Ist der Mensch wirklich ein Sünder?


Hallo Thomas,

Zitat:
Neben dem symbolischen Character der Beschneidung - etwas von sich der materiellen Welt zurückgeben

Warum sollte man das tun, welche Begruendung gibt es dafuer?

Zitat:
- gibt es hierfür auch noch einen pragmatischen Grund der Hyghiene: In der Wüste ist das Waschwasser knapp... und sowohl die Juden als auch die Muslime haben einige Geschlechtskrankheiten und Pilzinfektionen durch die Beschneidung vermieden.

Das war mir bekannt, und klingt auch plausibel.

Zitat:
Nach den Baha' i-Schriften hat jedes Lebewesen einen eigenen Grad der Vollkommenheit....Als Geschöpf Gottes kommt der Mensch jedoch genausowenig an die Vollkommenheit seines Schöpfers heran, wie das Tier, die Pflanze, das Mineral.

Auf der einen Seite eine recht fortschritliche Idee, denn Bahai'u'llah hat damit die Mensch = Ebenbild Gottes Behauptung verworfen und somit Unvollkommenheit legitimiert.
Auf der anderen Seite ist es immernoch ein Glaubenssatz.
Ich sage das bewust ganz neutral, denn ueber Glaubenssaetze kann man nicht diskutieren, man kann sie glauben oder eben nicht. beweise gibt es nicht.

Trotzdem ist mir die Begruendung nicht 100%ig klar.
Ist es so nach Bahai'u'llah, das der unvollkommene Mann, durch die Beschneidung etwas vollkommener wird, da er durch diesen Eingriff gegen bestimmte Krankheiten weniger anfaellig wird?

LG
Martin
Lieber Thomas

Denke, Deine schönen Darstellungen können auch von Muslimen mitgetragen werden.

Nur - die Beschneidung hatten wir an anderem Orte schon diskutiert und diese - sich im Kreis drehenden, sich wiederholenden Argumentation dürfen ruhig DORT weitergeführt werden.

Was viele Menschen nicht einsehen wollen, ist der Unterschied zwischen
absolut und relativ. (Dabei gibts doch Wikipedia )
Und so vermischen sie stets alles und sind ganz konsterniert, wenn sich andere weder verwirren lassen, noch ihnen in ihren Irrungen folgen wollen.

absolute Vollkommenheit - kommt nur Gott zu
relative Vollkommenheit - Seiner Schöpfung - hast Du bestens definiert - (sogar mit Bezugsrahmen).

Danke Dir für Deine ausgeglichene Rede- und Argumentationsführung.
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mfG M.M.Hanel
Was die Vollkommenheit des Menschen betrifft - seinen Weg zur Vollkommenheit erlaube ich mir zu sagen:

Wer Gott, seinem Schöpfer gehorcht und den Bund mit Ihm hält und nicht bricht - wächst in (to) Vollkommenheit.

Sollte dies als Nebenwirkung eine bessere Gesundheit mit sich bringen, so kann dies, auf materielle Ebene beschränkt gesehen, als eine Vervollkommnung des physischen Seelenträgers bezeichnet werden.
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mfG M.M.Hanel
Ich wundere mich immer mehr, dass viele von Euch so sicher sind, zu "wissen", was "Gott" "will". Denn nur dann kann man ihm ja z.B. "gehorchen"? Was gibt Euch da die Sicherheit? Aber ich glaube, diese Frage wurde schon 63542mal gestellt oder so...

Nachdenkliche Grüsse

Sucher
Hey Sucher

Entweder willst Du die Antworten nicht zur Kenntnis nehmen oder Du bist an die falschen Beantworter gekommen.

Es gibt 2 Möglichkeiten zu "wissen" ("in Gewissheit zu glauben" - denn das ist Dir ja schon klar, das "wissen" in Bezug auf Gott einen anderen Geschmack hat, wie "wissen" in Bezug auf Leibnitz oder Einstein, oder?) was Gott will.

1. Entweder man hat eine Offenbarung, in welcher sich Gottes Wille dem Menschen - Wesen persönlich offenbart

2. Man liest in einem Buch nach, welches als Willensbekundung Gottes man anzuerkennen willens ist.

Wo liegt da ein Problem für Dich?

Dass Du nicht an Gott glauben willst?
Dass Du nicht daran glauben willst, dass Gott sich dem Menschen-Wesen offenbart?
Dass Du nicht glaubst, dass sich Gottes Wille in einer Schrift finden kann?

Dass Du nicht weisst dass es Gott gibt?
(Lösung: MUSST Du glauben oder Dich damit abfinden, dass DU es in momentaner Verfassung nicht wissen kannst)
Dass Du nicht wissen kannst, ob es so etwas wie Offenbarung an das Menschenwesen wirklich gibt?
(Siehe Lösung oben)
Dass Du nicht wissen kannst, ob sich Gottes Wille in einer Schrift findet? Und wenn Du bereit wärst es zu glauben - Du wieder nicht wissen kannst - in WELCHER (der einigen, die dies für sich behaupten, oder von welchen dies behauptet wird?
(Lösung: Lesen - erleben - bestätigen oder verwerfen - glauben)

Mehr weiss ich Dir dazu nicht zu sagen.

Hoffe, Du wirst bald mal fündig.
Oder anders gesagt, hoffe Du wirfst nicht immer gleich alles weg, was Du gefunden hast, nur weil es Deiner Vorstellung von "? ?" nicht entspricht.
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mfG M.M.Hanel
Dass ich nicht an Gott glauben KANN, lieber M.M.

Woher nehmt Ihr die Sicherheit, dass Eure "Offenbarung" wirklich göttlichen Ursprungs sind und nicht Eure Phantasie?

Woher nehmt Ihr die Sicherheit, dass die Schriften, die hier angegeben sind, wirklich göttlichen Ursprungs sind?

Hinterfragt Ihr so etwas nie?

Oder habt Ihr es hinterfragt, und seid zu diesen Ergebnissen gekommen.

Ich frage, und Ihr reagiert ungehalten. Soll hier nicht mehr gefragt werden?

Aber es ist natürlich leichter, dem Frager dann vorzuwerfen, er WILL ja nicht.

Ich wollte viele Jahre lang. Aber ich KONNTE nicht, und KANN nicht.

Oder analog zu Deinen Worten: Lesen-wundern-verwerfen-nichtglaubenkönnen.

So einfach ist das. Ich will VERSTEHEN, ich will nicht provozieren...

Aber vielleicht sollten wir die Diskussion wirklich beenden, es liegen WELTEN zwischen uns.

Schönen Gruss

Sucher
Hallo Sucher,

Verständnis kommt mit der Zeit, mit der Lebenserfahrung. Manch' einer erlangt Verständnis durch einen geschrieben Satz, ein gehörtes Wort. Ein Anderer durchforstet die Wissenschaft bis zu dem Punkt, an dem sich mehr Fragen als Antworten auftuen. Und wieder ein anderer setzt sich unter einen Baum, schaltet das Gehirn ab und wartet auf Erleuchtung.

So wie viele Wege nach Rom -oder Byzanz, Mekka, Haifa, Klein-Kluckersdorf- führen, so führen auch viele Wege zum Verständnis.
"Geduld ist das Fährschiff auf dem Ozean der Unendlichkeit" sagte der persische Poet Ha'fis...

Also suche ruhig weiter. Dieses Forum ist voll von Antworten, aber auch voll von Fragen - man muss sie nur stellen, diese Fragen.

Einen naturwissenschaftlichen Beweis für Gott gibt es nur insoweit, als das die Naturwissenschaft eben das Rätsel um die Schöpfung nicht gelöst hat.Was war vor dem Urknall? Was befähigt einen Einzeller über Milliarden Jahre hinweg zur Pflanze, zum Tier, zum Menschen aufzusteigen? Welche Kraft schafft die Gesetze, die verhindern das Planeten kollidieren? Was ist Zeit?

Einen religiösen Beweis für Gott und Sein Wirken findest Du nur im Herzen, in der Seele, im Geist.

Beides, Religion und Wissenschaft, unter einen Hut zu bringen, ist die Herausforderung dieser Zeit. Und wenn wir soweit sind, das Religion und Wissenschaft sich gegenseitig ergänzen, anstatt sich gegenseitig zu bekämpfen, dann haben wir vielleicht auch den Dreh- und Angelpunkt gefunden, den wir als "Beweis" für die Existenz Gottes und Seiner gesandten Heiligen Bücher ansehen können.
Hallo,

hab ich mal irgendwo gefunden:
Zitat:

Ich suchte dich, doch konnte ich dich nicht finden. Ich rief laut nach dir vom Minarett. Ich läutete die Tempelglocke beim Aufgang und Untergang der Sonne, ich badete vergebens im Ganges, enttäuscht kam ich von der Kaaba zurück.
Ich schaute mich um auf der Erde, ich suchte nach dir im Himmel, aber zuletzt habe ich dich gefunden als verborgene Perle in der Muschel meines Herzens.

(Hazrat Inayat Khan)

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Man kann eine Lebenssituation erst dann beurteilen, wenn man sie verändert hat!
Lieber Sucher

Hattest Du den Eindruck ICH wäre ungehalten, hätte unwirsch auf DEINE Fragen reagiert? Haben andere so auf Dich reagiert? Hab ich nicht so empfunden.

Das täte mir leid - hab ich doch versucht auf kurze Art diese Fragen zu beantworten - die eine EINDEUTIGE - Antwort aber eben NICHT zulassen!

Zitat:
Hinterfragt Ihr so etwas nie?
Oder habt Ihr es hinterfragt, und seid zu diesen Ergebnissen gekommen.

Du HAST doch die Antworten schon gefunden! Was willst Du noch?
Nur EINE?
Da musst Du Dich entscheiden und entscheiden, mit dieser Entscheidung glücklich zu sein - oder halt weiter suchen. So ist das halt.

Manche, wenige hinterfragen nie - die meisten hinterfragen sehr wohl - und beantworten die Frage um die Existenz Gottes lieber mit JA denn mit NEIN (von denen gibts ja auch ne ganze Menge) - und vergiss nicht - hier geht es um eine GLAUBENS-Frage!
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mfG M.M.Hanel
Ich scheine nicht richtig fragen zu können, aber es ist auch egal, da ich für solche Glaubensaussagen anscheinend nicht die "Antenne" habe...

Thomas, danke. Das klingt alles sehr sicher und überzeugt, was mich für Dich freut. Ich habe diese Sicherheit nicht und das trotz (oder gerade wegen?) meiner "Lebenserfahrung" ...

Und lieber M.M.: Ich lese (und "habe") hier EURE Antwort, ja, das ist richtig. Aber ICH habe noch keine...

Liebe Grüsse

Sucher

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