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Nach wie vor kein Recht auf Bildung für die Bahá’í im Iran












Nach wie vor kein Recht auf Bildung für die Bahá’í im Iran
Fast 1.000 Studenten sollten sich als Muslime eintragen oder der Universität fernbleiben

NEW YORK/BERLIN – Im Iran erfolgte eine weitere offensichtliche Verletzung der Menschenrechte der Bahá’í: Fast 1.000 Bahá’í im studierfähigen Alter wurde mitgeteilt, sie müssten die Eintragung als Muslime akzeptieren, um die Hochschulzulassung in diesem Jahr zu erhalten. Diese Nachricht erhielt die bei den Vereinten Nationen akkreditierte Bahá’í-Weltgemeinde. Wie Vertreter der Bahá’í- Weltgemeinde erfuhren, war bei der Angabe zur Religionszugehörigkeit eines Bewerbers das Wort „Islam“ in den Ergebnisbögen der nationalen Eingangsexamina bereits eingedruckt und somit vorgegeben. Das Ergebnis ihrer Eingangsexamina als Zulassungsvoraussetzung für das Hochschulstudium wurde den Bahá’í-Studenten erst kürzlich übermittelt.

Täuschung durch falsche Zusicherungen

Dieser Schritt erfolgte, nachdem die Bahá’í-Studienbewerber zuvor durch Bekanntgaben der Regierung in den Medien und durch persönliche Zusicherungen im Glauben gelassen wurden, dass ihre Religionszugehörigkeit in diesem Jahr keine Rolle bei den Zulassungsvoraussetzungen bzw. in den Formularen spielen würde. „Die iranische Regierung versucht in Wirklichkeit, die Bahá’í-Jugend zu zwingen, ihren Glauben zu widerrufen, wenn sie zur Universität gehen wollen“, sagt Bani Dugal, Repräsentantin der Bahá’í International Community bei den Vereinten Nationen. „Dieses Vorgehen widerspricht allen Zusicherungen des Iran gegenüber der internationalen Staatengemeinschaft, die Religionsfreiheit respektieren zu wollen! Und es steht tatsächlich im Widerspruch zu den völkerrechtlich verbindlichen Menschenrechtspakten, die der Iran ratifiziert hat,“ so Bani Dugal. Seit mehr als 20 Jahren sind die Bahá’í von allen Einrichtungen für höhere Bildung allein ihres Glaubens wegen ausgeschlossen – eine Menschenrechtsverletzung, die in zahlreichen internationalen Menschenrechtsforen verurteilt wurde. Das aktuelle Vorgehen der Regierung weitet dieses Bildungsverbot sogar noch aus, da die Bahá’í grundsätzlich nicht ihre Religionszugehörigkeit verleugnen. In der Vergangenheit erforderte das Zulassungsformular von den Bewerbern, sich als Anhänger einer von nur vier anerkannten Religionsgemeinschaften einzutragen – Islam, Christentum, Judentum oder Zoroastrismus. Da ihnen nur diese Wahlmöglichkeiten geboten wurden, waren Bahá’í, die sich weigerten bezüglich ihrer Religionszugehörigkeit zu lügen, damit von der Universität ausgeschlossen.

Widerruf des Glaubens oder Ausschluss

Die diesjährigen Bewerbungsbögen hatten keine entsprechende Rubrik für einen Eintrag der Religionszugehörigkeit. Stattdessen wurden die Studienbewerber lediglich danach gefragt, in welchem der vier anerkannten religiösen Studienfächer – Islam, Christentum, Judentum oder Zoroastrismus – sie sich als Teil ihres Eingangsexamens prüfen lassen wollten. Den Bahá’í-Bewerbern wurde versichert, dass sie mit der Wahl des Islams als Prüfungsfach nicht als Anhänger dieser Religion gelten würden. Berichten aus dem Iran zufolge heißt es jedoch seitens offizieller Stellen, dass sich die Bahá’í-Studenten nun, da sie zum Eingangsexamen angetreten seien, damit de facto als Muslime erklärt hätten. Vor diesem Hintergrund sind die Bahá’í-Studenten nicht in der Lage, die Universität zu besuchen, da dies einer Widerrufung ihres Glaubens gleichkäme und dies auch von den Behörden als Beweis ihrer Widerrufung gewertet würde. „Seit über einem Jahr hat die iranische Regierung versprochen, dass es den Bahá’í zum ersten Mal nach 20 Jahren erlaubt sein würde, staatliche Einrichtungen der höheren Bildung zu besuchen“, sagt Bani Dugal. „Und nun verkündet die Regierung – was auf eine trickreiche Zwickmühle hinausläuft – „sie können können sich einschreiben, aber sie müssen vorgeben, Muslime zu sein“. Dies aber ist etwas, was Bahá’í nicht tun können. Und die Regierung weiß das.“ Die Bahá’í-Gemeinde im Iran ist mit rund 350.000 Gläubigen die größte religiöse Minderheit des Landes. Seit 1979, dem Jahr der Gründung der Islamischen Republik, wurden mehr als 200 Bahá’í hingerichtet, hunderte inhaftiert und tausenden das Recht auf Bildung und Arbeit sowie andere Menschenrechte verwehrt – ein nicht enden wollendes Kapitel systematischer religiöser Verfolgung. Nach wie vor kein Recht auf Bildung für die Bahá’í im Iran Fast 1.000 Studenten sollten sich als Muslime eintragen oder der Universität fernbleiben.
Zitat:
Fast 1.000 Studenten sollten sich als Muslime eintragen oder der Universität fernbleiben


Dieses ist jenseits aller Demokratie und Religionsfreiheit und entbehrt
jeglicher Berechtigung!

Zitat:
Wie Vertreter der Bahá’í- Weltgemeinde erfuhren, war bei der Angabe zur Religionszugehörigkeit eines Bewerbers das Wort „Islam“ in den Ergebnisbögen der nationalen Eingangsexamina bereits eingedruckt und somit vorgegeben.


Ich habe ja schon vieles gehört, gesehen und gelesen, und denke, dass ich schon relativ gut informiert bin. Aber ehrlich gesagt - so etwas hätte ich absolut nicht für möglich gehalten, dass eine Religions"zugehörigkeit" bereits vorgedruckt ist, und ein Mensch, der einer anderen Glaubensrichtung/Religion angehört, auf eine solche niederträchtige, undemokratische - ja auch unwürdige - Art und Weise gezwungen werden soll!

Zitat:
Seit mehr als 20 Jahren sind die Bahá’í von allen Einrichtungen für höhere Bildung allein ihres Glaubens wegen ausgeschlossen – eine Menschenrechtsverletzung, die in zahlreichen internationalen Menschenrechtsforen verurteilt wurde.


... zurecht verurteilt...

Zitat:
Das aktuelle Vorgehen der Regierung weitet dieses Bildungsverbot sogar noch aus, da die Bahá’í grundsätzlich nicht ihre Religionszugehörigkeit verleugnen.


Es sollte in unserem Jahrtausend doch möglich sein, dass Menschen ihrem Glauben nachgehen können. Was glauben eigentlich die, die solches verlangen und veranlassen, wer sie sind, dass sie anderen die (Glaubens-)Richtung weisen können? Woher nehmen sie sich das Recht zu verlangen, dass man seinen Glauben verleugnen soll?

Zitat:
Den Bahá’í-Bewerbern wurde versichert, dass sie mit der Wahl des Islams als Prüfungsfach nicht als Anhänger dieser Religion gelten würden. Berichten aus dem Iran zufolge heißt es jedoch seitens offizieller Stellen, dass sich die Bahá’í-Studenten nun, da sie zum Eingangsexamen angetreten seien, damit de facto als Muslime erklärt hätten. Vor diesem Hintergrund sind die Bahá’í-Studenten nicht in der Lage, die Universität zu besuchen, da dies einer Widerrufung ihres Glaubens gleichkäme und dies auch von den Behörden als Beweis ihrer Widerrufung gewertet würde.


Wie würden sich die Verantwortlichen eigentlich fühlen, wenn man solches von ihnen umgekehrt verlangen würde?? Das hat nichts mit "Bekehren" zu tun, sondern mit Zwangsglauben. Und denken die Initiatoren eigentlich, dass sie damit ihrer Religion einen Gefallen tun? Selbst wenn es Menschen gäbe, die aus Zwang heraus einer Religion angehören, so ist doch von vorneherein davon auszugehen, dass sie diesen Glauben niemals wirklich glauben und (er)leben würden. Woran muss man eigentlich glauben, wenn man glaubt, dass man Gläubige mit dem Brecheisen zu einer Religion führt?


Zitat:
„Und nun verkündet die Regierung – was auf eine trickreiche Zwickmühle hinausläuft – „sie können können sich einschreiben, aber sie müssen vorgeben, Muslime zu sein“. Dies aber ist etwas, was Bahá’í nicht tun können. Und die Regierung weiß das.“


... ich kann und will mir nicht vorstellen, dass es im Sinne Gottes wäre, dass Menschen nur vorgeben Muslime zu sein, statt von Herzen zu glauben. Ich weiß nicht, ob wirklich streng Gläubige daran eigentlich denken.

Zitat:
Die Bahá’í-Gemeinde im Iran ist mit rund 350.000 Gläubigen die größte religiöse Minderheit des Landes. Seit 1979, dem Jahr der Gründung der Islamischen Republik, wurden mehr als 200 Bahá’í hingerichtet, hunderte inhaftiert und tausenden das Recht auf Bildung und Arbeit sowie andere Menschenrechte verwehrt – ein nicht enden wollendes Kapitel systematischer religiöser Verfolgung. Nach wie vor kein Recht auf Bildung für die Bahá’í im Iran Fast 1.000 Studenten sollten sich als Muslime eintragen oder der Universität fernbleiben.


Dass es religiöse Verfolgung in solchem Ausmaß heutzutage noch gibt, welche sogar in Hinrichtungen endet, ist für mich etwas unerträgliches und unverständliches. Alle Menschen aller Religionen sollten doch nun eigentlich aus der Vergangenheit gelernt haben, wozu all die Glaubenskriege geführt haben: weder zu besseren Menschen, noch zu "besseren" Christen, Juden, Muslimen... Glaube kommt von innen, von der Liebe zu Gott. Und wer aus freien Stücken den Weg, den für sich individuell richtigen Weg und somit Glauben findet, lebt diesen Glauben, seine Religion, und ist "seinem" Gott (<-- dieses meine ich nicht etwa abfällig sondern beziehe dieses auf die Invividualität) von Nutzen, folgt seinem Willen, gerne und mit Freuden. Aber sobald ein Glaube durch Zwang entsteht, ist es kein Glaube mehr.

Lieber Deas,
ich gehöre zwar (noch) nicht der Bahá’í-Religion an, ich gehöre keiner Religion an, wenngleich ich mich in die Gemeinschaft der Christen einordne, aber erstens könnte es durchaus sein, dass ich irgendwann mich dieser Religion zuwende, weil sie sehr viel Schönes und für mein Empfinden Sinnvolles beinhaltet und zweitens sei dir gewiss: auch wenn ich dieser Religion nicht angehöre, so solidarisiere ich mich uneingeschränkt mit Menschen, die nichts anderes wollen, als ihr, aus meiner Sicht, absolutes Recht auf GlaubensFREIHEIT wahrzunehmen.

Ich hoffe jedenfalls, dass es irgendwann weltweit keine Verfolgung, Diskriminierung, Menschenrechtsverletzung und so weiter mehr gibt, um Glauben zu verbieten oder auch Glauben aufzuzwingen.
Liebe Suchende,

Vielen vielen Dank für diese schönen Gedanken, Deine Worte haben mich als Baha'i natürlich sehr sehr berührt und ich glaube den anderen Baha'i hier geht es auch so. Ja es ist leider schrecklich, man denkt, dass es so etwas im 21.Jahrhundert nicht mehr gibt, aber es ist anders, nicht nur im Iran, sondern von Tibet bis in den Sudan werden Menschen wegen ihres Glaubens diskriminiert oder gar verfolgt.

suchende hat folgendes geschrieben:
Glaube kommt von innen, von der Liebe zu Gott.


Sehr schön, bravo!


suchende hat folgendes geschrieben:
Ich hoffe jedenfalls, dass es irgendwann weltweit keine Verfolgung, Diskriminierung, Menschenrechtsverletzung und so weiter mehr gibt, um Glauben zu verbieten oder auch Glauben aufzuzwingen.


Ja, weil viele Menschen fühlen sich ohne Glauben nicht als Mensch und für sie ist der Glauben das Fundament ihres Lebens - das, worauf all ihre Leistungen in ihrem Leben aufgebaut sind.

Liebe Grüße, Deas
Forum -> Baha'i-Religion


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