewisse Resignation heraus bei Pjotr? Das wäre gut, denn es zeigt, dass du dich bemüht hast, aber an kein Ziel gekommen bist, vielleicht bemühst du dich noch immmer? Ich kann dir sagen, es ist der Mühe wert! Und noch etwas: Mühe ist nicht alles. Ihr kennt doch alle die Bibel und Jesus? Er hat gesagt: Mein Joch ist leicht. Der Weg zu Gott ist ein Geschenk, das keine Bedingung oder Mühe braucht. Du kannst Gott so gegenübertreten, wie du bist, dabei spielen keine Verdienste oder Zweifel eine Rolle. Glaube und Unglaube liegen sehr nahe beieinander. Gott nimmt dir das nicht übel, wahrscheinlich wundert er sich, weil er doch so nah bei uns ist und doch von uns als so fern empfunden werden kann. Wer vor seinem Gewissen bestehen kann, der kann auch vor Gott bestehen. Jesus hat bei seiner Kreuzigung gerufen: "Mein Gott, warum hast du mich verlassen?", wobei er damit einen Psalm zitiert hat. Für mich zeigt sich in diesem Ausruf die größte Verbundenheit, die man zu Gott haben kann.
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Hallo Abu Riha,
Zitat:
Wer keine Religion gefunden hat, der er zustimmen kann, kann sich dennoch auf den Weg zu Gott machen, wenn er das möchte. Wenn er das nicht möchte, verzichtet er aus meiner Sicht auf die Wahrnehmung eines geistigen Aspekts seiner Identität. Man kann ohne dieses leben, aber man verzichtet unnötig auf einen Teil seines Menschseins, wenn ich es so ausdrücken darf. Es ist ein Unterschied, ob man sucht und (noch) nicht findet, oder ob man auf das Suchen von vornherein verzichtet. Manche Perlen sind vergraben.


Leider sind unter den echten Perlen auch etliche unechte, die aber auch als echt verkauft werden. Die echten Perlen sind inzwischen fast schon zum Allgemeingut geworden (das heißt, sie finden die Zustimmung der meisten Menschen). Aber gerade die unechten Perlen werden von vielen Religionen stark verteidigt, da sie ja angeblich durch eine "heilige Schrift" oder durch einen Offenbarer geadelt wurden.
Der Spruch "gewogen und zu leicht befunden" hat sicher seine Berechtigung. Nur muß man sich darüber im Klaren sein, daß das Wertesystem in der anderen Waagschale nie die vollständige Wahrheit beinhaltet, sondern zeit- und kulturabhängig ist.

Pjotr Kala


Lieber Pjotr Kala!

Gott ist ohne Anfang und ohne Ende. Gott ist absolute Wahrheit. Absolute Wahrheit ist reine Liebe. Reine Liebe ist zeitlos. Wieso sollte sich dann die absolute Wahrheit zu unterschiedlichen Zeiten und in unterschiedlichen Kulturen verändern? Der Mensch verändert sich. Die wenigsten Menschen lieben alle und alles, was die reine Liebe tut. Die meisten Menschen sind in ihrer Liebe gebunden und verhaftet und können nichts mit reiner Liebe anfangen. Nur deshalb gibt es Abgrenzungen unter den Menschen, die soweit führen können, dass die Menschen hassen.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Hallo Abu Riha,
Zitat:
Lese ich da eine gewisse Resignation heraus bei Pjotr? Das wäre gut, denn es zeigt, dass du dich bemüht hast, aber an kein Ziel gekommen bist, vielleicht bemühst du dich noch immmer? Ich kann dir sagen, es ist der Mühe wert! Und noch etwas: Mühe ist nicht alles.


Nein, ganz im Gegenteil.
Ich habe meinen Weg nach längerer Suche gefunden. Aber es ist nur mein Weg. Andere gehen andere Wege. Ich kann da für mich nur prüfen, ob deren Argumente für ihre Religion auch für mich zutreffen oder ob ich sie für mich verwerfe, weil sie mir nicht plausibel erscheinen.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Hallo Abu Riha,
Zitat:
Lese ich da eine gewisse Resignation heraus bei Pjotr? Das wäre gut, denn es zeigt, dass du dich bemüht hast, aber an kein Ziel gekommen bist, vielleicht bemühst du dich noch immmer? Ich kann dir sagen, es ist der Mühe wert! Und noch etwas: Mühe ist nicht alles.


Nein, ganz im Gegenteil.
Ich habe meinen Weg nach längerer Suche gefunden. Aber es ist nur mein Weg. Andere gehen andere Wege. Ich kann da für mich nur prüfen, ob deren Argumente für ihre Religion auch für mich zutreffen oder ob ich sie für mich verwerfe, weil sie mir nicht plausibel erscheinen.

Pjotr Kala



Lieber Pjotr Kala!

Du gehst vom Ich aus, wir Sahaja Yogis vom Selbst. Für dich bedeutet es, dass dein Wille geschehe, und für uns Sahaja Yogis bedeutet es, dass Gottes Wille geschehe, weil wir erkannt haben, dass Gott und nicht der einzelne Mensch alle lebendige Arbeit leistet.

Alles Liebe

Erich
_________________
Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!