Kopftuch und Kopftuchstreit


Life hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Ich denke, es ist gut, dass wir in einer Zeit leben, in der wir im Christentum gewisse Sachen freizügiger sehen dürfen als eventuell in anderen Religionen oder zu anderen Zeiten.


Da darf man natürlich froh sein, dass einem das Christentum erlaubt. Sonst hätte man ja gar kein spasss mehr.


Die gelebte Realität sah oft auch im Mittelalter weit anders aus. Weite Teile dieser Epoche waren von Anarchie, Willkürherrschaft und Fanatismus geprägt und das in jeweiliger Abwechslung und Vermischung. Die entstehenden Kataloge von Recht, Dogmen, Urkunden, etc. in dieser Zeit bezeugen von der Mühe dies zu überwinden.
Life hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Ich denke, es ist gut, dass wir in einer Zeit leben, in der wir im Christentum gewisse Sachen freizügiger sehen dürfen als eventuell in anderen Religionen oder zu anderen Zeiten.


Da darf man natürlich froh sein, dass einem das Christentum erlaubt. Sonst hätte man ja gar kein spasss mehr.


Lieber life!

Allerdings kenne ich trotz dieses freier Sehens keine freien Menschen in den westlichen Wohlstandgsesellschaften, denn die Menschen sind Sklaven des Systems, ihrer Süchte, ihrer Triebe, ihrer Ängste und Sorgen, ihrer Fehler und ihrer Schwächen. Wirklich frei sind nur jene Sahaja Yogis, die die göttlichen Qualitäten, vor allem die von Shri Ganesha in sich etabliert haben.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Tobias hat folgendes geschrieben:
Schmied hat folgendes geschrieben:
Der hl. Kirchenvater Johannes Chrysostomus († 407 ): Das Weib erscheine beständig mit verschleiertem Haupte, nicht nur zur Zeit des Gebetes. (Auslegung des 1. Korintherbriefs)


Dazu war er auch noch ein christlicher Antisemit [...]


Ich verstehe nicht was Antisemit heißt. Juden sind Antichristen (= gegen Christus, Christen und Christentum).

Und?
Die orthodoxen jüdischen Frauen tragen übrigens auch Kopftücher.
Schmied hat folgendes geschrieben:
Tobias hat folgendes geschrieben:
Schmied hat folgendes geschrieben:
Der hl. Kirchenvater Johannes Chrysostomus († 407 ): Das Weib erscheine beständig mit verschleiertem Haupte, nicht nur zur Zeit des Gebetes. (Auslegung des 1. Korintherbriefs)


Dazu war er auch noch ein christlicher Antisemit [...]


Ich verstehe nicht was Antisemit heißt. Juden sind Antichristen (= gegen Christus, Christen und Christentum).

Und?


Moderner Antisemitismus wäre in erster Linie ein Hass gegenüber Juden auf ethnisch-rassistischer Grundlage, wohingegen ich den Hass auf Juden aus religiösen Gründen ("Christusmörder") als Antijudaismus bezeichnen würde.

Dass Juden Antichristen wären, würde ich in dieser starren Frontstellung nicht unterschreiben. Es waren der Hohepriester und sein Gefolge, die Jesus vor Pilatus brachten, nicht das ganze Volk. Es war Pilatus, der ihn hinrichten ließ. Spätestens seit dem 19. Jahrhundert gibt es verschiedentlich Versuche von jüdischer Seite, Jesus als Bruder, Rabbi oder gar Propheten ins Judentum "zurückzuholen". Man muss dabei immer bedenken, dass Jesus als Jude lebte und auch als Jude starb. Er selbst war nie Christ. Folglich ist es (mindestens moralisch) unzulässig, das christlich-jüdische Verhältnis derart zu vereinfachen.

Aber wem erzähle ich das?
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"Nicht mitzuhassen, mitzulieben bin ich da." Sophokles: Antigone, Vers 523
Sören hat folgendes geschrieben:
Man muss dabei immer bedenken, dass Jesus als Jude lebte und auch als Jude starb. Er selbst war nie Christ.

Ganz sicher ist Er auch Christ (man kann von Jesus korrekterweise nicht in der Vergangenheitsform sprechen, weil er ja aufgrund seiner Auferstehung lebt). Er ist sogar "der Christ" überhaupt. Das heißt ja "der Gesalbte". Und der ist Er in reinster Form, der Heilige Geist legt sich gleich einem Film an Salböl über sein ganzes Sein, ist mit Ihm und dem Vater eins. Und jeder Christ ist auch so ein Gesalbter. Gesalbt mit dem Heiligen Geist.

Aber selbstverständlich wollte Jesus keine neue Religion gründen, sondern seine Religion vollenden. Es gibt keinen substantiellen Unterschied zwischen Christentum und Judentum. Es war, ist und bleibt die Religion des Bundes Gottes mit seinem Volk Israel. Ein Teil dieses Volkes ist uns bei einer (aus unserer Sicht freilich der wichtigsten) "Abzweigung" nicht gefolgt. Aber sie sind auf dem gleichen göttlichen Weg unterwegs, der von Gott nie widerrufen wurde. Wer einen Juden verachtet, weil er Jude ist, verachtet unmittelbar Jesus, Maria und Josef und damit als Christ sich selbst.
Schmied hat folgendes geschrieben:
Juden sind Antichristen (= gegen Christus, Christen und Christentum).


'Jude' bezeichnet sowohl das Mitglied der jüdischen Religion sowie des jüdischen Volks. Jesus war in sogar in beiderlei Hinsicht Jude, wie auch seine Anhänger. Entsprechend strotzt allein die eingehende Behauptung von einem Antisemitismus dümmster Machart.

Und nein, die Worte Jesu aus dem Evangelium nach Johannes geben das nicht her. Es ist nämlich etwas anderes, wenn ein Jude zu einer Gruppe von anderen Juden sagt 'ihr seid des Teufels' als wenn ein Nichtjude das über alle Juden sagt.

Derweil spielt für die allermeisten Juden - hier als Mitglieder der jüdischen Religion gemeint - Jesus schlicht keine Rolle. Würden sie nicht von Christen mit ihm konfrontiert wäre die Chance sehr groß das die meisten Juden ihn nicht kennen würden. Entsprechend sind sie nicht 'gegen den Christus', sondern wenn schon gleichgültig ihm gegenüber. Gegen das Christentum dürfte - zumindest aus religiöser Perspektive - auch kaum ein Jude - gemeint wie oben - generell etwas haben. Zwar wird Jesus nicht als Messias anerkannt, aber gleichwohl wird natürlich erkannt wie viele Menschen das Christentum zur Anbetung von JHWH geführt hat. Also auch hier größtenteils schlicht antisemitischer Quatsch.
Sören hat folgendes geschrieben:
Moderner Antisemitismus wäre in erster Linie ein Hass gegenüber Juden auf ethnisch-rassistischer Grundlage, wohingegen ich den Hass auf Juden aus religiösen Gründen ("Christusmörder") als Antijudaismus bezeichnen würde.


'Moderner' Antisemitismus basiert nicht nur auf Rassismus, sondern auch weiterhin auf religiösen Vorurteilen sowie den typischen Verschwörungstheorien und Sündenbockfunktionen.

Oft werden bei der Rede über den 'modernen Antisemitismus' nur Nazis und Neonazis im Fokus gehalten. Es gibt aber bis heute auch in ganz anderen Spektren Antisemitismus.

Schmied hat folgendes geschrieben:
Und?


Antisemitismus hat sich gemeinhin diskreditiert und ist ethisch offensichtlich widerlich.

Schmied hat folgendes geschrieben:
Ich verstehe nicht was Antisemit heißt.


Antisemitismus ist mehr oder weniger ein Sammelbegriff für negative Stereotypen gegenüber Semiten, ganz besonders Juden.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Schmied hat folgendes geschrieben:
Juden sind Antichristen (= gegen Christus, Christen und Christentum).


'Jude' bezeichnet sowohl das Mitglied der jüdischen Religion sowie des jüdischen Volks. Jesus war in sogar in beiderlei Hinsicht Jude, wie auch seine Anhänger. Entsprechend strotzt allein die eingehende Behauptung von einem Antisemitismus dümmster Machart.

[...]



Jesus ist der Christus und die Juden sind Antichristen. Sie sind auch gegen Seine Anhänger und gegen diesen Glauben. Muss ich es dir aufzeichnen?

Jesus sprach auch folgendes zu den Ältesten der Juden, den Priestern und Pharisäern: „Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volk gegeben werden, das dessen Früchte bringt.“ (Matth. XXI, 43)
Schmied hat folgendes geschrieben:

Jesus ist der Christus und die Juden sind Antichristen. Sie sind auch gegen Seine Anhänger und gegen diesen Glauben. Muss ich es dir aufzeichnen?

Jerusalem im Jahre 30 nach Christus - vor dem Prätorium des Pontius Pilatus - eine frenetisch den Namen "Barabbas, Barabbas!" skandierende Menschenmenge. Zwei Gestalten vorne erhöht auf dem Podest - Barabbas (von hebräisch "Bar-Abbas" zu deutsch: "Sohn des Vaters") und Jesus von Nazareth, auch er nennt sich "Sohn des Vaters" - beide sind Todeskandidaten, beide nehmen für sich in Anspruch für Gott zu kämpfen.

Barabbas, der auf dem Weg Gottes mit dem Schwert gegen die Feinde Israels, gegen den "Antijuden" Rom kämpft, auch schon getötet hat für diesen Kampf. Und auf der anderen Seite Jesus, der "religiöse Schwärmer", der Gewaltlosigkeit predigt, sich ohne Widerstand festnehmen ließ. Ganz alleine steht er da, das Fleisch hängt ihm in Fetzen herab von der Marter der Geißelung. Unter all den lauten "Barabbas"-Rufen ist kein Ruf nach Jesus zu vernehmen. "Barabbas! Ja, er kann uns helfen. Sollen wir weiter zuschauen, wie Pilatus Gewalt an unserem Volk übt, Frauen und Kinder tötet, die friedlich beten, der Tempel entweiht wird? Sollen wir uns alle abschlachten lassen? Wir brauchen Barabbas, er wird die Feinde Gottes besiegen, wie einst Mose! Was haben wir von diesem Träumer Jesus zu erwarten? Er kann ja nicht einmal sich selbst helfen, seht ihn an, wie er halbtot und bluttriefend dasteht." Das Volk wählt mit lauten Schreien: "Wir wollen Barabbas! - den Sohn des Vaters - auf dass er den gerechten Kampf Gottes gegen die gottlosen Unterdrücker fortführe!". Und Jesus? - "Kreuzige ihn!"

Vierzig Jahre später - Jerusalem und der Tempel sind dem Erdboden gleichgemacht, von römischen Legionen, ein Blutbad sondergleichen, wie es Jerusalem noch nie gesehen hat. Ein Land der Leichen, der Boden mit Salz bestreut - verbrannte unfruchtbare Erde. Die Früchte des Weges des Barabbas...

Jeder Gläubige muss sich einer Grundsatzfrage stellen: Welcher Kampf des Glaubens ist der wahre - der mit dem Schwert des Barabbas oder der mit der Ohnmacht der Liebe von Jesus? Nach welchem "Sohn des Vaters" würden wir heute im Prätorium von Pilatus schreien - Nach Barabbas oder Jesus? Wie oft haben du und ich nach Barabbas und nicht nach Jesus gerufen?

Mein lieber Freund - nicht die Juden haben Jesus gekreuzigt, sondern dein Ruf nach Barabbas.
Und jedes Mal, wenn du gegen "den satanischen Westen" wetterst, wenn du Juden als Antichristen und Protestanten als "des Teufels" bezeichnest, der katholischen Kirche absprichst Kirche zu sein, Frauen als zu verschleiernde und sich dem Mann bedingungslos zu unterwerfen habende Menschen zweiter Klasse abwertest, schwere Krankheiten Unschuldiger als "Strafe Gottes" bezeichnest ist das dein erneuter Ruf nach Barabbas. Und dieser ist jedes Mal wie ein weiterer auf den zerfetzten Leib Jesu niedersausender Geißelhieb, wie ein immer tieferes Hineintreiben der Dornenkrone in seine Stirn und seinen Hinterkopf, wie der nächste laut hallende Hammerschlag auf die Nägel, welche die vor Schmerz verkrümmten Hände und Füße des Herrn grausam durchbohren, wie ein wiederholtes Spucken mitten in sein heiliges Antlitz, wie ein neuerlicher Stich in sein heiligstes Herz mit der Lanze. Und genau das tust du - immer und immer wieder. Und du wirst das, wenn du nicht umkehrst, einmal schrecklich erfahren müssen, wenn der Herr nach deinem Tod zu dir und deinesgleichen sagt:

"Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!" Mt 7,23