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"Die Sufi-Botschaft bringt kein neues Gesetz, sie erweckt in der Menschheit den Geist der Brüderlichkeit, welche einhergeht mit der Toleranz eines jeden gegenüber der Religion der anderen und mit der allseitigen Bereitschaft, die Fehler der anderen zu vergeben. Sie lehrt Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme, damit ein Leben in Harmonie geschaffen und erhalten werden kann; sie lehrt auch, zu dienen und sich wahrhaftig nützlich zu machen. Dann wird unser Leben auf der Erde Früchte bringen und uns in unserer Seele zutiefst befriedigen."
(Hazrat Inayat Khan)
Für jede getrübte Seele ganz viel Liebe....
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Hallo Zahra,
Bist Du Sufi? Ich hab mich früher ein wenig mit Sufismus beschäftigt, das ist wirklich sehr interessant. Letztes Jahr war ich auch bei einer Sufi-Veranstaltung, wo "Zekr" (Erwähnung Gottes) praktiziert wurde.
Baha'u'llah hat eine mystische Schrift verfasst unter dem Titel "Sieben Täler", wo der Weg des Menschen zu Gott beschrieben wird durch sieben Stufen (oder bildlich durch sieben Täler). Am Ende dieses Weges erreicht man das "Tal der wahren Armut und des völligen Vergehens" und da steht weiter - und ich glaube das hat sehr viel Ähnlichkeit mit den Lehren der Sufis:
Dies ist die Stufe, auf der das ich stirbt und in Gott lebt, arm in sich selbst und reich durch den Ersehnten. Wenn wir auf dieser Stufe von Armut sprechen, so ist damit die Armut von allem gemeint, was in der erschaffenen Welt ist, und Reichtum durch alles, was in der Welt Gottes ist. Denn wenn ein aufrichtig Liebender und ergebener Freund in die Gegenwart des Geliebten tritt, so werden die leuchtende Schönheit des Geliebten und die Herzglut des Liebenden ein Feuer entzünden, durch das alle Hüllen und Schleier, ja alles, was er hat, vom Herzen bis zur Haut, verbrennen, und nichts verbleibt außer dem Freunde.
Gegen Ende dieser Schrift stehen dann noch so fünf Verse, die sehr viele Weisheiten enthalten:
Befrei dich von allem, wonach dein Begehr steht, alsdann wende dich deinem Herrn zu.
Reinige dich von allem außer Ihm, damit du dein Leben in Seiner Liebe hingeben mögest.
Ziehe dich von der Schwelle des wahrhaftigen Gottes zurück, solange du noch die Zeichen der Welt trägst.
Danke deinem Herrn auf Seiner Erde, daß Er dich segne in Seinem Himmel.
Tue hinweg die Schleier der Begrenzung; damit du erkennest, was dir von den Stufen der Heiligkeit nicht bekannt war.
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Hallo sead,
nein, ich bin keine Sufi, wohl aber sehr mystisch veranlagt und interessiert!
Ich habe vor längerer Zeit mal eine Seite gefunden, die genau das wiedergibt, was du so schön dargestellt hast:
http://www.mystik.info/bahai.php
Die komplette Inhaltsübersicht ist hier zu finden:
http://www.mystik.info/inhalt.php
| Zitat: |
Denn wenn ein aufrichtig Liebender und ergebener Freund in die Gegenwart des Geliebten tritt, so werden die leuchtende Schönheit des Geliebten und die Herzglut des Liebenden ein Feuer entzünden, durch das alle Hüllen und Schleier, ja alles, was er hat, vom Herzen bis zur Haut, verbrennen, und nichts verbleibt außer dem Freunde.
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Masallah, ja das kann man mit der mystischen Reise eines Sufis gut in Verbindung setzen....
Aber nicht nur die tiefe Liebe und die unerträgliche Sehnsucht bestimmen die Wege eines Sufis, auch der Wunsch nach der Vereinigung mit dem Allerbarmer berührt tagtäglich das Herz eines Mystikers:
Der Gott des Herzen
Seit wir unser Sein für das Herz aufgegeben haben,
sind wir Fremde unserer Selbst geworden und haben uns mit dem Herzen vertraut gemacht.
Während die Ka'ba der Fokus der Augen der Welt ist,
ist jene Ka'ba des Rückzugs, das Herz, unser Fokus.
Wir sahen, das Herz war das Allerheiligste des Ruhms vom Geliebten ;
Also gaben wir alles auf, was nicht ein Freund vom Herzens war.
Dieses Herz ist nicht das Organ, welches im Käfig der Brust schlägt;
Dieses Herz ist der Hohe Thron, der Sitz vom Gott des Herzens.
Auf dem Weg des Herzens wurden die Liebenden in Blut geschaffen;
Vieler verflixte Seele wurde für das Herz geopfert.
In der Falle der Begierde weißt Du nichts vom Herzen;
Im Himmel des Selbst kannst Du nicht den Phönix des Herzens sehen.
Sobald Nurbakhsh die Gasse des 'Ich und Du' verläßt;
Sobald fand er Ruhe im Allerheiligsten des glorreichen Herzen
Dr. Javad Nurbakhsh (gegenwärtiger Meister des Nimatullahi-Ordens)
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| Zitat: |
| Dies ist die Stufe, auf der das ich stirbt und in Gott lebt |
Baha`u`llah trifft es genau auf den Punkt:" Befrei dich von allem, wonach dein Begehr steht, als dann wende dich deinem Herrn zu."
In dem Buch "Kitab al Muridin" (Sufi regeln für Schüler) von Abu al Najib al-Suhrawardi wird dieser Auspruch bestätigt:
" 16. Armut (faqr) ist besser denn Reichtum. Gabriel (der Erzengel) wies Muhammad an, nicht die irdischen Schätze anzunehmen. "
Schon Bab (zitiert aus dem "Bayan") erkannte nur in der reinen Gottesliebe die Möglichkeit die "Erleuchtung" zu erfahren:
"Du sollst Gott so verehren, daß, wenn der Lohn für deine Anbetung das Feuer wäre, dies keinen Einfluß auf deine Anbetung haben würde. Wenn ihr Gott aus Furcht anbetet, so ist dies der Schwelle der Heiligkeit Gottes unwürdig ... Desgleichen auch, wenn euer Blick auf das Paradies gerichtet ist und wenn ihr in der Hoffnung darauf betet; denn dadurch stellt ihr Gott und Seine Schöpfung auf die gleiche Stufe."
(Vergleiche hierzu Rabi`a von Basra)
Jedoch kann diese vollkommene Liebe erst dann erreicht werden, wenn die wirkliche Bedeutung Gottes so verstanden wurde, dass sich der Mensch Ihm vorbehaltlos zu ergeben hat. Das ist sicher nicht einfach und es wird auch nicht jedem Menschen möglich sein, der nicht diesen starken Iman (Glaube) in sich trägt!
Denn ist die Liebe zu Gott grenzenlos, ist die Sehnsucht mit dieser konstant, dass bedeutet, die brennende Freude der Vereinigung kann zur brennenden Qual der Loslösung werden.
Somit bleibt die Frage offen, ob es für jeden Gläubigen gut ist sich "von dem Schleier der Begrenzung zu befreien, damit man erkennt, was einem von den Stufen der Heiligkeit nicht bekannt war."!
Denn neben der Erfüllung des vollkommenden Glücks, steht die unerträgliche Qual der Sehnsucht!
Liebe Grüsse
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Google ist super Ich habe jetzt nämlich ein wenig wieder über Sufismus im Internet geforscht und beim Lesen hab ich auch zufällig diese Geschichte gefunden (es geht darum, dass man nie weiss, was das Ende bringt und das in jedem Glück oder Unglück eine Weisheit liegen kann (ich liebe diese Art von Geschichten, kennt Ihr noch mehr?)
Da war ein Bauer. Eines Tages hatte jemand das Gatter zur Pferdekoppel offen gelassen und ein Pferd war davongelaufen. Es war das einzige Pferd, und er war kein reicher Mann. Der Nachbar kam vorbei und sagte: „Ich habe gehört was dir passiert ist. Das Gatter ist offen geblieben und das Pferd ist weggerannt, das ist aber wirklich schlimm!“ Der Sufi sagte: „Vielleicht“. Nach ein paar Tagen kam das Pferd zurück und brachte fünf wilde Pferde mit. Und natürlich kam ganz schnell der Nachbar und sagte:„Oh, das ist aber toll!“ Der Sufi sagte: „Vielleicht“. Das ist Weisheit. Wieder gingen ein paar Tage vorbei. Der Sohn trainierte eines der Pferde, und das Pferd warf den Jungen ab und er brach sich sein Bein. Natürlich war schnell der Nachbar zur Stelle – so sind Nachbarn! – und sagte: „Um Gotteswillen, ich habe gehört, dein Sohn hat sich ein Bein gebrochen, das ist ja schrecklich!“ Und der Sufi sagte: „Vielleicht“. Es stellte sich heraus, dass ein paar Tage später ein Mann von der Armee vorbei kam, um junge Männer zu rekrutieren für den Krieg, aber der Sohn konnte nicht in den Krieg ziehen. Findet ihr, das ist ein Happyend? – Vielleicht!
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Lieber Deas,
vielen Dank für diese schöne Geschichte
Den Grundgedanken dieser Geschichte werde ich übernehmen....man kann nichts mit Sicherheit sagen, es wird sich erst im Laufe der Zeit herausstellen, ob jeweilige Situation nun gute oder schlechte Folgen mit sich ziehen wird!
Liebe Grüsse
PS: Ich empfehle dir Nasreddin Hoca
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http://www.kultur.gov.tr/portal/default_de.asp?belgeno=922
http://www.mymerhaba.com/de/main/content.asp_Q_id_E_1223
Ein Beispiel:
Warum er auf dem Esel verkehrt herum saß:
Als der Hoca eines Tages auf seinem Esel von der Moschee nach Hause zurückkehrte und einige Leute ihm folgten, blieb er plötzlich stehen und setzte sich den Gesicht nach hinten gedreht auf den Esel; er setze sich also auf den Sattel verkehrt herum. Die Leute, die das sahen fragten den Hoca nach dem Grund.
Dieser antwortete: Ich habe lange darüber nachgedacht und habe beschlossen mich so auf meinen Esel zu setzen, denn ich mag keine Grobheiten. Wenn ihr vor mir gehen würdet, dann würdet ihr eure Rücken zu mir drehen; das wäre nicht höflich. Und wenn ich vor euch gehen würde, dann würde ich euch meinen Rücken zudrehen, auch das wäre nicht angepaßt. Wenn ich so umgekehrt auf dem Esel sitze, bin ich vor euch und ihr nicht hinter mir und stehen uns doch gegenüber!
Dir doch egal
Ein Schwätzer kam zum Hoca " Hoca, Hoca. Ich sah eben jemandem mit einem Tablett Baklava vorbeigehen".
"Mir doch egal" sagte der Hoca.
Als der Mann mit seinen aufdringlichem Geschwätz fortfuhr und:" Aber ich glaube das Tablett ging zu euch.", sagte,
antwortete der Hoca:" Dir doch egal!" und brachte den Schwätzer zum schweigen.
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