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Hallo Bild,
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| ohne sex leben, kann man nur wenn man es wirklich wirklich will und nicht wenn man sich vielleicht erhofft dass die kirche den zauberstab schwingt und schwubs ist man asexuell. |
das gehört ja eigentlich nicht mehr zu 'HS & Islam', aber es illustriert recht gut einen Mechanismus, der in vielen Religionen auftritt:
Der Begründer bzw. die Ursprungstexte einer Religion geben ein bestimmtes Idealbild des Verhaltens vor, und in den darauffolgenden Jahrhunderten versuchen irgendwelche wohlmeinenden Idealisten Mittel und Wege auszuarbeiten, wie dieses Wunschbild am besten zu erreichen ist (wobei zeit- und kulturbedingte und manchmal auch Nützlichkeitserwägungen natürlich mit einfließen...).
Genau das ist im Christentum gut nachvollziehbar geschehen. Weder Jesus noch einer der Autoren des NT hat sexuelle Enthaltsamkeit als Vorbedingung für ein Priestertum gesehen - im Gegenteil, im Frühchristentum hieß es sogar, ein unverheirateter Mann sei im Amt eines Bischofs unerwünscht. Erst 1.000 Jahre später begann man die Empfehlung des Paulus als Verpflichtung zu sehen - mit dem praktischen Nebengedanken, das Vermögen von Pfarrern nicht auf Leibeserben aufteilen zu müssen, sondern der Kirche zufallen zu lassen...
Im Prinzip scheint es mir im Islam zumindest ähnlich gelaufen zu sein - die eher vagen Vorgaben des Koran wurden eng und rigide verstanden und ausgelegt (wobei auch vor- und außerislamische Bräuche mitspielten), und als die 'Sünder' dadurch nicht weniger wurden, sondern mehr, wurde ein noch strengerer Maßstab angelegt, dann fanden sich natürlich noch mehr Sünder... etc. ad inf.
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