Die zwei Naturen im Menschen


Die zwei Naturen im Menschen

Im Menschen sind zwei Naturen: seine geistige oder höhere und seine
materielle oder niedere Natur. ln der einen nähert er sich Gott, wogegen er
in der anderen nur der Welt lebt. Von beiden Naturen finden sich im Menschen
Zeichen. In seiner materiellen Art bringt er Lüge, Grausamkeit und
Ungerechtigkeit zum Ausdruck, die alle seiner niederen Natur entspringen.
Die Eigenschaften seiner göttlichen Natur erscheinen als Liebe, Erbarmen,
Güte, Wahrheit und Gerechtigkeit, und sie sind eine wie die andere Ausdruck
seines höheren Wesens. Alles gute Gebaren, jeder edle Zug, gehört der
geistigen Natur des Menschen an, wogegen alle seine Unzulänglichkeiten und
bösen Taten aus seiner materiellen Wesensart heraus geboten werden.
Überwiegt bei einem Menschen die göttliche Natur gegenüber der menschlichen,
so haben wir einen Heiligen.

Abdu'l Baha, Ansprachen in Paris
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"Eine Stunde Nachdenkens ist mehr wert als
siebzig Jahre frommer Andacht."
Baha'u'llah
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Zitat:
Der Mensch ist ein zwiefaches Wesen: er ist ein materielles, zerstörbares, vergängliches Geschöpf –und zugleich ist er eine geistige, unzerstörbare, unvergängliche Wesenheit. Die Letztere war vor dem ersteren.



Zitat:
Der Geist ist Wesenheit, absolute Realität. Seine Eigenschaften sind Einfachheit, Unteilbarkeit, Fortdauer und Unzerstörbarkeit.
Die Materie ist Aggregat, Beimengung, Zusammengesetztes, teilbar und der Veränderung und dem Vergehen unterworfen.


Zitat:
Dementsprechend unterscheiden wir beim Menschen den sichtbaren
äußeren und den unsichtbaren inneren Menschen.
Den einen nennen wir den Tiermenschen, den anderen den Geistmenschen.


Zitat:
Je mehr der Geistmensch über den Tiermenschen herrscht, desto vollkommener und glücklicher ist der Mensch. Seinem Wesen nach aus unzerstörbarer metaphysischer Substanz, aus Energie bestehend, ist der Geistmensch während seiner Verkörperung gewissermaßen vom Tiermenschen eingeschlossen, in ihn eingebettet.

So sehen wir zwei widersprechende Naturen im Menschen zusammengekettet:
die vergängliche Körperlichkeit (die Persönlichkeit) fesselt den Geist ans
Sinnliche, das unvergängliche Wesen (die Individualität) ringt nach Freiheit
von der Sinnengebundenheit und sucht die lichte Erhabenheit der geistigen
Weltalls seiner wahren Heimat.


Zitat:
Daher der ständige Streit zwischen dem Guten und dem Bösen als dem Schatten des Guten.

Das Gute will Vernunft und Sittlichkeit, das Böse führt laufend zu Irrtum und Leidenschaften.
So steht der Mensch im ständigen Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen, dem Lichten und dem Lichtlosen, dem Wahren und dem Falschen.

Er überwindet und wird überwunden, er geht bald aufwärts und fällt bald in Abgründe, sucht sich wieder zu erheben und strauchelt von neuem.


http://www.mystik-gedanken.ch/K.O.S.....eins%20K.O.%20Schmidt.pdf