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Astrologie












Sternzeichen vs. Tierkreiszeichen

Da sich aufgrund der Präzession der Erdachse die Tierkreiszeichen gegen die Sternbilder verschieben, sind beispielsweise die meisten im Sternzeichen Jungfrau Geborenen tatsächlich auf die Welt gekommen, als die Sonne im Sternbild Löwe stand.

Astrologen in der griechischen (westlichen) Tradition arbeiten aber nicht mit den siderischen Sternbildern, sondern mit dem tropischen Tierkreis, jener Region relativ zum Frühlingspunkt, auf der die Planeten, Sonne und Mond sich scheinbar rund um die Erde bewegen. Jedoch wird von einigen Astrologen in der Mundanastrologie die Position des Frühlingspunktes, bezogen auf die Sternbilder, doch wieder in eine Deutung einbezogen, es werden daraus so genannte Äonen postuliert, etwa das angeblich beginnende Wassermannzeitalter. In der indischen Astrologie werden die Sternbilder gegenüber den Tierkreiszeichen bevorzugt.

Die Astrologie bedient sich in den Ephemeriden dieser Positionsangabe (zum Beispiel 10° Löwe), die vor etwa 1700 auch in der Astronomie üblich waren. Im Tierkreis sind die Tierkreiszeichen, auch Sternzeichen genannt, jeweils 30° groß und es wird nur die Position der Gestirne, dazu zählen Planeten, Sonne, Mond und helle Sterne topozentrisch (bezogen auf einen Ort auf der Erde) betrachtet. Die Ephemeriden, die zur Himmelsbeobachtung verwendet werden, enthalten für alle diese Objekte die genauen Orte im Tierkreis sowie ihre Höhe zum (gedachten) Horizont. So ist Sonne 10° Löwe eine genaue Angabe, die für das Auffinden am Himmel, zusammen mit der Höhenangabe und der Sternzeit, ausreicht.
Häuser oder Felder

Der genaue Zeitpunkt des Horoskops sowie der geographische Ort, für den es gerechnet wird, bestimmen die Position der Felder. Derjenige Punkt auf dem Tierkreis, der gerade über den Horizont steigt, der Aszendent, wird dabei zum Beginn des ersten Hauses. Es folgen drei Felder bis zum Punkt der unteren Kulmination des Tierkreises, das heißt dem tiefsten Punkt unter dem Horizont, dann drei Felder bis zum gerade untergehenden Punkt des Tierkreises (Deszendent), drei Felder zur oberen Kulmination, und schließlich drei Felder zurück zum Aszendenten. Dadurch sind die Häuser im Allgemeinen auf der Ekliptik unterschiedlich groß.

Bildlich kann man sich die Häuser wie eine in 12 gleiche Stücke nach der üblichen Art aufgeschnittene Orangenschale vorstellen, wobei Stengelansatz und Blütenrest der Orange genau am Nord- und Südpunkt des Horizonts liegen, eine Schnittlinie von Norden nach Süden den Himmel entlangläuft und unter der Erde wieder zurück nach Norden, eine am Horizont entlang, und auf jeder Seite noch je zwei Schnitte dazwischen liegen. Allerdings wird der Abstand der Planeten zur Ekliptik meist bei der Häuserzuordnung nicht berücksichtigt.

Je nach astrologischer Schule werden die Häusersysteme nach Verfahren berechnet, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Das obengenannte ist das System des Campanus. Andere Systeme sind die von Regiomontanus, Placidus oder Koch, um nur einige zu nennen. Beim äqualen System, das auch oft eingesetzt wird, werden die Häuser vom Aszendenten ausgehend in 30°-Abschnitten dargestellt, so dass die Häuser gleich groß sind. Bei den vorgenannten Systemen sind die Häuser unterschiedlich groß. Die Deutung der Häuser führt daher je nach System oft zu Aussagen, die nicht miteinander übereinstimmen. Ebenso wie es nicht nur die westliche Astrologie gibt, sondern auch die indische, die chinesische und andere, existieren auch verschiedene Häusersysteme. Der Ansatz, der heutzutage pragmatisch meistens gewählt wird, ist, Aszendent, Descendent, MC (= Medium Coeli; die Himmelsmitte; i.e. der obere Kulminationspunkt der Ekliptik) und IC (=Imum Coeli, die Himmeltiefe, i.e. der untere Kulminationspunkt der Ekliptik) danach zu betrachten, in welchem Tierkreiszeichen sie sich befinden. Die Häuser selbst sind zwar deutbar, aber ebenso vieldeutig wie die Systeme.
Aspekte

Die Positionen der Planeten im Horoskop werden durch Winkel ausgedrückt. Einige ausgezeichnete Winkeldifferenzen der Planeten, nämlich die Teilungen von 360 Grad durch ganze Zahlen, bezeichnet man als Aspekte. Haben zum Beispiel zwei Planeten eine Winkeldifferenz von 90 Grad, spricht man von Quadratur. Dadurch ergibt sich theoretisch eine unendliche Anzahl von Aspekten, praktisch werden jedoch kaum andere als 0, 30, 45, 60, 90, 120, 135, 150, und 180 Grad benutzt. Die Aspekte bestimmen laut der astrologischen Lehre die Beziehung der Planeten zueinander, zum Beispiel gelten 60 und 120 Grad als harmonisch, 90 und 180 Grad aber als spannungsgeladen.

Allerdings erstreckt sich nach astrologischer Auffassung die Wirksamkeit der Aspekte nicht nur auf die exakten Differenzen, sondern um diese herum auf eine so genannte Orbis, die je nach astrologischer Schule zwischen zwei und zehn Grad groß sein kann. Unbestritten in allen astrologischen Systemen ist aber die Wirksamkeit von Konjunktion um 0, Sextil um 60, Quadrat um 90, Trigon um 120, und die Opposition um 180 Grad.
Geschichte und Urformen der Astrologie

Ursprünglich herrschte die Vorstellung vor, die Gestirne repräsentierten himmlisch eine oder mehrere irdische Herrschergestalten. In Babylonien wurde zunächst ausschließlich Staatsastrologie betrieben, also das Schicksal des Gemeinwesens mit den Sternen verknüpft. Erst in der Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. gewann – mit der Mantik einhergehend und der allgemeinen Individualisierung in hellenistischen Bereich- der Glaube Gestalt, das Schicksal des Einzelnen sei mit Hilfe des Horoskops ablesbar.
Astronomie und Astrologie früher Kulturen

In Mesopotamien finden sich die frühesten Wurzeln der Astrologie.

Beginnend mit astronomischen Beobachtungen im 3. Jahrtausend v. Chr. schufen die Sumerer im 2. Jahrtausend v. Chr. mit den Zikkurat Stufentempel in Ur oder Uruk, deren Stockwerke die "sieben Gestirne" Mond, Sonne, Venus, Merkur, Mars, Jupiter und Saturn symbolisierten und den Priestern die Verbindung zu den Göttern ermöglichen sollten. Sternbilder wurden benannt, der Himmel wurde in drei Bereiche unterteilt, ein siderischer Mond-Tierkreis war bekannt. Sie glaubten, die Bewegung der Gestirne vollziehe sich durch göttlichen Einfluss. Die Bezeichnung "Chaldäer" für Babylonier wurde zum Synonym für "Astrologe".

In Ägypten etablierte sich ab 2778 v. Chr. der exakteste antike Kalender. Im Aufgang des Sirius erkannte man den Zusammenhang mit dem bevorstehenden Nilhochwasser. Viele Prognosen für die Politik suchte man aus der Stellung dieses Sternes abzuleiten. Die auf den vier Himmelsrichtungen basierenden Pyramiden sollten als Rampe für die Seele des Pharao beim himmlischen Aufstieg dienen, der nach seinem Tod als heller Stern am Himmelsnordpol beobachtbar sei. Unter babylonischem Einfluss wurde der zwölfteilige Tierkreiszeichen (Zodiak) geschaffen.

In Europa, so wird vermutet, spielt das Heiligtum von Stonehenge (um 2200 v. Chr.) die wichtigste Rolle als oberirdisches astrologisches Zentrum. Die kürzlich entdeckte Himmelsscheibe von Nebra (etwa 1600 v. Chr.), die älteste Sternenkarte Europas, harrt mit deutlichen kalendarischen und mythologischen Darstellungen ihrer endgültigen Entschlüsselung.
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