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Numerologie
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Unter Numerologie bzw. Zahlenmystik versteht man die Überzeugung, dass Zahlen und Kombinationen aus Zahlen außer ihrer mathematischen Funktion eine weitere Bedeutung zukommt. Aus mathematisch-naturwissenschaftlicher Sicht gilt die Numerologie weithin als Pseudowissenschaft, denn zu den oft verblüffenden Ergebnissen, die sich aus Verknüpfungen von Personen und Ereignissen mit mystischen Zahlen ergeben, führt die einfache Tatsache, dass im Verlauf der menschlichen Geschichte sehr viele solcher Verknüpfungen von Zahlen mit Ereignissen, Gegenständen, Menschen und was sonst noch vorstellbar ist, entstanden sind. Darum ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man zu jeder beliebigen und nicht all zu großen Zahl Bemerkenswertes zusammentragen kann. Wenn nun alles zu einer Verknüpfung zwischen Ereignissen und Zahlen passende herausgegriffen und alles nicht passende ignoriert wird, entsteht der Eindruck, dass diesen Zahlen eine besondere Bedeutung zukäme. So kann zum Beispiel bei der Anwendung der Numerologie aus dem eigenen Namen eine bestimmte Bedeutung herausgelesen werden.
Auf die Spitze trieb Cornelis de Jager, ein holländischer Wissenschaftler, die Zahlenspiele, indem er aus den Maßen eines holländischen Damenfahrrads (Radosophie) allerlei Konstanten aus der Physik und Astronomie errechnete. (siehe auch Video unten "Was ist Radosophie")
Als Grundlage der Numerologie können u. a. zahlreiche aus der Natur abgeleitete kulturelle oder religiöse Bedeutungen von Zahlen betrachtet werden, z. B. die sieben Tage der Woche (aus den Mondphasen abgeleitet) oder die zwölf Monate (von den ca. zwölf Mondzyklen je Erdjahr). Die Zahl zehn hat für den Menschen schon aufgrund der Anzahl der Finger eine grundsätzliche Bedeutung.
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Griechische Zahlensymbolik
Schon Pythagoras formulierte Gedanken zur Numerologie.
* eins: Gott, Sonne, Mann - Grundlage aller Zahlen
* zwei: Teufel, Mond, Frau - steht für weibliche Eigenschaften
* drei: Trinität, Versöhnung von Gegensätzen, Gott Jupiter
* vier: Materie, Gott Uranus
* fünf: Sinnlichkeit, Männlichkeit, Sexualität, Gott Merkur
* sechs: Ehe, Harmonie, Göttin Venus
* sieben: Geburt, Tod, Magie, Gott Neptun
* acht: materielle Welt, Gerechtigkeit, Gott Saturn
* neun: Geist, Gott Mars
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Biblische Zahlensymbolik
Auch in der Bibel wird den Zahlen 1, 2, 3, 4, 6, 7, 8, 10, 12, 40, 153, 144.000 und ihren Vielfachen besondere Bedeutung zugeschrieben:
* eins: Einzigartigkeit, z. B. in Bezug auf Gott (5. Mose 6,4), Einmaligkeit (Jesaja 42,8), Einigkeit (Johannes 10,30; 17,21; Galater 3,28), z.B. auch in der Ehe (1. Mose 2,24; Matthäus 19,6; Epheser 5,28-32)
* zwei: Bei Rechtsbestimmungen zwei Zeugen zur Bekräftigung (5. Mose 17,6; 19,15; Matthäus 18,16; Johannes 8,17f; 2. Korinther 13,1; 1. Timotheus 5,19; Hebräer 10,28). Wiederholung zur Erhöhung des Wahrheitsgehalts (1. Mose 41,32; Matthäus 8,28; 9,27; 20,30).
* drei: Höhere Eindringlichkeit als bei Zwei. Im Sinne von "ganz bestimmt, sicherlich" (Prediger 4,12; Matthäus 26,34;26,75; Johannes 21,15-17) Jesus wird nach drei Tagen auferstehen (Markus 8,31). Zur Unterstreichung werden Aussagen dreimal wiederholt (Jesaja 6,3; Offenbarung 4,8; 8,13). In nachbiblischer Zeit auch auf die Trinität aus Gott dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist angewendet.
* vier: In alle oder von allen vier Himmelsrichtungen. Den "ganzen" Erdkreis betreffend (Matthäus 24,31; Offenbarung 7,1). Anzahl der Evangelien im Neuen Testament.
* sechs: Deutet auf Unvollkommenheit und Unzulänglichkeit hin. Typisch für diese "gefallene" Welt und Zeit (2. Mose 21,2; 4. Mose 35,15). Zahl des gegen Gott und sein Volk rebellierenden Menschen (2. Samuel 21 und 22). In dreifacher Steigerung bei sechshundertsechsundsechzig in Offenbarung 13,18 zu sehen.
* sieben: Vollkommenheit, Vollständigkeit, nach der Weisheit Gottes. Schöpfungswoche mit dem siebten Tag als besonderem Ruhetag Sabbat = Samstag. Das Fest der ungesäuerten Brote und das Laubhüttenfest dauerten je sieben Tage (2. Mose 34,18; 3. Mose 23,34).
Außerdem: die sieben Bitten des Vaterunsers, die sieben Freuden der Mariä, die sieben Gaben des Heiligen Geistes, die sieben Worte Christi am Kreuz, die sieben Todsünden, die sieben Sakramente.
* acht: Ein Neuanfang wird gemacht. Acht Menschen werden mit der Arche gerettet (1. Petrus 3,20). Am achten Tag wird beschnitten (3. Mose 12,3). Am achten Tag nach Beginn der Monatsblutung gilt die verheiratete, jüdische Frau wieder als rein (3. Mose 15). Das Chanukka-Fest (Tempelweihe genannt in Johannes 10,22) dauert acht Tage.
* neun: Nicht speziell in der Bibel belegt. Allenfalls als 3 x 3. Zum Beispiel in der Zahl hundertdreiundfünfzig.
* zehn: Repräsentiert alle. Gebote, Plagen (2. Mose 10f), Aussätzige (Lukas 17), Jungfrauen (Matthäus 25), etc.
* zwölf: Stämme Israels: Setzt sich zusammen aus 3 x 4. Die Drei steht für "sicherlich, gewiss". Die Vier steht für "in alle Himmelsrichtungen", das "ganze Land", der "ganze Erdkreis". 3 x 4 = 12: Die Nachkommen Jakobs werden ganz gewiss das ganze Land füllen (vgl. 1. Mose 28,13-14). Manche Aussagen der Bibel leiten sich von diesen 12 Stämmen ab: 12 Apostel Jesu (aber: 70 bzw. 72 Jünger!), die Zahl 144'000 (Offenbarung 7), etc.
* dreizehn: Nicht in der Bibel belegt. Teuflische Zahl, entstanden aus der Störung der Zahl zwölf, die das göttliche Gleichgewicht darstellt. Im Mittelalter eine Glückzahl, auf Grund der Anzahl der Jünger einschließlich Jesus:12+1. Zahl der Vollkommenheit.
* vierzig: Neben dem numerischen Zahlenwert im Sinne von "viele" bzw. eine "größere, unbestimmte" Anzahl. 40 Jahre in der Wüste nach dem Auszug aus Ägypten. Das Land hatte 40 Jahre Ruhe (Richter 3,11;5,31;8,28). 40 Tage Versuchung Jesu in der Wüste. 40 Söhne (Richter 12,1). Vierzig Tage sind oft eine spezielle Vorbereitungszeit für Menschen: Mose war 40 Tage auf dem Berg (2. Mose 24,18), Elia war 40 Tage unterwegs, um Gott am Horeb zu begegnen (1. Kön. 19,8), Jona verkündigte den Bewohnern von Ninive eine 40-Tage-Frist (Jon 3,4), Jesus zeigte sich nach der Auferstehung vierzig Tage seinen Jüngern (Apg. 1,3)...
* hundertdreiundfünfzig: 144 + 9 = 12 x 12 + 3 x 3 Fische im Netz, Johannes 21,11
* 144.000: Die Anzahl der "versiegelten" Israeliten in der Offenbarung. Setzt sich zusammen aus (3 x 4) x 12 x (10 x 10 x 10). Will unterstreichen: 3 = ganz gewiss; 4 = vom ganzen Erdkreis; 12 = alle erwählten Stämme; 10 x 10 x 10 = ganz gewiss alle, die das Kriterium für die Erwählung erfüllen.
Diese Zahlen markieren in der Bibel oftmals besondere Situationen, teils scheinen sie nachträglich an- bzw. eingepasst worden zu sein um den Menschen des damaligen Kulturkreises die zusätzliche Signale für die große schlüssige Sinnhaftigkeit der jeweiligen Erzählung zu geben.
Zahlenmystik findet sich vor allem im Buch Daniel und in der Offenbarung des Johannes.
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Babylonische Zahlensymbolik
Für altorientalische Religionen wie z. B. in Babylon haben Zahlen eine mystische Bedeutung. Bestimmte Zahlen entsprechen dem Einfluss der Gestirne und Konstellationen
* eins: Ist das Zeichen für Einheit.
* zwei: Ist das Zeichen für die Zweiteilung des Weltalls, oben und unten; auch Mond und Sonne, Winter und Sommer wurden damit in Verbindung gebracht.
* drei: Entspringt der Dreiteilung des Kosmos in drei Sphären der Fixsterne; ebenso Dreiteilung des irdischen Alls in Lufthimmel, Erde und Ozean. Auch die Trias Vater, Mutter, Sohn (Ea, Damkina, Marduk) lässt sich damit in Verbindung bringen.
* vier: Die vier Weltecken, vier Weltrichtungen, vier Winde, vier Jahreszeiten, vier Phasen des Mondes usw. stehen in damit in Zusammenhang.
* fünf: Das mystische Pentagramm entstand durch Hinzuziehen der Venus als 5. Dimension zu den Planeten der vier Weltecken. Die Woche von fünf Tagen, die kosmischen Türme von fünf Stufen sind zu identifizieren.
* sechs: Zahl des Hadad. Sechs Doppelmonate, sechs Weltalter zuweilen wird das Sonnenrad mit sechs Strahlen dargestellt.
* sieben: Zahl der Planeten, sieben kosmische Türme mit sieben Stufen, sieben Locken des Gilgamesch, sieben Zweige des Lebensbaums, sieben Plejaden, sieben Hauptsterne am großen Himmelswagen, sieben Namen des Mars, sieben Wochentage mit Hervorhebung des 7. als Unglückstag. Sieben Tage steigt die babylonische Flut, sieben Tage fällt die Flut, sieben Sühneriten, Schlange mit sieben Köpfen oder sieben Zungen. Sieben Tore hat die Unterwelt in der Höllenfahrt der Ištar.
* acht: Ist die Zahl der Ištar-Venus. Sie wird durch ein 8-strahliges Zeichen dargestellt, verdreifacht bedeutet das Zeichen "Stern". Acht Richtungen der Windrose, acht Speichen des Glücksrades, acht Tore hat ein Bauwerk Sanheribs.
* neun: Hervorgehoben in bestimmten Kalendersystemen, zerlegt in 3 x 3; multipliziert mit 3 ergibt den Tag, an dem sich Mond und Sonne die Bestimmung teilen (27).
* zehn: Zahl des Marduk.
* elf: Die elf Strahlen Marduks, elfsaitige Harfe aus Telloh.
* zwölf: Zahl des Nergal. Grundlage des Duodezimalsystems (5 + 7; 5 x 12). Der zwölfjährige Umlauf des Jupiter, Zwölfteilung des Tierkreises, 12 Doppelstunden für den Tag. 12 Schaubrote in den Ritualtafeln, bisweilen auch die Zahl des babylonischen Olymp.
* dreizehn: Die 13 gehört zur Zwölf. Galt als Glückszahl durch (12 + 1) Götterpaare.
* vierzehn: Zahl der bösen Dämonen. Verdoppelung der Sieben. Vierzehn Tore hat die Unterwelt in der Legende, vierzehn Nothelfer begleiten Nergal in die Unterwelt.
* fünfzehn: Zahl der Ištar. Ruhetag im Mondlauf, Vollmondstag, Nebukadnezar baut in 15 Tagen seinen Palast. Niniveh, Stadt der Ištar hat 15 Tore.
* fünfzig: 50 Ehrennamen des Marduk, 50 Tempel.
* siebzig: Zahl des vollendeten Kreislaufs. 70 Seelen ziehen mit Jakob nach Ägypten.
* zweiundsiebzig: 72 Älteste; Sonnenrechnung (5 x 72 = 360); Präzessionszahl (in 72 Jahren wandert der Frühlingspunkt um 1 Grad).
* dreihundertsechzig: Rundzahl des Jahres. 30 x 12 Brote aus Weizenmehl werden beim Tempelbau-Ritus aufgelegt.
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Zahlen im Märchen
In Märchen werden Zahlen als Symbole mit einer magischen Bedeutung dargestellt. Die Zahlen 3,7 und 13 haben besonders hervorgehobene Bedeutungen, da sie den Hauptfiguren Glück oder Pech bringen. So ist zum Beispiel in dem Märchen Aschenbrödel von drei Haselnüssen die Rede, denen die Heldin letztendlich ihr Glück verdankt.
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Weiteres
Im ostasiatischen Raum herrscht eine ganz eigene Interpretation, die z.B. in die dortige ganzheitliche Baubiologie gemäß der Feng Shui Lehre eingeflossen ist. Verwandte Themen sind hier unter anderem die auf Yin und Yang basierende Sichtweise der Welt. Auch die Chinesen messen Zahlen eine große Bedeutung zu. Zum Beispiel ist hier die "4" die Unglückszahl, weil sie im Chinesischen ähnlich wie "Sterben" und "Tod" klingt. "8" ist die Glückszahl, "38" jedoch bedeutet "blöd" oder "Idiot".
Einige Verschwörungstheoretiker messen Zahlen eine große Bedeutung zu – siehe Dreiundzwanzig.
In den USA wird auch heute noch vermieden ein 13tes Stockwerk zu benennen. Stattdessen wird es z.B. mit 12A beziffert oder gleich das 14. daraus gemacht. Ähnlich ist es auch in Flugzeugen oder auf Kreuzfahrtschiffen, wo es ebenfalls keine 13. Sitzreihe bzw. 13. Deck gibt. Auch in Krankenhäusern wird auf ein Zimmer Nr. 13 verzichtet, im Formel1-Motorsport auf die Startnummer 13.
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