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Je, nachdem, wie man mit diesen Gedanken neu umgehen lernt, können sie irgendwann sogar bereichern, statt einen in der Lebensqualität so einzuschränken. Notwendig ist dafür aber häufig, Hilfe von außen in Anspruch zu nehmen, denn es ist sehr schwer, aus dem Kreislauf aus Vermeidungsverhalten und Risikoumgehung auszubrechen. Dieser Ausbruch ist aber unglaublich wichtig, denn jeder Mensch hat in jeder Sekunde seines Lebens ein Lebensrisiko. Man kann sich dem nie wirklich entziehen, entzieht sich aber dem Leben AN SICH und allem, was einem in diesem Leben Freude machen und Sinn geben kann. Wer diese Hilfe in seiner Familie oder Freundeskreis nicht findet, sollte nicht zögern, sich an Psychologen oder Selbsthilfegruppen zu wenden.
Jedenfalls einen richtigen Durchbruch meiner eingefahrenen Denkweisen gab es erst durch Denkanstösse von außen und durch mein Suchen auch nach den positiven Seiten des Todes und dem Erkennen seiner unabdingbaren Notwendigkeit.
Neben der Tatsache, das täglich in uns eine Unmenge an Zellen sterben müssen, damit wir überhaupt leben können und anderen Vorgängen, die einem dazu verhelfen, Tod und die Unfassbarkeit des Existenzendes anders zu sehen, gehört folgende Tatsache:
Ich habe gelesen, dass ein Mensch im Lebensprozess durch entsprechende Stoffwechselvorgänge alle 7 Jahre sämtliche Atome in seinem Körper austauscht. Ein Vorgang, der bemerkenswert ist. Nach 7 Jahren nicht mehr aus den selben Teilchen zu bestehen, aber trotzdem noch zu sein.
Und das war für mich das, was mich in gewisser Weise hat zur Ruhe kommen lassen. Wir sind Wesen in einem „ewigen“ Kreislauf und wir existieren zwar nicht ewig als Individuum. Und doch existiert immer etwas von uns weiter und damit meine ich nicht die Möglichkeit der Weiterexistenz durch Reproduktion oder Hinterlassen eines Buches oder was auch immer. Alles, und damit auch jedes Wesen, befindet sich in einer ständigen Wandlung.
Es ist wie mit einem Wassertropfen. Er kann zu einer wunderschönen Schneeflocke werden, von der wie bei jedem Individuum, ob Mensch oder Tier nie eine der anderen gleichen wird. Allein das ist schon so faszinierend. Im nächsten Moment schmilzt diese Schneeflocke und wird nie mehr DIESE Flocke sein. Aber nichts wird ändern, dass es nach wie vor das gleiche Wasser ist und aus ihm wieder eine andere Flocke werden kann. Und was sich parallel dazu vielleicht noch abspielt, ist noch nicht mal ansatzweise erforscht und die Forschung daran wird auch erschwert, weil alles Neue von vielen Wissenschaftlern erst mal belächelt wird.
Ihr könnt so viel von eurer Angst abwerfen, wenn ihr den Tod nicht mehr als Feind betrachtet, sondern als eigentliche Vorraussetzung eurer Existenz, so, wie sie JETZT stattfindet. Er ist so „gut“ und so „schlecht“ wie es die besagten schwarzen Löcher im All sind. Ohne ihn gibt es keinen Anfang und kein Ende von irgendetwas.
Und so, wie man nicht sagen kann, ob und was kommen wird, wenn man in ein solches schwarzes Loch gezogen würde, auch wenn Wissenschaftler unterschiedliche Theorien dazu entwickeln, gibt’s auch keine eindeutige Antwort darauf, ob und was mit dem Tod kommt.
Das zu akzeptieren, ist ein Prozess, der eine Zeit lang dauert. Nehmt Euch diese Zeit, geht raus in die Natur mit all Euren Ängsten – immer wieder - und schaut euch die Lebensvorgänge dort an. Die ganzen Wunder und Grausamkeiten, die sich permanent darin abspielen bis hin zum kleinsten Insekt. Ich bin ziemlich sicher, Ihr werdet auch dort Eure Antwort finden.
Liebe Grüße
lost
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