Qur'an und Hadith


Liebe Sr. Umay Hatun as Salaamu alaikum wa Rahmatullahi wa Barakatu

Zu dieser mir inzwischen ziemlich leid gewordenen Diskussion zw. „Mit-Hadithlern“ und „Nur-Koranlern“(wobei ich mich ganz klar zu ersteren zählte, müsste ich wählen) möchte ich Dir die Ergebnisse meines Nachdenkens darüber nicht vorenthalten.
Die für mich uneinsichtige Argumentation und fragwürdige Wortwahl Zaf-Ads hat folgende, weiter unten beschriebene Erkenntnis in mir reifen lassen.

Mein Fehler war, dass, wenn jemand in der heutigen Zeit behauptet, er sei Muslim – für mich selbstverständlich war, dass dies seine „muhammadanische“ Prägung mit einbezöge. Nun wurde ich tatsächlich eines Besseren belehrt.

Zaf-Ad scheint mir mit seiner Denkensart ein Vertreter jener Menschen zu sein, die mit all ihnen zu Verfügung stehendem behaupten können: Ich bin „Kein-Muhammadaner“, sondern „Nur-Moslem“.

Vielleicht wird unter seinesgleichen jener Islam vertreten, den Bassam Tibi dann ev. zu Recht als „Euro-Islam“ bezeichnet. Denn dessen Befolger akzeptieren den Qur’an zwar als einzig, vollkommene, gültige Offenbarungsschrift – doch die Tradition des Propheten lehnen sie als „Geschichten“ ab, so ähnlich wie jede andere Geschichte, jedes andere Märchen – das zwar einen gewissen „wahren Kern“ in sich trägt aber im Übrigen – eben bloss ein Märchen bleibt. Sie akzeptieren auch das jeweilige europäische Gesetz und sind somit völlig vordergründig integriert – da sie ja mit diesen eigensinnigen Schiiten und Sunniten nichts weiter mehr gemein haben.

Sie nehmen den Qur’an im wahrsten Sinne „NUR“ wörtlich und zwar soweit ihr sprachliches und intellektuelles Verständnis eben reicht. Interessant dabei ist, dass die wenigsten von ihnen die arabische Sprache tatsächlich beherrschen, was diese Einstellung noch weniger berechtigt erscheinen lässt. Eine gegenseitige Abhängigkeit (waliyat) innerhalb der Umma akzeptieren sie nicht.

Die qur’anische Vorschreibung „allen Propheten gleich (in Respekt) gegenüber zu treten“ legen sie folgendermaßen aus.

Jedes Buch hat einen Vorsteher (Propheten), wie jedes Staatsgrundgesetz(buch) den Staatspräsidenten als Vorsteher der staatlichen Ordnung nennt. So wie man also als Schweizer den Schweizer Präsidenten respektiert, respektiert man auch den deutschen oder amerikanischen, resp. die Verfassung die jener vertritt (ob man sie jetzt kennt oder nicht – ob man jetzt tatsächlich mit ihr einverstanden ist oder nicht).
So sehen sie auch die Propheten – von denen sie auch behaupten, sie hätten kein verlässliches Wissen über sie (denn das Wissen was sie haben, wären inakzeptable Berichte).
Den „eigenen“ Präsidenten (Propheten) akzeptiert man (allerdings nur proforma), denn wirklich akzeptiert man nur die subjektive, eigene Auslegung der Verfassung!
Und einen Präsidenten (Propheten) eines fremden Landes (dar ul din) akzeptiert man ohnehin auch nur proforma (da man sich ja seiner Gesetzgebung nicht unterwirft, solange man sich im eigenen Land befindet) – also gleich – und voila – das Wort gilt als erfüllt.

Nicht allerdings akzeptieren diese Leute das Parlament und die Verfassungsjuristen insgesamt und die gewachsene historische Rechtsordnung, die sich ja in der gültigen Rechtssprechung manisfestiert (außer sie werden dazu gezwungen – Mietrecht-, Finanzrecht, Straf- Verkehrsrecht …) im eigenen Land (dar ul din) – denn „sie haben das (Verfassungs-)Buch ja selbst gelesen“ und wissen es daher besser als diese „verzopften Hohl- und Schwachköpfe“, auf die man keinesfalls hören darf, da sie „totes Recht pflegen“ – und Gott ja bekannterweise LEBENDIG ist!
Diese, deren Einstellung lässt es zu, nein zwingt geradewegs dazu, diese Menschen tatsächlich mit Anarchie und deren Auswirkungen zu assoziieren, was ja von ihnen auch bestätigt und daher gewünscht wird. Denn in Wirklichkeit akzeptieren sie nur abstraktes Gottesrecht und überhaupt kein konkretes davon von Menschen abgeleitetes Recht – ausser das, was sie selbst für sich aus individuellem Verständnis herleiten.

In solchem Zusammenhang verstehe ich nun auch die Äußerungen von „Ich bin Jude, Christ und Moslem“, die ich von Zaf-Ad gehört und ihm gegenüber auch (zwar vergeblich, ohne response) moniert habe.
In diesem Zusammenhang verstehe ich aber auch, wenn der Jude, Christ und Muslim zu ihm sagte: „Zu meiner Umma gehörst Du aber trotzdem nicht.“

Fraglich ist, was die Propheten Musa, Isa und Muhammd (Friede und Heil ist auf ihnen) in diesem Fall, zu solchen Leuten wohl sagten, die sich überall, jeder Gemeinschaft dazugehörig fühlen, aber doch vom Gesetz nur respektieren und befolgen, wozu sie gezwungen werden oder was sie subjektiv gut heißen, bzw. behaupten, das was die Mehrheit denkt, KANN nur falsch sein. Ich denke sie hätten, jeder in seiner Sprache, mal gesagt „Merhaba“ und das Gastrecht mindestens drei Tage ausgeübt. Und dann höflich gefragt: „Kann ich Dir irgendwie weiterhelfen?“

Mit dem Islam, mit Nizam ul Islam, wie dies die Mehrheit der Muslime heute für sich versteht und wünscht, hat solche Einstellung objektiv keine langfristig verbindliche Gemeinsamkeit – bis auf die verbale Anerkennung des absolut gesetzten Offenbarungscharakters des Qur’ans. Die „egostriktiven“ Interpretationen führen aus der Gemeinschaft hinaus in die individuelle Einsamkeit. Doch wer das Prophetenwort: „Die Gemeinschaft ist euch vorgeschrieben“ ohnehin als nicht verbindlich betrachtet, für den ist dieses Schicksal ein erwünschtes.

Ich für meinen Teil hätte mir gewünscht, erhofft, erdacht, dass die Erfüllung und Ausreifung der Individualität, die ohnehin nur jeder für sich erreichen kann, INNERHALB der Gemeinschaft geschieht, mit Einschluss des Gewesenen und der Transformation dessen davon, welches sich als hinderlich für eine positive Entwicklung fürderhin erwies, erweist und noch erweisen wird. Hochmütige Zurückweisung all dessen, was anderen aus gutem Grund „lieb und teuer ist“ ist eine gefährliche Wahl. Doch wer weiß – vielleicht sind oben beschriebene Einstellungen gleichsam die artfremde Hefe im Teig, der sonst aus Untätigkeit oder Ähnlichem doch nur eingetrocknet wäre. Ein nötiger Input, um oben angesprochene Transformation endlich wirklich einsetzen zu lassen.
Allah weiß es am Besten und ich bitte um Seine Rechtleitung – solcher Art, wie Er diese auch den Früheren hat zukommen lassen – für mich und jene die diese annehmen und die Gemeinde und Familie Muhammads.

Ich für meinen Teil wiederhole in Bezug auf diesen Disput:
„Lakum dinukum waliyad din“.

Und: in jedem Fall – ich habe was gelernt und mein Staunen hat sich gemehrt!

PS: Hatte nie gedacht, dass ich einmal darauf Wert legen wollte, DOCH Muhammadaner zu sein und nicht NUR Moslem.
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mfG M.M.Hanel


Ich rufe euch alle zur Einigkeit auf! Mögen wir eine EINZIGE Gemeinde sein!

Zitat:
Zaf-Ad scheint mir mit seiner Denkensart ein Vertreter jener Menschen zu sein, die mit all ihnen zu Verfügung stehendem behaupten können: Ich bin „Kein-Muhammadaner“, sondern „Nur-Moslem“.


Ya hayy! Wie wahr du über mich sprichst!

Ich bin nur Gottergeben und nicht Mohammedaner! Wenn du darauf wert legst, dann bitte! Du hast aber ganz klar die Unterscheidungsverbote zwischen den Gesandten nicht kapiert...

Wenn ich sage, ich bin Christ/Jude/Moslem, dann rufe ich damit alle Gläubige zu einer Einigung auf, falls dir das noch nicht aufgefallen ist! Ich rufe alle wahren Gläubige zu einer einzigen Gemeinschaft!

Zitat:
doch die Tradition des Propheten lehnen sie als „Geschichten“ ab


Ist ja lustig, dass dieser Prophet folgendes verkündet:

"Schlechtes Glück ist in der Frau (sic!), im Pferd und zuhause (sic!)" (Bukhary 76/53).

Hier wird also die Frau und das Zuhase schlecht dargestellt... Was haben wir wohl für Probleme in der Türkei immer noch??? Vor allem bei den Konservativen, die ich kenne?

"Falls ein Affe, ein schwarzer Hund oder eine Frau (sic!) vor einem Betenden durchgehen, wird das Gebet für ungültig erklärt." (Bukhary 8/102; Hanbel 4/86).

In einem Atemzug wird die Frau neben Affe und Hund erwähnt... sehr "tierische" Darstellung...

"Der Prophet gab die Erlaubnis Frauen und Kinder (sic!) im Krieg zu töten." (Bukhari, Jihad/146; Ebu Davud 113).

DAS soll eure "Tradition" sein? Frauen und Kinder im Krieg zu töten?

"Gott ist die Zeit." (Muwatta 56/3; Bukhary).

........ ich wünsche bei eurer Tradition, die ihr dem ehrbaren Propheten Mohammed zuschreiben wollt, die aber nicht von ihm kommen, viel Spass!
Es ist egal, in welcher Sprache man den Koran liest und interpretiert...

41:44
Hätten Wir es als einen Koran in einer fremden Sprache gemacht, sie hätten gesagt: "Warum sind seine Verse nicht klar gemacht worden? Wie! eine fremde Sprache und ein Araber!" Sprich: "Er ist eine Führung und eine Heilung für die Gläubigen." Doch diejenigen, die nicht glauben - in ihren Ohren ist Taubheit, und er bleibt ihnen unsichtbar. Sie sind (wie) von einem weit entfernten Ort angerufen.


Und wenn zu ihnen gesagt wird: "Folgt dem, was Allah herniedergesandt hat", dann sagen sie: "Nein, wir wollen dem folgen, wobei wir unsere Väter vorfanden." Wie? Selbst dann, wenn Satan sie zu der Strafe des brennenden Feuers lädt? [31:21]
Zitat:
Hatte nie gedacht, dass ich einmal darauf Wert legen wollte, DOCH Muhammadaner zu sein und nicht NUR Moslem.


erstaunlich wie mit dem Begriff "Moslem" hier hantiert wird..
ich hoffe sie sind sich dessen bewusst
........

das vielfach so gern gelieferte Argument "Mehrheit" zählt seit Entstehung dieses Verses nicht mehr!! wer kann eines besseren Belehren als Gott, dem Herrn der Welten?

Und wenn du den meisten derer auf der Erde gehorchst, werden sie dich von Allahs Weg irreführen. Sie folgen nur Vermutungen, und sie raten nur.
6:116

subjektive Wahrnehmung?
von wegen!!!!

vesselam
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La elahe ella ALLAH
Zitat:
Ich rufe euch alle zur Einigkeit auf! Mögen wir eine EINZIGE Gemeinde sein!


inshAllah lieber Zaf-Ad..
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La elahe ella ALLAH
Zitat:
Und wenn du den meisten derer auf der Erde gehorchst, werden sie dich von Allahs Weg irreführen. Sie folgen nur Vermutungen, und sie raten nur.
6:116


Liebe Amalia

Zitat:
subjektive Wahrnehmung?
von wegen!!!!


ich denke doch.
Schau:

Die Merheit der Muslime sind ca. 600 - 700 Millionen.

Die Merheit derer die auf Erden - sind, ...?
Sag, dass ich das mit meinem einfachen Verstand falsch sehe!
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mfG M.M.Hanel
ich denke nicht:

die Minderheit der Muslime v. 600-700 kann sich zu einem späteren Zeitpunkt durchaus verdoppeln, und zur Mehrheit führen..

Dann hätte deine Interpretation von diesem Vers und die Gültigkeit ausgedient lieber Hanel..

denk mal drüber nach
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....
La elahe ella ALLAH
Oh Amalia ...

Das ist ganz schnell überdacht.

Die Mehrheit jener die auf Erden sind - waren, sind immer noch weit, weit mehr, als:

a.) die Mehrheit der Muslime damals
b.) die Mehrheit der Muslime heute
c.) jene Anzahl der Menschen heute, die Nachfahren der damaligen Muslime(nmehrheit)
d.) Anzahl aus c.) plus die Anzahl der Mehrheit der heutigen Muslime heute.

Hab ich was vergessen, verdreht, übersehen ?
Soll das so weitergehen!?
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mfG M.M.Hanel
Oh Hanel..

Und wenn du den meisten derer auf der Erde gehorchst, werden sie dich von Allahs Weg irreführen. Sie folgen nur Vermutungen, und sie raten nur.
6:116

und die Minderheit von 600-700 Moslems auf der Erde, raten und Vermuten nicht?
Also verlasse man sich auf sie?


Und manche Menschen sagen: "Wir glauben an Allah und an den Jüngsten Tag", doch sie sind keine Gläubigen
2:8

Schön wärs
Und sehr einfach
Moslem zu sein..

....

Ya Allah
Ya Hu


vesselam
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La elahe ella ALLAH
Selam..
Irgendwie konnte ich nicht schlafen und möchte gerne noch einiges loswerden

Es ist immer wieder deutlich zu erkennen, dass Moslems, die sich NUR nach dem einzigen für sie gültigen Prinzip „Koran“ richten (wollen) und diesen als einzig verbindliche Quelle des Islams anerkennen, enormen Widerstand aus den eigenen Reihen ausgesetzt sind.

Wenn man die Gegenargumente näher betrachtet, lässt sich der Vorwurf "Inkompetenz" sehr leicht rausfiltern.

Ich für mich sage an dieser Stelle erneut: Halt/Stopp
Demoralisierungen in Form von Entmutigungen wirken bekanntlich lähmend, grade im Bezug auf unseren Gemeinsamen Nenner „Koran“, möchte ich doch sehr darum bitten, vorsichtiger in der Argumentation zu sein. Ich verstehe wenn der Wunsch die eigene Wichtig-bzw.Richtigkeit zur Geltung zu bringen, teilweise verschärfte Formulierungen zum Ausdruck bringt. Aber diese sollten doch bitte nur auf Tatsachen beruhen.

Je mehr behauptet wird, der Koran sei nicht aus der subjektiven Wahrnehmung heraus, ohne arabisch-Kenntnisse, ohne die Meinung der Rechtsgelehrten, ohne Sunna-Tradition, ohne Ahadith-Lehre, ohne intellektuelles Mindestniveau etc..deutbar , also im wahrsten Sinne des Wortes unantastbar, desto mehr frage ich mich: welcher Sinn hinter diesem sich ständig wiederholenden, absurden Anspruchsdenken steckt?


Die Gläubigen sind ja Brüder. So stiftet Frieden zwischen euren Brüdern und fürchtet Allah, auf daß euch Barmherzigkeit erwiesen
werde

49:10

Gepriesen sei Allah!
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La elahe ella ALLAH

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