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Der hochintelligente Spinoza, auch er Pantheist, war Atheist












Ist es in diesem Zusammenhang wirklich so wichtig, ob Spinoza oder bereits ein “heidnischer“ griechischer Philosoph sich in diesem Sinne geäußert hat?

Speziell zu Spinoza schreibt Michel Onfray:
“Der hochintelligente Spinoza - auch er ein Pantheist - wird ebenfalls als Atheist verurteilt.
Der eigentliche Grund seiner Verurteilung: Er weicht von der orthodoxen jüdischen Lehre ab. Am 27. Juli 1656 versammeln sich die Parnassim zum Mahamad, dem jüdischen Rat von Amsterdam, und verlesen in der Synagoge an der Houtgracht vor der Lade mit den Gesetzesrollen einen Text von erschreckender Gewalt.
Man wirft Spinoza ungeheuerliche Häresien, schreckliche Taten, gefährliche Ansichten und ein schändliches Betragen vor und verhängt deshalb ein - bis heute nicht aufgehobenes - Herem über ihn.
Das Urteil, das die jüdische Gemeinde über ihn fällt, ist hart: Ausgeschlossen, verstoßen, verbannt und für alle Zeiten verflucht, d. h. Tag und Nacht, im Schlaf und im Wachzustand, beim Verlassen des Hauses und bei der Heimkehr ... Die Männer Gottes berufen sich dabei auf den Zorn ihrer Fiktion und deren weder zeitlich noch räumlich begrenzten Fluch. Als zusätzliches Geschenk fordern die Parnassim,, daß der Name Spinoza für alle Zeiten vom Erdboden verschwindet. Dies ist ihnen allerdings nicht gelungen ...

Zusätzlich zur Exkommunikation beschließen die Rabbiner, diese theoretischen Verfechter der Nächstenliebe, daß niemand schriftlichen oder mündlichen Kontakt zu dem Philosophen unterhalten darf. Außerdem hat niemand das Recht, ihm einen Dienst zu erweisen oder sich mit ihm unter einem Dach aufzuhalten. Jeder muss einen Mindestabstand von zwei Metern zu ihm einhalten. Selbstverständlich ist es auch verboten, seine Schriften zu lesen.
Spinoza ist zu diesem Zeitpunkt 23 Jahre alt und hat noch nichts veröffentlicht. Seine Ethica wird erst 21 Jahre später posthum erscheinen, nämlich im Jahre 1677.
-Heute wird Spinoza auf der ganzen Welt gelesen ...

Wo gibt es bei Spinoza Hinweise auf den Atheismus? Nirgendwo. Vergeblich würde man in seinem Werk auch nur einen Satz suchen, der die Existenz Gottes leugnet. Er bestreitet zwar die Unsterblichkeit der Seele und glaubt nicht an eine Bestrafung oder Belohnung nach dem Tode. Er äußert auch den Gedanken, daß die Bibel ein Sammelwerk ist, an dem verschiedene Autoren beteiligt sind, und deshalb eine historische Textsammlung, aber keine Offenbarung darstellt. Außerdem hält er nicht viel von der Idee eines auserwählten Volkes und bringt dies in seinem Tractatus theologico- politicus auch deutlich zum Ausdruck. Er spricht sich für eine hedonistische Moral der Sinnenlust aus, jenseits von Gut und Böse, und hält wenig vom jüdisch-christlichen Selbsthass und der damit einhergehenden Ablehnung des Körpers und der Welt. Obwohl er Jude ist, findet er an ,Jesus philosophische Qualitäten. Aber nichts von alledem macht aus Spinoza einen Leugner Gottes, einen Atheisten.“

Wäre er ein Christ gewesen, dann wäre es ihm damals möglicherweise viel schlimmer ergangen---- und heute als Moslem ---- das möge sich jeder selber vorstellen.
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