Bilderverbot - warum zeichnen Christen Gott?



An die Chrislichen Brüder und Schwester
Bilderverbot
28%
 28%  [ 2 ]
Moses ersten Gesezte
71%
 71%  [ 5 ]
Stimmen insgesamt : 7

Ist nicht auch die Behauptung der Christen, Gott sei Drei, nicht nur ein Irrtum, sondern auch ein Verstoß gegen das Bilderverbot? Die Gedanken mancher Christen hier ist eine Kette von Irrtum zu Irrtum. Kehrt um und glaubt die Lehre eures Profeten.
Lieber Abu Riha,

ich glaube, dass Gott die Liebe ist und uns in Jesus ganz nahe kommen wollte. Ich fühle mich da sehr sicher und zuversichtlich in diesem Glauben.
Gott hat auch bestätigt, dass die Liebe den Tod besiegt, indem Jesus bezeugtermaßen vom Tod auferstanden ist. Ich setze daher meine Hoffnung nicht auf einen Toten, sondern auf einen Lebenden - auf das Leben selbst und die unzerstörbare Liebe.
Salám Abu Riha,

ich glaube, die christliche Theologie ist doch noch etwas komplexer als die mathematische Mengenlehre suggeriert. Die Dreieinigkeit spricht nicht von drei völlig unabhängigen Göttern. Dass die Dreieinigkeit natürlich trotzdem ein Ergebnis der theologischen Streitigkeiten des 4. nachchristlichen Jahrhunderts ist, in dem versucht wurde, das Verhältnis zwischen Gott und Jesus mit Begriffen der griechisch-platonischen Philosophie zu beschreiben, und dass diese Begrifflichkeiten sowohl den Menschen damals als auch den Menschen heute schwer vermittelbar sind, bestreite ich nicht. Ich würde nur dafür werben, offen für den Sinn, der hinter den Worten steckt, zu bleiben.
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Abu Riha hat folgendes geschrieben:
Ist nicht auch die Behauptung der Christen, Gott sei Drei, nicht nur ein Irrtum, sondern auch ein Verstoß gegen das Bilderverbot? Die Gedanken mancher Christen hier ist eine Kette von Irrtum zu Irrtum. Kehrt um und glaubt die Lehre eures Profeten.


Ist nicht auch die Behauptung der Moslems, Gott sei Einer auch ein Verstoß gegen das Bilderverbot?
Die beiden letzten Beiträge zeigen mir, dass hier sehr kluge Menschen schreiben.
1. Der Hinweis auf die griechische Philosophie ist richtig, aber unzureichend. Der Gedanke "Vater-Sohn-(Heiliger)Geist" geht bereits der griechischen Philosophie voraus. Ich werde es bei Gelegenheit erklären, wenn es kein anderer kann oder macht.
2. Wenn Muslime sagen "Gott ist Einer", dann ist das die einzig legitime Möglichkeit, sich der Wahrheit Gottes anzunähern. Das Wort "Gott" ist bereits jenseits jeder Begrifflichkeit und kann weder in einem Bild als eigentlich auch in keinem Wort ausreichend beschrieben geschweige denn verstanden werden.
Dem möchte ich noch hinzufügen: Es sind nicht die Worte des Koran allein, die den Geist des Menschen erfreuen, sondern auch das durch ihn hindurchscheinende überweltliche Licht, das in der sprachlichen Lesung in unser Herz scheint.
Deswegen meinen manche Muslime sogar, man müsse noch nicht einmal Arabisch sprechen, um den Klran zu verstehen.
In diesem ähneln sie der Auffassung mancher Inder vom Sanskrit, das man nicht verstehen muss, um dennoch die Wirkung der Lesung oder der Rezitation zu empfinden - soweit ich es weiß.
Hallo Abu Riha,


Zitat:
Es sind nicht die Worte des Koran allein, die den Geist des Menschen erfreuen, sondern auch das durch ihn hindurchscheinende überweltliche Licht, das in der sprachlichen Lesung in unser Herz scheint.
Deswegen meinen manche Muslime sogar, man müsse noch nicht einmal Arabisch sprechen, um den Klran zu verstehen.


Hmm, ich denke, es ist eher das Geheimnisvolle und damit auch das Magische, das manche Menschen so an unverständlichen Worten anzieht.
Andere lieben das Gefühl, einer auserwählten Gruppe anzugehören, die wunderbar rezitieren kann, auch wenn sie den Inhalt der Rezitate verstandesmäßig überhaupt nicht verarbeiten können.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Ich schrieb "manche Muslime", und zu diesen gehöre ich nicht. Verstand und Herz müssen zusammenkommen. Das Gefühl des "auserwählt sein" ist ein großes Problem, dass sich in vielen Religionen findet. Es hat, soweit ich es verstehe, noch nichts Gutes gebracht.
Hallo Abu Riha,

ja, da gebe ich dir recht. Das Gefühl, der einzig wahren Religion anzugehören, kann sehr schnell zur Einseitigkeit im Denken führen.

Hinzu kommt, daß alle Religionen und auch Weltanschauungen neben ihren positiven Aussagen sehr wohl auch Glaubenssätze beinhalten, die man sehr kritisch betrachten sollte. Ich habe bis heute jedenfalls keine Religion gefunden, der ich voll und ganz zustimmen würde.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Wer eine Religion gefunden hat, der er zustimmen kann, der möge darin verbleiben. Wer keine Religion gefunden hat, der er zustimmen kann, kann sich dennoch auf den Weg zu Gott machen, wenn er das möchte. Wenn er das nicht möchte, verzichtet er aus meiner Sicht auf die Wahrnehmung eines geistigen Aspekts seiner Identität. Man kann ohne dieses leben, aber man verzichtet unnötig auf einen Teil seines Menschseins, wenn ich es so ausdrücken darf. Es ist ein Unterschied, ob man sucht und (noch) nicht findet, oder ob man auf das Suchen von vornherein verzichtet. Manche Perlen sind vergraben.
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Das Gefühl, der einzig wahren Religion anzugehören, kann sehr schnell zur Einseitigkeit im Denken führen.

Hallo Pjotr,
andererseits kann es bei gleichwertiger Anerkennung aller Religionen, ihren Heiligen Schriften und Personen auch schnell zu nutzlosem, weil inhaltsleerem Wischiwaschi kommen. Es gibt halt immer zwei Seiten einer Skala. Deswegen haben ja meines Wissens nach auch alle "großen" Religionsstifter den Mittelweg empfohlen. Wo auch immer der sich in der Praxis dann befinden mag.
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Die Gottheit lebt in den Details.