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Projekt Weltethos












Gestern war ich zu einem Diskussionsabend zum \'Projekt Weltethos\' eingeladen - eine sehr interessante Veranstaltung, die dann auch anstatt der vorgesehenen 1½ Stunden doppelt so lange dauerte . Moderator war Prof. Reinalter [der mir noch aus seiner 'atheistischen Phase' bekannt war ]; Teilnehmer u.a. der Bischof von Innsbruck, die Leiterin der jüdischen Kultusgemeinde, und - sehr interessant - Prof. Elsayed Eshahed, der Leiter der IRPA (Islamische Rel.-Päd. Akademie zur Ausbildung von Religionslehrern in Wien), Ägypter und Professor an der Al Azar Universität in Kairo.
Thema der Diskussion war, 'auf die Bedeutung der Kooperation der Weltreligionen hinzuweisen und aufzuzeigen, wie wichtig der Dialog der Weltreligionen fuer eine friedlichere Zukunft unserer Gesellschaft ist.
Fundamentalistisches Denken stellt eine große Gefahr fuer diesen Dialog dar und ist gleichzeitig eine Herausforderung für Toleranz und gegenseitiges Verstaendnis. Kann die Idee des Projekts Weltethos für den interkulturellen und interreligioesen Dialog Hilfestellung bieten?
'

Hier eine kurze Zusammenfassung der Grundsätze des Projekts:
Zitat:
- Kein Zusammenleben auf unserem Globus ohne ein globales Ethos, ein "Weltethos"!
- Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen!
- Kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen!
- Kein Dialog zwischen den Religionen und Kulturen ohne Grundlagenforschung!
- Kein globales Ethos ohne Bewusstseinswandel von Religiösen und Nicht-Religiösen!

Ziel einer weltweiten Verständigung zwischen den Religionen:

- Keine Welteinheitsreligion und kein Religionscocktail - aber die Vielfalt der Religionen anerkennen und sie als wechselseitige Bereicherung verstehen.
- Kein Religionsersatz durch ein Ethos. - Aber ein gemeinsames Menschheitsethos anstreben, das Religion nicht ablösen soll.
- Ein Bemühen um den dringend erforderlichen Frieden zwischen Menschen sowohl aus den verschiedenen Religionen dieser Welt wie auch aus den verschiedenen nichtreligiösen Weltanschauungen.
Morgen Wu

Die Grundsätze sind als solche ja garnicht neu, und absolut im Anspruch gerechtfertigt. Mich würde auch interessieren, welche Grundstimmung nach Abschluss des Abends herrschte?
Salam Amalia,

natürlich sind die Grundsätze nicht neu - das 'Projekt Weltethos' existiert ja auch schon ziemlich lang, und Prof. Küng hat es sich ja auch nicht selbst ausgedacht, sondern nur Ansätze vereinigt, die auf allen Seiten schon mehr oder weniger ausgeprägt vorhanden waren

Die Stimmung während der ganzen Diskussion war sehr gut, z.T. auch freundlich-kritisch - die einzige Missstimmung kam von einer christlichen Fundamentalistin, die Prof. Eshaded auf irgendwelche Fehler im Islam festnageln wollte, bis ihr der Moderator das Wort entzog.
Was mich allerdings ein wenig gestört hat an der Organisation war die mangelnde Bekanntmachung - es war z.B. kein Baha'i anwesend, und den Vertreter der Buddhisten musste ich erst benachrichtigen - er war über die Veranstaltung gar nicht verständigt worden.
Zitat:
wenn sie selbst jene Konflikte beseitigen, deren Quelle sie selber sind, wenn sie wechselseitig Überheblichkeit, Mißtrauen, Vorurteile, ja Feindbilder abbauen und den Traditionen, Heiligtümern, Festen und Riten der jeweils Andersgläubigen Respekt entgegenbringen.


Zitat:
Wir alle wissen: Nach wie vor werden überall auf der Welt Menschen unmenschlich behandelt. Sie werden ihrer Lebenschancen und ihrer Freiheit beraubt, ihre Menschenrechte werden mit Füßen getreten, ihre menschliche Würde wird mißachtet. Aber Macht ist nicht gleich Recht! Angesichts aller Unmenschlichkeit fordern unsere religiösen und ethischen Überzeugungen: Jeder Mensch muß menschlich behandelt werden!



Hallo Wu

die Ziele welche man sich setzt sind natürlich erstrebenswert aber ich denke sie werden am ignoerieren der derzeitigen Lage scheitern

es ist das selbe Problem wie immer man setzt sich wuderschöne Ziele und glaubt dieser mit wunderschönen Mitteln erreichen zu können das muss scheitern die Frage die man sich stellen sollte ist ob es nicht erst noch schlimmer werden muss bevor es besser wird

aus meiner Sicht steht die islamische-Welt derzeit mit dem Rücken zur Wand ... vom Westen unterstützte Diktaturen ... westliche Truppen in islamischen Ländern und für mich ist nicht erkennbar dass der Westen mit dieser Politik aufhören wird aus muslimischer Sicht kann ich verstehen dass eine (politische) Aussöhnung in weiter Ferne liegt man kann sich nicht versöhnen wenn der westliche Stiefel noch im eigenen Ar.sch steckt

und das betrifft nicht nur die politische sondern auch die wirtschaftliche Ebene die westliche Wirtschaft versucht -wie die Politik- sich die islamische-Welt unter den Nagel zu reissen

eine Kehrtwende dieser Politik ist nicht erkennbar die Spiritualität in großen Teilen der Westlichen Welt liegt auf dem Boden und kann sich gegen Konsum und Medien kaum zur Wehr setzen ich denke auch hier muss es erst noch schlimmer werden bevor es besser werden kann Konsum und Medien haben den Westen aus spiritueller und moralischer Sicht gebrochen der Wille der Menschen irgendetwas zu verändern ist völlig erschlafft auch hier sehe ich keinen erkennbaren Weg dieses auf positive Weise zu ändern

die Konflikte die uns jetzt bevorstehen müssen geschehen ich denke es führt kein Weg mehr daran vorbei trotzdem sollte man die gesetzten Ziele nicht aus dem Augen verlieren sie sind erstrebenswert aber sofort auf eine Utopie zu zusteuern halte ich für sehr schwer man muss Stück für Stück abarbeiten und man solle nicht meinen dass die Zustände wie sie sich jetzt zeigen zufällig wären diese Entwicklung wurde bewusst herbei geführt die Kräfte die dahinter stehen sind sehr stark und werden nicht kampflos aufgeben

Phan
Hallo Phan,
Zitat:
trotzdem sollte man die gesetzten Ziele nicht aus dem Augen verlieren sie sind erstrebenswert aber sofort auf eine Utopie zu zusteuern halte ich für sehr schwer man muss Stück für Stück abarbeiten

genau darum geht's ja.
Forum -> Judentum und Christentum


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