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Ein schönes Beispiel, wie man, aus verschiedenen Tradittionen kommend, trefflich aneinander vorbeireden kann - gilt wohl nicht nur innerhalb des Buddhismus...
Fred von Allmen: Ein Problem besteht darin, dass es nicht den einen Buddhismus gibt, sondern viele Buddhismen aus völlig verschiedenen Kulturen, die seit Jahrhunderten und Jahrtausenden praktisch nichts miteinander zu tun hatten und nichts mehr voneinander wussten. Die kommen alle erst in den letzten Jahren im Westen wieder in Berührung. Dazu gibt es ein nette Geschichte: Auf einer Konferenz war auch der große Kalu Rinpoche aus der tibetischen Tradition eingeladen, und gleichzeitig war auch Seung Sahn dort, ein koreanischer Zen-Meister, der in Amerika lebte. Er hat diese ganz spezielle Zen-Sprache, in der Art wie: „Was ist das? Zeig' es mir!“ Die beiden wurden einander vorgestellt und haben sich begrüßt, sich verbeugt und sich gefreut. Alles wurde wechselseitig übersetzt. Dann nahm Seung Sahn eine Orange vom Tisch und sagte zu Kalu Rinpoche: „What is this?“
Und Kalu Rinpoche schaute leise fragend zum Übersetzer: „Was hat er gesagt?“
Der übersetzte: „Er hat gesagt: 'Was ist das?'“
Und Kalu Rinpoche fragte: „Haben die keine Orangen in Korea?“
Du siehst, welche enormen Unterschiede vorhanden sind! All diese verschiedenen Zugänge sind jetzt in den Westen gekommen. Auf vielen unserer Konferenzen geht’s darum, erst einmal eine gemeinsame Sprache zu finden. Zum Beispiel brauchte es zahllose Arbeitssitzungen, bis die Schweizer Buddhisten sich auf eine gemeinsame Aussage einigen konnten.
[U&W 55]
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