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Hallo! Ich muss immer wieder feststellen, dass ich mit dem Tod nicht umgehen kann. Scheinbar verarbeite ich die Ängst in meinen Träumen. Allgemein muss ich immer wieder feststellen, dass meine Träume extremst intensiv sind, beinahe wie in einer realen Welt. Ich habe von unserem Hund geträumt, den ich über alles liebe. Er wird zwar heuer schon 12 Jahre alt, ist aber immer noch sehr jugendlich, von Alterserscheinungen keine Spur. Aber die Jahre von unserer lieben Malteserhündin sind gezählt. Der Traum handelte von ihr. In dem Traum war ich ca. 60 Jahre alt, mein jetziges Alter ist jedoch 35, was heißt, das bis dahin unser Hund schon lange tot ist. Nachfolgendes habe ich gestern geträumt. Ich wollte eigentlich in herrgottsfrüh gemütlich frühstücken, schnappte mir aber mein Notebook und schrieb den Traum auf. Während des Schreibens kullerten mir ein paar Tränchen über die Wange.
(Ich habe die Ortschaft, wo die Szene stattfand, XY genannt)
Und nun der Traum:
Ich weiß nicht mehr wie alt ich war, aber ich denke mal, dass ich die „60“ schon überschritten habe. Leicka, unsere Hündin, ist somit schon lange tot.
Ich fuhr mit dem Auto nach XY, in jene Ortschaft, wo meine Großeltern gelebt haben, war aber schon seit vielen Jahren nicht mehr dort. Schon von der Ferne kam mir XY so verlassen vor, schaute aus, wie wenn diese kleine Ortschaft seit vielen hundert Jahren nicht mehr betreten worden ist, aus welchem Grund auch immer. Ich passierte das erste Haus. Es scheint wirklich, als sei alles verlassen. Keine Katze, die rumstreunt, kein Vogel auf den Dächern, rein gar nichts. Das alles ist vergleichbar, wie man es von Filmen und Büchern her kennt, also von den Geisterschiffen, die plötzlich vor einem im Nebel auftauchen und urplötzlich wieder verschwinden.
Ich hatte das Gefühl, wie wenn von allen Seiten Augen auf mich gerichtet sind – mir war unheimlich und ich fühlte mich nicht wohl. Ich parkte vor dem Haus meiner Großeltern. Auch der Hof sah aus, wie wenn er schon seit vielen hundert Jahren nicht mehr betreten worden wäre. Nicht mal der Wind regte ein Blatt in den umliegenden Bäumen. Man hörte gar nichts, nur meine Schritte auf dem Kiesboden. Ich verließ das Auto. Ich ging auf den Torbogen zu, welcher der Anfang vom Innenhof ist. Ich betrat den Hof – nichts, absolut gar nichts hörte man. Am anderen Ende des Hofes sah ich die Tür, die zum Heuboden raufgeht, dort, wo es womöglich ewig dunkel ist. Obwohl ich ohnehin schon Angst hatte, fokusierte sich meine Neugier auf diese Tür. Ich überquerte den Hof, meine Gestapfe im Kies hallte sich an den Wänden wider. Nun stand ich vor der Tür, ich öffnete sie behutsam, vor mir die lange Treppe in die Dunkelheit. Mir war mehr als mulmig zumute, aber eine innere Stimme sagte mir: „Geh´ diese Treppe hoch!“ Jeder Schritt auf den Stufen war ein Abenteuer, alt und vermodert waren die Holzstufen, aber ich ging weiter in die Dunkelheit hinein, voller Angst, was mich da wohl erwarten wird. Die Treppe schien kein Ende zu nehmen. Plötzlich sah ich am Ende der Treppe etwas Weißes. Ich konnte es nicht erkennen, was es war. Das machte mich jetzt neugierig. Als ich näher kam, sah ich, dass ein ausgestopftes Rehlein, schneeweiß. Ich ging näher ran. Im faden Licht sah ich das Tierchen. Im Gegensatz von allen anderen Objekten war die Präparation frei von Staub. Mir wurde es richtig unheimlich und gruselig, ich bekam eine Gänsehaut. Ich trat den Rückweg an, ging ein paar Stufen runter und drehte mich dann doch noch mal um. Ich erschrak, glaubte meinen Augen nicht, das Rehlein war weg, von einer Sekunde auf die andere.
Doch dann merkte ich schon die Freudengesten an meinen Füssen, voller Entzücken sprang sie mir an die Beine – Leicka, unsere Hündin, lebt. Sie war wie damals, quicklebendig, freute sich über alles, mich nach Jahrzehnten wieder zu sehen. Und frage nicht, wie ich mich erste gefreut habe. Ich vergaß den Gedanken, dass sie eigentlich tot sein müsste. Nun waren wir beide scheinbar die einzigen Lebewesen in diesem verlassenen Ort. Ich wollte nur noch weg von hier. Ich hob unsere Hündin auf. In diesem Moment hörte ich von allen Seiten Stimmen und Gemurmel. Es schien, wie wenn ich von Geistern nur so umringt wäre, die nicht wollten, dass ich sie aus der Dunkelheit entreiße, die mir nun böse gesinnt sind, sie in das Leben mit zurücknehmen. Das Gestöne rings um mich wurde heftiger, ich stürmte somit mit ihr los. Unten angekommen, sprang ich so schnell wie ich konnte ins Freie, hatte das Gefühl, wie wenn mich gleich jemand am Hals packen würde, fühlte kalte Hände schon regelrecht in meinem Nacken, um mich von meinem Vorhaben abzuhalten. Kaum war ich im Freien, knallte ich die Tür hinter mir zu. Ich setzte Leicka auf den Boden und sie tobte noch immer vor Freude, sprang mir andauernd an die Füße, so wie sie es ja gerne macht, wenn sie sich freut, wenn sie Aufmerksamkeit verlangt. Ich ging mit ihr über den Hof, pausenlos begrüßte sie mich, bellte mich an. Als wir bei meinem Auto angekommen waren, packte ich sie, hebte sie auf den Beifahrersitz. Ich wollte nur noch weg von hier. Ich setze mich ins Auto, wollte losfahren, als sie von einer Sekunde auf die andere einen Sinneswandel erfuhr, einen Stimmungswechsel. Sie zog den Schwanz ein, hatte plötzlich traurige Augen und kratze wie wild an der Beifahrertür. Ein Losfahren war unmöglich, solch einen Aufstand machte sie. Plötzlich wusste ich, dass sie nicht mehr in diese Welt gehört, dass ihre Freunde in einer anderen Sphäre lebten. Sie musste zurück, durfte mich scheinbar nur kurz besuchen. Ich stieg aus, öffnete die Tür und setzte sie auf den Boden. Kaum habe ich das getan, stürmte sie auch schon los, überquerte den verlassenen Hof, stand dann jedoch winselnd vor der Tür, die ich noch schnell hinter mir zugehauen haben. Ich rannte ihr hinterher, wollte ihr die Tür aber nicht öffnen, doch eine innere Stimme sagte mir: „Tu´ es!“ Widerwillens öffnete ich sie. Kaum hatte ich die Tür einen Spalt geöffnet, lief sie auch schon die Treppen hoch, in die Dunkelheit hinein. Sie entwich mir aus meinem Sichtfeld. Ich hingegen ging mit Vorsicht bedacht nochmals die morschen Treppen hoch, meine Augen mussten sich erst wieder an die Dunkelheit gewöhnen. Nur durch den Schein der Tür konnte man dann nach einer gewissen Zeit wieder etwas erkennen. Stufe für Stufe marschierte ich voran. Doch dann sah ich schon das bekannte Bild, es blendete mich was Helles. Ich ging näher ran, und dann sah ich es vor mir auf dem Boden, tot und leer – das schneeweiße Rehlein.
Dann war der Traum zu Ende.
Wahnsinn, wie intensiv dieser Traum war. An jede Szene, jede Geste, an all die Gefühlsregungen konnte ich mich erinnern - das menschliche Gehirn ist ein wahres Wunder, ein Rätsel - einfach einmalig und genial!!!!!!!!!
Liebe Grüsse
Danube
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