Der Heilige Gral - Realität oder erfunden?



"Der Heilige Gral" ist Wirklichkeit?
Bestimmt nur erfunden
14%
 14%  [ 11 ]
Ist real
50%
 50%  [ 38 ]
Bin mir unsicher
19%
 19%  [ 15 ]
Unsinn
15%
 15%  [ 12 ]
Stimmen insgesamt : 76

ein evergreen in meinen Augen.

Denkt Ihr "Der Heilige Gral" ist Realität?
Was ist es überhaupt, was wisst Ihr darüber?
Die Prieuré de Sion, der Orden der Bruderschaft von Sion ist ein angeblich bis heute existierende Geheimgesellschaft. Denkt Ihr sie wurden nicht umsonst gegründet? Ist alles nur Irreführung?
Und was ist mit den Tempelritter?
Hallo Magellan!

Coole Umfragen, die Du immer hier reinstellst

Keine Ahnung - was ist der Heilige Gral?

Tschüss, friend
Haltet euch fest Kameraden

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Die Legende vom Heiligen Gral ist eine etwa 900 Jahre alte verworrene und schemenhafte Geschichte, die vielfältig, reich an Symbolik und häufig widersprüchlich ist. Der Mythos birgt ein Geheimnis in sich, das bis heute nicht gelüftet ist und die Menschen schon immer in seinen Bann gezogen hat und noch immer zieht.

Die Herkunft des Begriffes Gral ist nicht restlos geklärt: (okzitanisch grazal, altfranzösisch graal 'Gefäß, Schüssel'). Von den vielen etymologischen Erklärungsversuchen gilt heute die Herleitung von griech.-lat. crater (Mischgefäß) über lateinisch cratalis/gradalis als am wahrscheinlichsten.

Der Heilige Gral ist den Überlieferungen nach ein wundertätiges und in späteren Versionen sakrales Gefäß, eine Schale, ein Kelch oder ein Smaragd, der aus Luzifers Krone fällt, als dieser in die Hölle fährt. Auch als Stein der Weisen hat der Gral in der Literatur und darstellenden Kunst eine Bedeutung. Zusammen mit einer rätselhaften blutenden Lanze wird er in einer Burg von Gralskönig und Gralsrittern bewacht. Er spendet Glückseligkeit, ewige Jugend und Speisen in unendlicher Fülle.

Der mystische Gral wird zum Teil auch als eine verschollene Blut-Reliquie begriffen, die in ihrer Umstrittenheit vergleichbar mit dem Turiner Grabtuch, dem Eucharistie-Wunder von Lanciano oder dem Blutwunder von San Gennaro in Neapel ist.

Die Achatschale, die zum Hausschatz der Habsburger gehörte und jetzt in der Schatzkammer des Kunsthistorischen Museums in Wien steht, wurde lange für den Heiligen Gral gehalten, da es eine feine Äderung gibt, die als Schrift interpretiert werden könnte.

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Ursprung der Legende

Keltischer Ursprung

Etliche Variationen der Gralslegende legen nahe, dass es vermutlich gegen Ende des 5. Jahrhunderts eine ursprüngliche keltische Originalerzählung gegeben haben muss, die unter ungeklärten Umständen verloren ging.

Die Kelten besitzen eine Weltvorstellung, in der ohne Schwierigkeiten reale Gegebenheiten neben verzauberten, mystischen und übernatürlichen Begebenheiten existieren. Sie assoziieren eine Alltagswelt und zugleich eine parallel existierende Gegenwelt, deren Grenzen an heiligen Brunnen und Quellen aufeinander treffen, so dass das Hinübergehen in die jeweils andere Welt an diesen Orten möglich wird. Quellen sind für die Kelten der Inbegriff und Beleg für die Gegenwart der fürsorglichen und lebensspendenden Erdmutter Eriu, die in Europa zum ersten Mal vor 8.000 Jahren personifiziert und verehrt wird. Die Erdgöttin, die in der keltischen Mythologie u. a. als Herrin des Landes oder Herrin der Quelle bezeichnet wird, nimmt verschiedene Verkörperungen an: Einmal ist sie eine alte Frau, ein anderes Mal eine Nymphe, dann wieder eine Jungfrau.

Das keltische Original ist in seinem Kern eine Erzählung von den Frauen des Landes, nicht von mutigen Männern und Rittern. Dies wird in den Erläuterungen zu Chrétiens Prolog ersichtlich. Das Reich von Logres (in Britannien) wird als blühendes Paradies beschrieben, in dem Ruhe und Frieden herrscht und es Sitte ist, dass Ritter und Wanderer auf der Durchreise Speisen von Jungfrauen aus goldenen Bechern und Schalen serviert bekommen. Durch diese Speisung erfahren die Reisenden die Harmonie der beiden nebeneinander existierenden Welten, und sie erkennen, dass sich der Hof der Glückseligkeit oder die Gralsburg im Reich von Logres befindet. Das Land ist von Gemeinschaftlichkeit und Gleichheit geprägt, bis der boshafte König Amangons eine Jungfrau auf seine Burg entführt und ihre heilige Schale stiehlt. Seine Männer tun es ihm nach, und bald sind keine Jungfrauen mehr im Land, die die Reisenden noch speisen. Das Gleichgewicht zwischen den beiden Welten ist dadurch zerstört. In der Folge verwandelt sich das Land von Logres in ein Ödland: Quellen und Brunnen trocknen aus, Pflanzen gehen ein, Tiere werden unfruchtbar und die Menschen ziehen weg. Dass die "Stimmen der Brunnen" verstummt sind, bedeutet aus keltischer Sicht den Verlust des Kontaktes zur Gegenwelt. Aus diesem Grund muss sich ein Auserwählter auf den mutigen Weg machen, die "Wasser zu befreien", um eine Versöhnung zwischen der Erdgöttin der jenseitigen Welt (Innenland) und dem König der diesseitigen Welt (äußeres Reich) herzustellen, oder modern formuliert, um das ursprüngliche Paradies wieder herzustellen. Der König kann nach dem keltischen Glauben seine rechtmäßige Herrschaft nur antreten, wenn er mit der Erdgöttin (oder Königin) in Verbindung tritt und sich für ihre Freiheit einsetzt.

Spekulationen über den Ursprung

Schon früh wird auf mysteriöse Dokumente verwiesen: Einmal ist von einer geheimen Mitschrift der Worte Jesu Christi, ein anderes Mal von der Botschaft eines Engels, von Abschriften aus alchemistischen Traktaten oder von einem Originaldokument aus Spanien, Britannien oder dem Fernen Osten, Jerusalem, die Rede.

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Die Legende

Ein Held wird in eine verzauberte Welt geboren. Seine Bestimmung ist es, sich auf die Suche nach einem geheimnisvollen Gegenstand aus einer jenseitigen Parallelwelt zu machen, der Heiliger Gral genannt wird. Die Aufgabe dieses Helden ist es, die natürliche Ordnung und Harmonie der in Unordnung geratenen Welt wiederherzustellen. Er erhält je nach künstlerischer Umsetzung die unterschiedlichsten Namen: Artus, Gawain, Galahad, Parzival, Perceval, Peredur, Perlesvaus oder Bors.

Er wird als Abkömmling aus geheimnisumwobenen Familienverhältnissen dargestellt, der die zwei mächtigsten magischen Kräfte in sich vereint: Den größten Heldenmut und eine unschuldige Reinheit. Er wird entweder von seiner Mutter oder von einer Kriegerin, die Zauberkräfte hat, erzogen, und wächst ohne Geschwister und Freunde auf. Ihm fehlt der Sinn für die Wirklichkeit, diesen Mangel gleicht er jedoch durch seine Unschuld oder Naivität wieder aus, weshalb er auch "tumber Tor" oder "großer Narr" genannt wird.

Bald nachdem er sein behütetes Zuhause verlässt, um sich auf die Suche zu machen, wünscht er sich nichts sehnlicher, als der bedeutendste Ritter seiner Zeit zu werden. Am Hof von König Artus wird seine Bestimmung erkannt, und obwohl er sich häufig als dummer Narr erweist, wird er zum Ritter geschlagen und in die Gemeinschaft der Tafelrunde aufgenommen. Der Held erwirbt sich durch seine Herkunft und seinen tollkühnen Umgang mit Waffen hohes Ansehen. Bei den Rittern der Tafelrunde genießt er höchste Verehrung, als er sich in seiner naiven Art einfach auf den Platz der Gefahr setzt, der als tabu gilt und stets für den Auserwählten freigehalten wurde. Damit wird deutlich, dass es sich bei dem Narren nur um den erwarteten Auserwählten handeln kann. In der Artus-Sage ist dies ein Ort im Wald, an dem ein Amboss steht, in dem das Schwert Excalibur steckt, das nur vom legitimen Thronerben des Königs herausgezogen werden kann. Es wird somit zur Nagelprobe für den Helden.

Die Handlungsstränge einzelner Gralslegenden gehen nun etwas auseinander: Entweder reitet der Held alleine los, um sich auf die Suche zu begeben, oder der Heilige Gral erscheint als strahlende Vision am Tisch der Tafelrunde, so dass sich alle Ritter bereit erklären, gemeinsam auf die Suche nach dessen Geheimnis zu gehen. Im Folgenden werden in diversen Variationen die Abenteuer der Ritter geschildert, die verschiedene Aufgaben lösen müssen. Der Held muss sich immer wieder neuen Rätseln stellen, z. B. die richtige Frage stellen, sich selbst treu bleiben, eine Burg erobern oder ein Unrecht rächen. Da der Zauberer Merlin als eigentlicher Initiator der Suche nach dem Gral angesehen wird, erscheint auch er in einigen Gralslegenden, um helfend einzugreifen. Zuletzt gelingt es den Rittern gemeinsam, das Geheimnis des Heiligen Grals zu enthüllen. Die Ritter, die mit einem Makel behaftet sind, scheitern dabei.

Der Held verändert sich während der Gralssuche. Durch seine Taten kann er den Hüter des Grals, der verletzt oder krank ist, heilen, und das zerstörte Land wieder zu einem Paradies erblühen lassen.

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Entwicklung der Legende

Chrétien de Troyes

Der Gral taucht in der europäischen Dichtung erstmals kurz vor 1200 auf. Die älteste bekannte Quelle dafür ist der mystisch-religiöse Perceval-Versroman (Le Conte du Graal) des französischen Dichters Chrétien de Troyes (vor 1150 - vor 1190). Chrétien und seine Zeitgenossen kannten die Artuslegenden, von denen die Gralslegende nur eine war, die aus dem so genannten "Matière de Bretagne", aus dem britannischen Sagenkreis stammten. Die Legenden dieses Sagenkreises waren durchwoben von Begegnungen mit dem Übernatürlichen und mit magischen und mystischen Mächten. Es wird vermutet, dass Chrétien auch die irischen echtrai oder Adventüren, die ersten von Flüchtlingen auf das europäische Festland mitgebrachten keltischen Legenden mit vielen Gralsthemen, kennen lernte. Bei Chrétien ist der Gral eine mit kostbaren Edelsteinen verzierte, magische Goldschale, in der dem Vater des legendären Fischerkönigs Bran in einer feierlichen Prozession eine Hostie zugetragen wird, die seine einzige Nahrung darstellt.

Robert de Boron

Die Lebensdaten von Robert de Boron sowie der Zeitpunkt des von ihm verfassten Roman de l´estoire dou Graal sind heute nicht mehr eindeutig bestimmbar. Es wird vermutet, dass er ihn annähernd im gleichen Jahr wie Chrétien de Troyes (um 1180 - 1181) schrieb. Seine Fassung der Gralslegende weist eine christliche Richtung auf und erwähnt den Heiligen Gral erstmals als Kelch, mit dem Jesus mit seinen Jüngern das Letzte Abendmahl gefeiert haben soll.

Helinandus

Helinandus Frigidimontis (~1160 - 1229) berichtet in seiner Chronik von vor 1204, dass ein in Britannien lebender Einsiedler eine Vision von dem Hüter eines Kelches, Joseph von Arimathia, hat. Mit diesem Kelch soll Joseph von Arimathia das Blut Christi am Kreuz aufgefangen haben.

Wolfram von Eschenbach

In die deutschsprachige Literatur kommt das Thema 1210 durch Wolframs von Eschenbach (1170 - ~ 1220) Übersetzungsbearbeitung von Chrétiens Roman Parzival. Wolfram nennt allerdings, vermutlich, um seine Kritiker zu verwirren, einen rätselhaften Dichter namens "Kyot de Provence" als seine Hauptquelle. Kyot will in Toledo ein arabisches Manuskript entdeckt haben, dass 1200 v. Chr. von einem jüdischen Astronom namens Flegetanis geschrieben worden sein soll.

In Wolframs von Eschenbach Gralsversion wird die Gralssuche als das Streben des Einzelnen nach Ganzheit dargestellt. Der Gral wird als Quell dieser Ganzheit betrachtet. So wird der nach ihm Suchende schon genährt, wenn sich der Gral nur in der Nähe befindet. Wolfram beschreibt in seinem Parzival eine Trennung zwischen Natur und dem Übernatürlichen oder Gott und wandelt die Erzählung dahingehend, dass die Suche des naiven Helden nach dem Heiligen Gral zur Versöhnung zwischen Natur und Übernatürlichem führt. Der Name Parzival oder Perceval kann auch mit Perce à Val (das Tal durchqueren) übersetzt werden. Wolfram beschreibt den Gral lyrisch, als "... Inbegriff paradiesischer Vollkommenheit, Anfang und Ende allen menschlichen Strebens und ein nie versiegendes Füllhorn irdischer Köstlichkeiten ...".

Richard Wagner

Grals- und Parzivalmotive tauchen seitdem in der europäischen Literatur und Kunst in vielerlei Variationen auf. Eine der bekanntesten künstlerischen Darstellungen ist die Oper Parsifal von Richard Wagner.

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Gralssuche

Die Gralssuche wird ebenso vielfältig beschrieben wie der Heilige Gral selbst. Sie wird definiert als

Suche nach Erleuchtung,

Suche nach Vollkommenheit,

Suche nach dem letzten Ursprung,

Kessel der Wiedergeburt,

direkte Kommunion mit Gott durch den Leib Christi,

und als Quell der ewigen Jugend.

Der Heilige Gral kann nur zusammen mit der Suche nach dem Gral gedacht werden, denn beide symbolisieren das höchste Streben nach Erfüllung, das Ziel und den Weg des Menschen zu diesem Ziel. Insofern kann der Gral, und mit ihm die Suche, für jeden Menschen jede nur mögliche Bedeutung annehmen.

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Gralsburg und -tempel

Nach der Gralsburg wurde und wird immer wieder von neuem als real existierende historische Stätte gesucht. In den Legenden wird sie häufig als eine Insel hoch über dem Meer geschildert, die nach dem Eintritt der Verwüstung des Landes aber nur von einem Menschen reinen Herzens gesehen werden kann. Das Innere der Burg ist reich mit Juwelen und Edelsteinen geschmückt. Sie wird als Jungbrunnen und als Axis Mundi, also als das Zentrum oder der Nabel der Welt betrachtet.

Vorwiegend kommen Kirchen, Türme, Burgen und Festungsruinen in England und Wales als ursprüngliche Gralsburg in Frage, aber auch von einigen Orten in den spanischen und französischen Pyrenäen sind Gralsverehrungen überliefert. Es existieren zahlreiche alte, als heilig geltende Orte und Gebäude, auf die die Beschreibungen zum Teil zutreffen könnten, in einigen Orten sollen aber auch die Anwohner bereits sehr früh zur Verbreitung dieser Legende beigetragen haben. So gibt es bis heute keine gesicherte Erkenntnis, dass eine Gralsburg jemals wirklich existiert hat.

Folgende Gebäude kommen in der Forschung am ehesten in Betracht:

Die gesamte Umgebung von Glastonbury im Südwesten Englands, wo in der Abtei noch heute zur Weihnachtszeit ein wundersamer Dornenstrauch blühen soll, und wo angeblich 1190 die sterblichen Überreste von Artus und Guinevere entdeckt wurden. An der Stelle der im gleichen Ort befindlichen St. Marys Chapel soll der Überlieferung nach von Joseph von Arimathia die erste Kirche Europas erbaut worden sein. Der Turm von Glastonbury gilt heute noch als der heiligste Ort Britanniens bzw. als die Verkörperung Avalons. An seinem Fuß befindet sich der Chalice Well (Kelchbrunnen), der bekannteste aller Brunnen, die je mit dem Gral in Verbindung gebracht wurden. Dass der Brunnen, so lange sich Menschen daran erinnern, noch nie versiegt ist, soll damit zusammenhängen, dass einst der Heilige Gral in ihm versteckt wurde.

Winchester Castle in Südengland, in dem sich ein Tisch aus dem 13. Jahrhundert befindet, an dem 24 Ritter Platz hätten.

Bamburgh Castle in Northumberland, England, als Lanzelots Burg "Joyous Garde".

St. Michaels Mount in Cornwall, Südengland, als Rest des versunkenen Reiches.

Montségur in den französischen Pyrenäen, als Festung von Katharer-Rittern, die überraschend der belagerten Zitadelle entfliehen und dabei den größten Schatz der Katharer retten.

Montsalvasch (auch Munsalvaesche) in den spanischen Pyrenäen, als reich mit Juwelen geschmückter Gralstempel des Templerordens, der sehnsüchtig auf die Ankunft des Mahdi (Ritter) aus dem Osten wartet.

San Juan de la Peña, ein Bergkloster in den spanischen Pyrenäen, das versteckt unter riesigen überhängenden Felsen am Boden eines tief eingeschnittenen Flusstales liegt und nur von Ortskundigen zu finden ist. Laut den Überlieferungen verehrten dort im Mittelalter Pilger eine Reliquie als den Heiligen Gral.

Die Burg, die mit allen literarischen Beschreibungen die meisten Übereinstimmungen aufweisen soll, ist Cadbury Castle, auch Dinas Bran (walisisch für Festung des Bran) genannt, in Llangollen in Nordwales am Fluss Dee. Der Überlieferung nach war sie die Burg des walisischen Gottes Bran.

In der Kathedrale von Valencia wird in einer Nebenkapelle ein steinerner Kelch (cáliz) aufbewahrt, der von der Bevölkerung als Heiliger Gral verehrt wird, die katholische Kirche hat diesen Kelch bisher aber nicht als Heiligen Gral anerkannt.

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Gralshüter

Die Templer, die sich selbst Pauperes commilitones Christi templique Salomonis ("Arme Ritter Christi und des Tempels Salomons") nannten, sollen eine Zeit lang im Besitz und Hüter des Heiligen Grals gewesen sein. Aus einer Anklageschrift vom 12. August 1308 wird ersichtlich, dass sie steinerne Köpfe (zum Teil mit drei Gesichtern) als Heiligtümer verehrten (siehe: Baphomet), denen sie die gleichen Eigenschaften und Wunderkräfte wie dem Heiligen Gral zugeschrieben haben.

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Das verlorene Paradies

Es existiert eine enge Verbindung zwischen dem Mythos des Heiligen Grals zu den verschiedenen Legenden, die sich um König Artus und die Ritter der Tafelrunde ranken. Die Geschichte um das verlorene Paradies und die folgende Gralssuche als der Versuch, das Paradies wieder zu erlangen, stehen häufig im Mittelpunkt der Artuslegenden. Sie bilden oft den Hintergrund für zahlreiche andere Legenden, so z. B. auch für die Geschichte des Zauberers Merlin, die Lebensgeschichte Lancelots oder die Erzählungen von der Fraueninsel Avalon.

Neuesten Erkenntnissen zufolge soll zum Zeitpunkt des Todes von König Artus das Land durch einen Meteoriten tatsächlich verwüstet worden sein, was sich in einem vorübergehend eingestellten Baumwachstum manifestierte. Insofern kann davon ausgegangen werden, dass die Legende zumindest in Ansätzen auf einem realen Hintergrund beruht.

Die Christianisierung brachte den Kelten zusätzlich zum Verlust des Paradieses ein neue Sicht von der Welt. Mit der Verbreitung des Christentums verloren sie zunehmend ihren Glauben an heilige Gegenstände, ihre Verehrung für die Göttinmutter und damit ihre matriarchalische Einstellung. Die Übernahme keltischer Heiligtümer durch die Kirche hat ebenfalls wesentlich zum Verlust des heidnischen und mystischen Glaubens und Machtpotentials beigetragen. So wurden viele Kirchen, z. B. die Kathedrale Notre-Dame de Chartres, über einer heiligen keltischen Quelle errichtet. Der in der Legende des Heiligen Grals geschilderte Verlust des Paradieses kann insofern auch als Teil unserer eigenen christlichen Missionierungsgeschichte begriffen werden.

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Die Legende heute

Die mythische Gralsvorstellung des Hochmittelalters setzt sich ungebrochen bis in die Moderne fort. Bis heute werden zahlreiche Versuche unternommen, seine Geschichte (als historisch-übernatürliche Realität, als wahre Begebenheit) aufzudecken. Die Gralssuche, der jedes Jahr ernst gemeinte Bücher gewidmet werden, ist somit ein irrationales Signum der gegenaufklärerischen, esoterischen Strömung der Moderne.

Eine neuzeitliche Interpretation deutet das französische „San Greal“ als bewusst verschlüsseltes „Sang real“, also als „königliches Blut“, ein Hinweis auf die angebliche Verwandtschaft mit Jesus Christus. Laut dieser Theorie soll Maria Magdalena die Frau von Jesus gewesen sein und seine Nachkommen zur Welt gebracht haben. Da Maria Magdalena ihren Lebensabend in Südfrankreich verbracht habe, wird versucht, eine verwandtschaftliche Verbindung des merowingischen Königshauses mit dem Haus David bzw. Jesus zu belegen. Als Beleg für diese Theorie wird Leonardo da Vincis Gemälde „Das Abendmahl“ angeführt. Demnach sind bei der Person zur Rechten Jesu deutliche weibliche Züge zu erkennen. Die komplementären Farben der Kleidung ergänzen sich wie das Männliche und Weibliche. Die Körperhaltung der beiden entspricht dem V-förmigen Symbol für das Weibliche. Außerdem fehlt der Kelch auf dem Bild, weil Maria Magdalena der Heilige Gral ist.

Andere Forscher interpretieren den Gral als Schale, die durch göttliche Fügung in der Ära von König David in einer Höhle unter dem Kreuzigungshügel Golgota vor Feinden versteckt wurde. Sie soll Blutstropfen, die vom Kreuz Jesu hinuntergefallen sind, aufgefangen haben. Der Gral wird zum Teil als Synonym für die jüdische Bundeslade betrachtet, in der die zwei von Moses geschriebenen Tafeln mit den 10 Geboten aufbewahrt wurden. Demnach müsste der Gral eher eine eckige Kastenform haben. Aufgrund der Annahme, dass die Lade bzw. der Gral mehrfach mit Gott in Berührung gekommen ist, sollen ihm deswegen große Kräfte innewohnen.

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Gralsbewegung / Gralsgemeinschaft

Oskar Ernst Bernhardt gründete um 1924 eine religiöse Sekte in Vomperberg/Tirol, Österreich, nach deren Lehre Abdrushin (eine Eigenbezeichnung Bernhardts) als Nachfolger Christi auf die Erde gekommen ist. Er erzählte eine neue Schöpfungsgeschichte als Zusammensetzung aus moderner Physik, biblischen Passagen und keltischen Sagen. Bernhardt trat als Vermittler und Verfasser der Botschaft des Heiligen Grals auf.

Der heilige Gral im Roman Sakrileg von Dan Brown

In dem Roman Sakrileg (Buch) von Dan Brown stellt dieser unter Bezugnahme historischer Ereignisse, Quellen und Legenden eine umfassende Theorie auf. Der heilige Gral soll als der weibliche Mutterschoß und die weibliche Gebärfähigkeit im Allgemeinen und im historisch speziellen der Mutterschoss von Maria Magdalena, der Gefährtin von Jesus Christus, entdeckt worden sein. Der heilige Gral ist demnach der Ort, an dem sich Mann und Frau vereinigen, neues Leben empfangen und heranwachsen kann und das Wunder der Geburt geschieht.

In dem Werk Das Abendmahl von Leonardo da Vinci, der das Geheimnis um den heiligen Gral gekannt haben soll, zeigt er angeblich die Wahrheit: Jesus hatte zu seiner rechten Seite Maria Magdalena und zwischen den beiden wird ein mit der Spitze nach unten zeigendes Dreieck angedeutet. Dies ist das Symbol sowohl für den weiblichen Mutterschoß, als auch für das göttlich Weibliche.

Der heilige Gral ist demnach keine Schrift oder archeologische Besonderheit, sondern vielmehr ein Symbol für die Verehrung der Fähigkeit der Frau Leben hervor zu bringen und die göttliche Urmutter. Diese Vorstellung deckt sich sowohl mit der symbolischen Form (Kelch oder Gefäß) als auch inhaltlich mit den Überlieferungen anderer Beschreibungen, die ihn als einen Ort des Ursprungs, des Paradieses, des Gleichgewichtes, der Harmonie oder als Kessel der Wiedergeburt bezeichnet haben (s. oben).


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Heiliger_Gral
Der heilige Gral hat es sicherlich gegeben. Es war ein Becher aus dem beim Abendmal getrunken wurde. Aber wie wichtig ist den dieser Becher für unser Glauben an Gott? = 0

Natürlich ist er speziell, Christus hatte ihn in der Hand, aber Heilung kommt nicht aus einem Becher oder gar aus einem Tuch (Tuch aus Turin), sondern vom heiligen Geist. Ich denke es ist nicht wichtig viel Zeit für solche Dinge zu verschwenden. Viel wichtiger ist doch die Beziehung zu Gott zu pflegen und im Glauben zu wachsen.

Aber hey, das mystische hat den Menschen schon immer angezogen.
Stimme mit Spirito zu 100% überein, besser hätte ich es auch nicht sagen können!

Liebe Grüße, Deas

PS Willkommen Spirito im Forum!
Entschuldigt, ich beziehe mich nun auf das Buch "Sakrileg" von Dan Brown.

Bitte schickt mich nicht auf den Scheiterhaufen;

In dem Buch heißt es, der Heilige Gral ist kein Becher oder irgend ein Gegenstand.

Auf den "Abendmahl" Gemälde von da Vinci sieht man Jesus mit seinen 12 Jünger, aber eine davon direkt rechts neben Jesus sitzend ist kein Mann (!) sondern Maria Magdalena, ihre hüften berühren sich sogar .... und weiterhin heißt es, Jesus war mit ihr verheiratet und haben einen Kind (!) gehabt. .......

Was haltet Ihr von diese Thesen?
Liebe Freunde

Die Denkanstöße von Magellan finde ich super.
Meine Meinung ist, daß sich viele Menschen zu sehr an Einzelheiten hengen und dabei Gefahr laufen den Blick für das ALLUMFASSENDE (katholische)außeracht lassen. Katholisch heißt Allumfassend, war es vielleicht auch einmal, aber das ist sehr, sehr lange her.

Alles Liebe
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"Die Erde ist nur ein Land und alle Menschen sind seine Bürger"
Bahà'u'llàh
Hi there,
natürlich gibt es den heiligen Gral - habt ihr denn nicht "Indiana Jones 3" gesehen?
robinson hat folgendes geschrieben:
Liebe Freunde

Die Denkanstöße von Magellan finde ich super.
Meine Meinung ist, daß sich viele Menschen zu sehr an Einzelheiten hengen und dabei Gefahr laufen den Blick für das ALLUMFASSENDE (katholische)außeracht lassen. Katholisch heißt Allumfassend, war es vielleicht auch einmal, aber das ist sehr, sehr lange her.

Alles Liebe


Wer sagt denn, dass die katholische Ansicht biblisch ist? Die katholische Ansicht ist durchtränkt mit Dogmen von Päpsten. Die Beichte. Die Marienverehrung ist unbiblisch. Man kürt sie sogar zur Miterlöserin stell dir vor... Ausserdem legen sie Wert auf Relikten, was ja oberst Okkult ist (Knochen von "Heiligen", angebliche Jesus Tücher, Gral etc..)

Pfingst Gemeinden, Brüder Gemeinden lehren meiner Ansicht nach nur aus der heiligen Schrift. Es gibt kein Oberhaupt, weil Christus das Oberhaupt ist und jeder Gläubige Teil seines Leibes. Es gibt keine zusätzlichen Dogmen, wie der Kathekismus etc..

Kurzum: Kirche nicht gleich Bibel.
Spirito hat folgendes geschrieben:
Kurzum: Kirche nicht gleich Bibel.


Und nicht jeder der sich als Christ gibt ist ein Christ.
Aber das gleiche kann man bestimmt auch auf andere Religionen übertragen.