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Hallo Kira!
Ich spreche nicht aus irgendeiner weisen, überlegenen Position zu dir. Ich bin ein alleinstehender - und leider oft auch einsamer - heterosexueller Mann Mitte Dreizig.
Anders als die anderen Mitglieder empfehle ich dir, auf deine "innerste Stimme" zu hören - also deinen Gefühlen deinem Exfreund gegenüber nachzugeben. Ich will dir nicht versprechen, dass dieses ein glückliches Ende nehmen wird. Worauf ich hinaus will, fasst wohl am Besten der (plumpe) Sinnspruch "Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken eine Ende" zusammen.
Sehr viel tiefere, allerdings rätselhafte und auch fragwürdige, Zitate sind: "Wahre Liebe wird immer erwidert" und "Man hat nur eine Chance" (letzteres stammt wohl aus China).
Ich habe mehrere Beziehung beobachtet, die am Anfang sehr leidenschaftlich - auch im schmerzhaften, tragischen Sinne - waren und heute leben die beiden in einer langweiligen entfremdeten Zweckehe oder "eheähnliche Gemeinschaft" zusammen.
Auf der anderen Seite kenne ich seit langer Zeit einen Mann der mir relativ unsympathisch war, weil er manchmal frauenfeindliche und sonstige zynische Äußerungen machte. Er hat vor einigen Jahren eine Freundin gefunden - und ist im schönsten Sinne ein neuer Mensch geworden. Wie er selber ist auch sie äußerlich nicht gerade reizvoll, aber wenn man die beiden auch nur aus der Entfernung zusammen auf der Straße sieht - sieht man Liebe im wahren Sinne des Wortes. In meinem Umfeld wird scheinbar fast nur geheiratet, um Nachwuchs und Immobilienkäufe rechtlich (Besuchsrecht!) und finanziell abzusichern. Als jedoch diese beiden zur Hochzeit einluden, lag weder eine Schwangerschaft noch ein Hauskauf vor.
Ich führe dieses auf, um klar zu machen, dass es Liebe wirklich gibt - auch wenn man sie sich nicht wirklich vorstellen kann.
Das Negative zuvor ist allerdings auch eine Möglichkeit - wie gesagt, ich will dir keine Versprechen machen.
Mache nicht meinen Fehler. Lasse dich nicht von wohlgemeinten Ratschlägen deiner engsten Vertrauten zu sehr beirren. Rückblickend (gerade auch in diesem Augenblick!) wird mir klar, dass auch mein engster Freund und meine engste Angehörige, mein damaliges Gefühl der Liebe nicht nachvollziehen konnten, vielleicht auch nie in ihrem Leben erfahren haben.
"du kannst ein mann nicht verändern" ist zugleich wahr und zugleich zynischer Unsinn.
Ein Mensch möchte in der Liebe von einem anderen Menschen wahrhaftig erkannt und anerkannt werden. Er möchte absolutes Vertrauen empfinden. Er möchte niemand anders werden, sondern sein Innerstes offenbaren können.
Auch bei dem oben aufgeführten positiven Paar hat sie ihn nicht verändert, sondern sie hat sich die Mühe gemacht ihn zu erkennen und zu vertrauen. Er ist so gesehen doch kein neuer Mensch geworden.
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