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Metaphysisch
Innerhalb der jeweiligen astrologischen Schule wird nach festen Regeln verfahren. Die meisten Astrologen sehen ihre Tätigkeit trotzdem als nicht naturwissenschaftlich begründbar. Das sei aber kein Qualitätskriterium, da nach den Philosophien des Strukturalismus und des Dekonstruktivismus eine exakte Naturwissenschaft alleine nicht in der Lage sei, alle Aspekte der Welt zu erklären.
Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (siehe Weblinks) hinterfragt seit vielen Jahren die Astrologie mit wissenschaftlichen Methoden. Sie prüft beispielsweise die Prognosen des Vorjahres und schaut, wie viele eingetreten sind. Die Prognosen der analysierten Astrologen in Deutschland schneiden dabei schlecht ab. Allerdings wird dabei davon ausgegangen, dass Astrologie Tatsachen beschreibt, was einige Astrologen ablehnen. Sie sind der Meinung, dass Astrologie Motivationen auf hohem Abstraktionsniveau beschreibt, die sich erst durch unterbewusste Entscheidungen in Tatsachen verwandeln können. Nach Ansicht dieser Astrologen sind Prognosen nicht im Sinne der Astrologie, da sie die prinzipielle Freiheit der Verwirklichungen einschränken.
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Astrologie als Angelegenheit des Glaubens
Astrologie erfüllt bei vielen Menschen ein Bedürfnis nach übernatürlichen, transzendenten oder metaphysischen Erklärungen für ihre aktuelle oder zukünftige Befindlichkeit. Die Erwartung metaphysischer Aussagen lässt per Definition jede naturwissenschaftliche Kritik belanglos sein. Dies trifft übrigens nicht nur für Astrologie, sondern für jedes Wert- oder Anschauungssystem (zum Beispiel Religionen) zu, das jenseits der bekannten physikalischen Welt weitere Determinationen oder Existenzen unterstellt.
Astrologische Glaubensartikel waren bislang nicht im selben Umfang die Ursache von Kriegen und Verfolgungen von Personengruppen, wie sie von Religionen oder rassistischen Zuordnungen ausgingen. Abgesehen von Einzelfällen hat Astrologie damit historisch eine geringe Schädlichkeit.
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Psychologisch
Wo die Astrologie das charakterliche Wesen und Schicksalsentscheidungen der Menschen beschreibt, besteht immer das Problem der selbsterfüllenden Prophezeiungen. Die Kenntnis und innere Aneignung der beschriebenen Motivationen führt zur tatsächlichen Umsetzung. Dies reicht bis ins Unterbewusstsein und daraus folgender Bevorzugung nach Art eines Temperaments. So lassen sich anschließend Korrelationen zwischen astrologisch vorhergesagten und tatsächlichen beobachteten Verhaltensweisen finden. Aus Sicht der Naturwissenschaften lassen sich solche faktischen Beobachtungen nicht als Begründung für die Stichhaltigkeit der Astrologie heranziehen.
Schon durch die Selbsterfüllung kann im psychologischen Sinne die Beschäftigung mit Astrologie ein Mittel zur Selbstinspektion und Selbstreflektion darstellen, ebenso wie andere religiöse beziehungsweise esoterische Glaubensübungen dazu geeignet sind (Tarot). Die Applikation auf Dritte ist dabei zweifelhaft, wenn diesem keine Beschäftigung mit Astrologie unterstellt werden kann, etwa "wir passen nicht zusammen, du bist halt Widder". Von Nicht-Gläubigen kann dies gar als quasi-rassistisch empfunden werden, da hier eine lebensbeschränkende Klassifizierung allein nach dem Zufall von Ort und Zeit der Geburt auf Dritte gelegt wird. Die beispielhaft angegebene Form der "Küchen-Astrologie" mag von geübten Astrologen abgelehnt werden, ist jedoch praktisch sehr geläufig, wodurch sich eine soziologische Kritik an der Astrologie ableitet.
Neben der Selbstprojektion finden sich in der Psychologie weitere Zumutungen, etwa die Fremdprojektion (ähnlich dem Erlernen der Geschlechterrolle), sowie dem Bejahungsfaktor bei schwammigen Aussagen (sogenannter Barnum-Effekt), die die Selbstbestätigung über das Horoskop drastisch in Frage stellen. Für diese Effekte gibt es jeweils fundierte Studien, die deren teils starke Wirkung beschreiben. Ähnlich wie mit der physikalischen Kritik bleibt für den astrologischen Anteil hier nur ein kaum messbarer Hauch eines äußeren Einflusses übrig. Mögliche Beobachtungen sind vielmehr der Ausdruck des Erlernten als direkte Folge der Prägung der Psyche durch das astrologische Modell.
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Astrologie im gesetzlichen Rahmen
Die Ausübung der Astrologie als Beruf ist gesetzlich nicht eindeutig geregelt. Einige Astrologen betreiben ihre Tätigkeit als Gewerbe nach § 14 der Gewerbeordnung, andere als freien Beruf (ähnlich Künstlern oder Schriftstellern). Die Bezeichnung "Astrologe" ist in Deutschland nicht geschützt.
Verbindungen von Astrologie und medizinischer Diagnostik werden von ausgebildeten Medizinern abgelehnt. In Deutschland darf man medizinische Tätigkeiten nur mit der entsprechenden amtsärztlichen Prüfung durchführen. Trotz genauem gesetzlichem Rahmen überschreiten viele Gewerbetreibende diese Grenze (bewusst oder unbewusst), ohne sich entsprechend zusätzlich zu qualifizieren.
Es gibt auch Bestrebungen, den Beruf des Astrologen in einen gesetzlichen Rahmen einzubinden. Aber auch das wird kritisch gesehen, da es keine wissenschaftlichen Kriterien gibt, welche die Grenzen zwischen Astrologie und Nicht-Astrologie abstecken könnten.
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